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Steckt in dieser Meldung Potenzial? Bayer will nach Alternativen für Glyphosat suchen

Foto: Bayer AG

Tief, tiefer am tiefsten. So lässt sich der Kursverlauf der letzten zwei Monate von unserem Leverkusener Unternehmen Bayer (WKN: BAY001) wohl am besten beschreiben. Die Aktie des Agrarchemiekonzerns hangelte sich getrieben von Hiobsbotschaften von einem Kursrückgang zum nächsten und verharrt weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Denn obwohl der Konzern mit den Prozessen rund um Glyphosat ja wirklich schon genug Ärger am Hals hat, gab es aus den USA schon wieder neue negative Meldungen. Demnach wurde am 30.05.2019 beim zuständigen Bezirksgericht des Landkreises Los Angeles Klage gegen die Bayer-Tochter Monsanto eingereicht. Diesmal ging es aber nicht um Glyphosat, sondern um angeblich von Monsanto schon vor Jahrzehnten verursachte Umweltschäden.

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Umso wichtiger erscheint es für Bayer, endlich das Glyphosat-Image abzustreifen und nach Alternativen zu suchen. Und genau das hat der Konzern unter anderem am 14.06.2019 in einer Meldung bekannt gegeben. Schauen wir in Foolisher Manier also einmal auf die neuesten Informationen, um zu analysieren wie Bayer hier weiter vorgehen will.

Viel Geld für neue Methoden

Um eines gleich vorwegzunehmen, Glyphosat wird auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Produktpalette von Bayer spielen. Hier kann und will man wahrscheinlich nicht ganz auf den Unkrautvernichter verzichten. Doch gleichzeitig wird das Unternehmen rund 5 Mrd. Euro in die Hand nehmen, um sie in den kommenden zehn Jahren in zusätzliche Methoden zur Unkrautbekämpfung zu investieren.

Es könnte für Bayer natürlich eine sehr positive Imagewirkung haben, wenn man irgendwann vielleicht eine etwas weniger „ungesunde“ Alternative für Glyphosat im Portfolio hat. Demnach zielen die Investitionen auch darauf ab, dank der Digitalisierung der Landwirtschaft präzisere Empfehlungen abgeben zu können, und natürlich auch darauf, neue Wirkungsweisen zu entwickeln.

Glyphosatalternativen müssen her

Alternativen für Glyphosat könnten allerdings sowieso notwendig werden. Denn in der europäischen Politik läuft ja nun schon länger eine Debatte darüber, aus der Nutzung des von Monsanto entwickelten Herbizids auszusteigen. Und Bayer will deshalb jetzt verstärkt auf Kritiker zugehen. Vermutlich um den Dialog zu suchen und die Wogen ein wenig zu glätten.

Von Konzernseite heißt es denn auch, während die Monsanto-Integration gut vorankomme, soll das Engagement in puncto Transparenz und Nachhaltigkeit nun auch weiter verstärkt werden. Dies erscheint natürlich besonders wichtig, denn im Laufe des Jahres beginnt ja das Wiederzulassungsverfahren für Glyphosat. Aktuell ist das Mittel in der Europäischen Union nur bis Ende 2022 zugelassen.

Gibt es Hoffnung für die Aktie?

In den Zeiten, in denen Aspirin noch das Aushängeschild des Bayer-Konzerns war, wurde dieses bekannte Produkt des Unternehmens durchaus positiv betrachtet. Bei Glyphosat ist es genau anders herum. Ein schlechteres Image für ein Bayer-Produkt hat es wohl so schon lange nicht mehr gegeben.

Und dies spiegelt sich natürlich auch im Kurs der Bayer-Aktie wieder. Aus Sicht von einem Jahr hat sie insgesamt 47,57 % an Wert eingebüßt. Sie gehört damit zu den drei schlechtesten DAX-Performern in diesem Zeitraum. Ihre Weggefährten sind hier Covestro (WKN:606214) mit einem Minus von 46,19 % und die Papiere von ThyssenKrupp (WKN:750000), die 50,32 % in den letzten zwölf Monaten abgegeben haben.

Die Aktie von Bayer notiert derzeit mit 52,91 Euro (14.06.2019) nahe an ihrem 52-Wochen-Tief von 51,80 Euro. Das zeigt, die Meldung, nach Glyphosatalternativen zu suchen, konnte dem Papier nicht wirklich helfen. Zu groß sind hier noch die Unsicherheiten um die eventuell noch ausstehenden Strafzahlungen in den Glyphosat-Prozessen. Trotz des niedrigen Kurses und einem geringen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7,72 ist die Bayer-Aktie derzeit nur etwas für stressresistente und spekulativ eingestellte Investoren mit hoher Risikobereitschaft.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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