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Die Auktion der 5G-Frequenzen ist beendet: Und so haben die Aktien der beteiligten Unternehmen darauf reagiert

Es war die längste Auktion von deutschen Mobilfunkfrequenzen. Und der Bund kann sich freuen, denn sie hat deutlich mehr gebracht, als erwartet wurde. Insgesamt 6,6 Mrd. Euro werden dem Bund durch die Versteigerung der 5G-Frequenzen in die Taschen gespült. Es kostet die beteiligten Mobilfunkprovider also eine schöne Stange Geld, am Netz der Zukunft teilzuhaben.

Aber was bedeutet 5G eigentlich? Der Standard ist schlichtweg der Nachfolger von 4G, auch LTE genannt. 5G verfügt über eine geringere Reaktionszeit (Latenz) und ist wesentlich schneller im Download. Damit können Daten mehr oder weniger in Echtzeit verarbeitet werden.

Nun gut, zur Einführung der fünften Mobilfunkgeneration für das ultraschnelle mobile Internet (5G) wurde mit dem Ende der Auktion ein wichtiger Meilenstein erreicht. Und die Sache hat auch noch einen anderen Aspekt. Denn die Milliarden, die an den Bund fließen, sollen in die Digitalisierung gesteckt werden. Zum Beispiel soll damit der Breitbandausbau auf dem Land gefördert werden.

Der zuständige Bundesminister für digitale Infrastruktur Andreas Scheuer war jedenfalls zufrieden. Er meint, das Geld werde den Netzausbau entscheidend voranbringen. Denn den Firmen seien einige Auflagen zum Ausbau auferlegt worden, und diese kämen dann auch den ländlichen Regionen zugute.

Verschaffen wir uns einen kurzen Überblick über die beteiligten Unternehmen, was sie zahlen müssen, was sie dafür bekommen haben und wie sich das Ende der Auktion auf die jeweilige Aktie ausgewirkt hat.

Deutsche Telekom

Es war natürlich nicht anders zu erwarten. Die Deutsche Telekom (WKN: 555750) sicherte sich das größte Stück vom Kuchen. Vom Spektrum von 420 MHz, das bei den Frequenzen im 2- und 3,6-GHz-Band insgesamt verkauft wurde, sicherte sich die Telekom 2 mal 20 MHz im 2-GHz-Band und 90 MHz im 3,6-GHz-Band. Sie legte dafür insgesamt 2,17 Mrd. Euro auf den Tisch.

Ein Konzernsprecher sagte dazu: „Die Deutsche Telekom hat das Spektrum erhalten, das sie wollte.“ Doch er meinte auch, dass die Versteigerung einen „bitteren Nachgeschmack“ hinterlasse. Er monierte, das Spektrum sei viel teurer als in anderen Ländern und das Geld für die Auktion fehle jetzt den Netzbetreibern in Deutschland.

Die Aktie der Deutschen Telekom hat heute so gut wie keine Reaktion auf das Ende der Versteigerung gezeigt und notiert mit 15,46 Euro (13.06.2019) quasi auf Vortagesniveau.

Vodafone

Bei Vodafone (WKN: A1XA83) fällt uns auf, dass sie zwar dasselbe Spektrum erworben hat wie die Deutsche Telekom, dafür aber lediglich 1,88 Mrd. Euro bezahlen musste. Das schont zumindest ein wenig die Konzernkasse. Allerdings hat Vodafone nur 12, die Deutsche Telekom hingegen 13 Frequenzblöcke bekommen. Und auch Vodafone ist mit dem Ausgang der Auktion nicht ganz zufrieden.

Hannes Ametsreiter, der Vodafone-Deutschlandchef, meint, dass die hohen Kosten für die Firmen ein „Desaster für Deutschland“ seien. Mit den Milliarden, die nun an den Bund gehen, hätte man beispielsweise mehr als 50.000 komplett neue Mobilfunkstationen bauen können. Er schlägt vor, die Lizenz-Erlöse direkt in den Mobilfunkausbau und nicht, wie jetzt vorgesehen, in den Festnetz-Breitbandausbau zu stecken.

Auch die Vodafone-Aktie hat das Auktionsergebnis kaum tangiert. Sie verlor gegenüber dem Vortag lediglich 0,55 %, notiert allerdings derzeit mit 1,45 Euro (13.06.2019) insgesamt 33,79 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das bedeutet, hier ist im Vorfeld schon einiges, was die Auktion betrifft, eingepreist worden. Und nicht umsonst hat Vodafone das erste Mal in der Unternehmensgeschichte auch seine Dividende gekürzt.

Telefonica Deutschland

Der Mitbewerber Telefonica Deutschland (WKN: A1J5RX) kann sich über 2 mal 10 MHz im 2-GHz-Band und 70 MHz im 3,6-GHz-Band freuen. Bezahlen muss das Unternehmen dafür immerhin noch stolze 1,42 Mrd. Euro. Doch obwohl das Unternehmen etwas schwächer als Telekom und Vodafone abgeschnitten hat, hörte man von Telefonica-Deutschland-Chef Markus Haas positive Töne. Man habe „ein werthaltiges Frequenzpaket erworben, das unser bestehendes Spektrum ideal ergänzt“.

Die Aktie von Telefonica Deutschland reagierte leicht positiv und stieg heute um 1,35 %. Aber auch sie steht mit 2,55 Euro (13.06.2019) weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der Kurs wurde aber auch hier schon im Vorfeld stark belastet.

Drillisch

Der Neueinsteiger Drillisch (WKN:554550) ergatterte den kleinsten Anteil. Er bekam 2 mal 10 MHz im 2-GHz-Band und 50 MHz im 3,6-GHz-Band. Die Kosten dafür belaufen sich für das Unternehmen auf 1,07 Mrd. Euro.

Ralph Dommermuth, der Chef des Mutterkonzerns United Internet (WKN: 508903), zeigte sich erfreut. Er sagte: „Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5G-Netz aufzubauen.“ Und da das Unternehmen neu mit dabei war, kann Drillisch auch von Ausnahmeregelungen profitieren. Die Firma muss weniger in der Fläche ausbauen als seine Konkurrenten.

Und die Drillisch-Aktie? Sie kam heute ein wenig unter die Räder. Nachdem der Kurs in Frankfurt erst angestiegen war, fiel er im Tagesverlauf wieder ab und schloss mit 28,54 Euro (13.06.2019) ganze 4,10 % niedriger als am Vortag.

Fazit

Die 5G-Auktion ist vorbei und alle beteiligten Unternehmen müssen für die Frequenzen tief in die Tasche greifen. Ob sich die Investitionen gelohnt haben, wird sich erst später zeigen. Doch wenn ja, könnte dies natürlich jede Menge positive Impulse auf die angesprochenen Aktien haben.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt United Internet.

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