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Vorsicht, denn „Value Investing hat ausgedient“! – Wie Investoren jetzt richtig Aktien picken

Nagel mich jetzt nicht fest, wer es war, aber ein smarter Investor hat irgendwann einmal gesagt, dass grundsätzlich jedes intelligente Investieren Value Investing sei. Eine Sichtweise, die ich durchaus bereits das eine oder andere Mal geteilt habe.

Egal ob man sich selbst als Wachstumsinvestor oder eher defensiven Investor oder auch als Einkommensinvestor definiert, im Grunde suchen wir alle nach einer Sache: nach einer unterbewerteten Aktie, an deren künftigem Erfolg wir partizipieren.

In letzter Zeit tauchen jedoch vermehrt Schlagzeilen auf, wonach Value Investing tot sei oder ausgedient habe. Schockschwere Not! Lass uns daher im Folgenden einmal schauen, was es mit derzeitigen Meldungen auf sich hat.

Das klassische Value Investing ist tot

Doch bevor wir richtig fachlich einsteigen, noch ein kleiner Hinweis. Im Grunde genommen drehen sich viele solche Meldungen nicht darum, dass sämtliches Investieren nach Value-Gesichtspunkten ausgedient habe, sondern lediglich ein kleiner Bereich dessen. Das klassische Value Investing.

Hierunter subsumieren viele nach wie vor das lediglich kennzahlenbasierte Investieren und das Identifizieren von vielversprechenden Aktien mit Turnaround-Potenzial alleine aufgrund von Kennzahlen. Häufig liest man in diesem Kontext sogar von einer sogenannten Zigarettenstummel-Methode, wonach man gezielt nach Unternehmen unter ihrem Buchwert sucht.

In der Hoffnung, dass diese kurz- bis mittelfristig wieder an ihren hypothetischen Liquidationswert heranreichen. Quasi wie ein Zigarettenstummel, den man noch einmal anzünden kann und der in vielen Fällen noch einmal aufglüht.

Und, ja, unter dieser Prämisse kann ich der Aussage, dass dieses Prinzip des Investierens tot ist, durchaus zustimmen. Alleine ein Blick auf die Deutsche Bank (WKN: 514000) unterstreicht, dass eine günstige Bewertung nicht mehr als Indikator für eine Turnaround-Story herhalten muss. Sondern dass günstig manchmal einfach nicht günstig genug ist, denn die Aktie des Geldhauses scheint unentwegt nach neuen Rekordtiefs Ausschau zu halten.

Was stattdessen gefragt ist

Bleibt natürlich die spannende Frage, welches Investieren denn gefragt ist, wenn das Value Investing ausgedient hat. Wenn du mich fragst, eine abgewandelte Form des klassischen Investierens nach Value-Gesichtspunkten, das wir Fools als unternehmensorientiertes Investieren definieren.

Hierunter verstehen wir, dass wir uns ein Unternehmen als Ganzes anschauen. Das betrifft vornehmlich das Geschäftsmodell, dem wir eine gewichtige Bedeutung beimessen, denn hier spielt sich schließlich ein Großteil der Zukunft eines Unternehmens ab. Aber auch die Bewertung spielt eine wichtige Rolle, denn selbst das beste Unternehmen kann bei einem überteuerten Preis eine schlechte Investitionsentscheidung sein.

Zudem können Befindlichkeiten wie eine hohe Dividendenrendite oder ein starkes Wachstum als gewisse Filter fungieren, wobei wir vor allem zum Wachstum wohl besser noch ein, zwei weitere Wörtchen verlieren sollten.

Viele rasante Wachstumsperlen haben im fundamentalen Kennzahlenvergleich nie wirklich günstig ausgesehen. Egal ob du derzeit auf die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) schaust oder aber auf die von Amazon (WKN: 906866). Beide konnten in den vergangenen Jahren hohe Bewertungen vorweisen, an denen ein Investor, der lediglich auf Kennzahlen schielt, mit Sicherheit vorbeigeschaut hätte.

Unternehmensorientiert Investieren heißt oftmals allerdings auch, den klassischen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder dem Kurs-Buchwert-Verhältnis eine untergeordnete Rolle beizumessen und sich auf die Vision eines Unternehmens zu konzentrieren. In diesem Sinne scheint bei Wachstumsaktien die klassische Kennzahlenanalyse häufig wirklich tot zu sein, die unternehmensorientierte Analyse jedoch sehr lebendig.

Investierst du bereits unternehmensorientiert?

Bleibt zum Schluss noch die spannende Frage, wie du dich selbst orientierst. Bist du noch immer der klassische kennzahlenbasierte Investor oder hast du bereits das Unternehmen selbst im Fokus deiner Analyse?

Eine Umstellung auf Letzteres könnte nicht bloß dafür sorgen, dass du deinen eigenen Analyseprozess verbesserst. Sondern auch neue Möglichkeiten entdeckst, die langfristig vielleicht sogar zu besseren Renditen führen.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.