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Marihuana-Aktien: Es fehlen 2 wichtige Punkte für die internationale Expansion

Foto: Getty Images

Selbst mit frühen Lieferkettenschwierigkeiten in ganz Kanada und in Kalifornien, einem Markt, der Kanada bei den jährlichen Cannabis-Verkäufen leicht übertreffen könnte, boomt die Cannabis-Industrie. Laut Arcview Market Research wird der Umsatz 2019 um 38 % auf 16,9 Mrd. US-Dollar steigen und bis 2022 vielleicht mehr als 31 Mrd. US-Dollar an globalen Umsätzen erreichen.

Alle Augen sind auf die Produktion und die internationale Expansion gerichtet

Seit etwa 18 Monaten steht die Kapazitätserweiterung im Mittelpunkt der Marihuana-Aktien. Die Idee ist einfach: Sicherstellen, dass das Angebot ausreichend ist, um die Nachfrage in einer Branche zu decken, die bis 2030 50 Mrd. oder 75 Mrd. US-Dollar pro Jahr generieren könnte. Infolgedessen verfügen Unternehmen wie Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), Canopy Growth (WKN:A140QA) und Aphria (WKN:A12HM0) über 14, 10 bzw. drei Produktionsstätten, die bei voller Kapazität mindestens 662.000, 500.000 und 255.000 Kilo Jahresproduktion produzieren können.

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Diese drei kanadischen Anbaubetriebe haben jedoch größere Ambitionen als nur die Dominanz auf dem heimischen Markt. Sie gehen ins Ausland, um ihre Produktions- und/oder Vertriebspräsenz auf möglichst vielen ausländischen Märkten zu festigen. Aurora Cannabis erwartet, Cannabis in 24 Ländern (einschließlich Kanada) anzubauen oder zu vertreiben, während Canopy Growth über Produktions-, Export-, Vertriebs- oder Forschungsunternehmen in 17 Ländern (auch Kanada) verfügt. Aphria verfügte dank der Übernahme von Nuuvera im Jahr 2018 über Vertriebskapazitäten in rund einem Dutzend Ländern weltweit.

Diese internationalen Vertriebskanäle werden unter dem Gesichtspunkt der geografischen Vertriebsdiversifikation als besonders wichtig angesehen. Ganz zu schweigen davon, dass die medizinischen Cannabis-Märkte in vielen der mehr als 40 Länder, in denen medizinisches Cannabis legalisiert wurde, relativ im Entstehen begriffen sind, und dass die Schaffung der Voraussetzungen für die Produktions- oder Vertriebsinfrastruktur in ausländischen Märkten Vorteile für den Erstanbieter mit sich bringen kann.

Hier erfährst du, was du wirklich über die Expansion in Übersee wissen solltest.

Die Bedeutung der internationalen Expansion ist unbestritten. Doch die Investoren müssen auch die beiden Kernpunkte der Expansion im Ausland erkennen, die sie wahrscheinlich übersehen.

1. Die internationale Expansion wird erst in zwei oder drei Jahren wirklich ins Spiel kommen

Erstens werden die Vorteile der internationalen Expansion wahrscheinlich erst 2021 oder 2022 realisiert.

Da sich die meisten der weltweit legalisierten Marihuana-Betriebe in Kanada befinden, zählt die Regulierungsbehörde Health Canada darauf, dass die Anbaubetriebe ihren Verpflichtungen nachkommen, bevor das Überangebot auf die internationalen Märkte exportiert wird. Angesichts des anhaltenden Ausbaus von Produktionsanlagen und Lizenzfragen – die drei größten Anlagen von Aurora sind nicht für die Produktion lizenziert, während Aphrias größter Betrieb seit mehr als einem Jahr auf die Genehmigung für den Anbau wartet – wird es bis 2021 oder 2022 dauern, bis wir einen wirklich guten Blick darauf werfen können, wie eine voll funktionsfähige und etwas ausgereifte kanadische Anbauindustrie aussieht.

Um das in einen anderen Kontext zu stellen, wird es noch zwei oder drei Jahre dauern, bis die kanadischen Anbauer genug Marihuana produzieren, um die kanadische Nachfrage zu befriedigen. Erst wenn diese Inlandsnachfrage gedeckt ist, werden die Produktion und der Export in Übersee sinnvoll.

Der vielleicht größte Vorteil externer Kanäle ist die Möglichkeit, überschüssiges Inlandsangebot abzubauen. Selbst ein Unternehmen wie Canopy Growth, das jährlich mehr als 70.000 Kilo an Provinz-Lieferverträgen schon fest verkauft hat, wird noch mehr als 400.000 Kilo Produktion pro Jahr irgendwo unterbringen müssen. Sollte die kanadische Industrie bis 2021 oder 2022 mit einem Überangebot überflutet werden, könnte der Grammpreis für Trockenblumen erheblich sinken. Damit sind diese externen Vertriebskanäle das perfekte Mittel, um das Überangebot abzubauen. Doch, wie bereits erwähnt, wird das nicht so bald passieren, weshalb Aurora, Canopy und Aphria nicht viel über Auslandsverkäufe berichtet haben.

2. Der Schwarzmarkt geht nicht weg, was bedeutet, dass die globalen Umsatzschätzungen wahrscheinlich zu hoch sind

Der andere Faktor, den die Investoren berücksichtigen sollten, ist, dass es auch im Ausland nicht einfach sein wird, den Schwarzmarkt aus der Gleichung zu entfernen.

Illegal angebautes und verkauftes Marihuana gibt es seit Jahrzehnten, und die Legalisierung in wichtigen Märkten wird das nicht unbedingt ändern. Daher scheint beispielsweise in Kanada der Schwarzmarkt aufgrund von Angebotsproblemen im Jahr 2019 71 % des landesweiten Umsatzes zu halten. Selbst wenn viele dieser Lieferprobleme gelöst sind, was für 2020 erwartet wird, wird der Schwarzmarkt immer noch mehr als ein Drittel aller kanadischen Cannabis-Verkäufe ausmachen.

Die gleichen Probleme wurden auch in Kalifornien beobachtet, wo die Verbrauchsteuern auf Freizeit-Cannabis, eine Großhandelssteuer auf Cannabis-Blätter und/oder Trockenblumen und die staatlichen/lokalen Steuern auf den allgemeinen Einzelhandelsverkauf in ausgewählten Gebieten bis zu 45 % betragen können. Infolgedessen beliefen sich die Einnahmen aus der Cannabis-Steuer im Goldenen Staat im Jahr 2018, dem ersten Jahr der vollständigen Legalisierung, auf nur etwa die Hälfte dessen, was ursprünglich prognostiziert wurde.

Solange es eine Steuer auf legale Cannabis-Verkäufe gibt, zusammen mit den Zeitverzögerungen und Gebühren für den Erhalt einer ordnungsgemäßen Lizenzierung, wird der Schwarzmarkt fast immer in der Lage sein, die legalen Verkaufskanäle beim Preis zu unterbieten. Illegale Produzenten müssen keine Bundes- oder Staatssteuer zahlen, sie müssen nicht auf die Genehmigung zum Anbau oder Verkauf von Marihuana warten, und sie werden sicherlich keine Verbrauchssteuern zahlen. Es ist aus all diesen Gründen, dass der Marihuana-Schwarzmarkt weiter bestehen wird.

Lange Rede kurzer Sinn: internationale Expansion ist ein sehr wichtiges Puzzleteil für Marihuana-Aktien auf lange Sicht. Doch sie wird in den nächsten Jahren nicht viel Unterschied bei Umsatz oder die Gewinne machen, und die Schwarzmarkt-Anbauer und -Händler nicht vertreiben.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 08.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in den oben genannten Aktien.

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