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Ein weiteres Weltraum-Start-up beißt ins Gras

Foto: The Motley Fool.

Die ersten fünf Monate des aktuellen Jahres waren gut für Investoren der Raumfahrtindustrie. Es gab keine einzige schlechte Schlagzeile und auch keine Anzeichen dafür, dass eines der Start-ups den Bach runtergehen würde.

Aber alle guten Dinge müssen ein Ende haben.

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Tschüss Paul Allen …

Anfang des Jahres beklagte ich den Abgang des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen, der nach seinem Abschied vom Technologiekonzern seine Milliarden in den Aufbau eines Stratosphären-Raketenunternehmens steckte, mit dem Ziel, die Kosten der Raumfahrt zu senken. Stratolaunch nannte er es und das Roc-Flugzeug sorgte im April für Schlagzeilen als (in einigen Belangen) größtes Flugzeug, das je geflogen ist.

Das war mehr als nur Prahlerei. Roc musste groß werden, denn es war als Mutterschiff konzipiert. Der Plan war, dass es bis zu 10.500 Meter hoch fliegen sollte und von dort aus als Plattform zum Start von Raketen mit einem Gewicht von bis zu sechs Tonnen – oder drei kleineren Raketen oder gar einem wiederverwendbaren Raumschiff – in die Umlaufbahn dienen würde.

In den letzten Monaten änderte Stratolaunch jedoch seinen Businessplan und kündigte an, die Entwicklung der eigenen Raketen zu beenden und stattdessen Pegasus XL-Raketen von Northrop Grumman (WKN:851915) zu kaufen. Unabhängig davon setzte Stratolaunch, auch wenn Allen nicht mehr dabei ist, darauf, bis 2022 mit den kommerziellen Raketenstarts zu beginnen.

Aber alles umsonst.

… auch tschüss Stratolaunch.

Nach eigenen Angaben bleibt Stratolaunch auch heute noch „operativ“. In einem Exklusivbericht vom Wochenende zitierte Reuters nicht weniger als vier Personen, die mit der Materie „vertraut“ seien und behaupteten, das Management habe beschlossen, die Firma zu schließen – vielleicht nicht heute, aber vermutlich bald.

Das kommt nicht ganz überraschend. Schließlich hat Stratolaunch Anfang des Jahres drei Viertel seiner Mitarbeiter entlassen, sodass es nur noch eine Rumpfmannschaft von etwa 20 Mitarbeitern gibt, um die laufenden Projekte abzuschließen. Da Northrop Grumman ein berechtigtes Interesse daran hat, das Unternehmen als Kunden für seine Pegasus-Raketen am Leben zu erhalten, haben Raumfahrtfans dennoch gehofft, dass der Luft- und Raumfahrtriese eingreifen würde, um Stratolaunch zu retten (oder zu kaufen).

Das ist zwar immer noch im Bereich des Möglichen, wenngleich zunehmend unwahrscheinlich. Northrop braucht Stratolaunch nicht unbedingt, um erfolgreich zu sein. Im schlimmsten Fall hat Northrop immer noch sein eigenes Mutterschiff, eine modifizierte Lockheed Martin L-1011, das die hauseigenen Pegasus-Raketen zum Start in die Stratosphäre bringen kann. Einen Kunden finanziell am Leben zu erhalten, aber immer das Risiko von Zahlungsausfällen zu tragen, wäre in keinem Fall im Interesse des Unternehmens.

Was die Auswirkungen an anderer Stelle betrifft, so beseitigt die Schließung von Stratolaunch eine potenzielle Bedrohung für Virgin Galactic und sein Schwesterunternehmen Virgin Orbit und erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Börsengang in einigen Jahren. Diese beiden wollen auch mit Flugzeugen Raketen an den Rand des Weltraums bringen und könnten wahrscheinlich auf die Konkurrenz verzichten.

Und je mehr das Feld der „New Space“-Unternehmen sich konsolidiert, desto größer sind die Chancen, dass konkurrierende Klein-Satelliten-Starter wie Rocket Lab und Vector überleben und schließlich erfolgreich sein werden. So sehr wir auch den bevorstehenden Untergang von Stratolaunch beklagen, so sind das doch gute Nachrichten für Investoren, die auf die Möglichkeit hoffen, sich in einige mögliche „New Space“-IPOs einzukaufen, weil das die Chancen auf stabilere Unternehmen am Ende verbessert.

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Dieser Artikel wurde von Rich Smitch auf Englisch verfasst und am 10.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.

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