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Dividendenperle BASF mit Wintershall-Knall! Ist das Geschäftsjahr 2019 bereits jetzt gerettet?!

Die BASF (WKN: BASF11)-Aktie scheint gegenwärtig eigentlich nicht so recht in Topform zu sein. Sowohl größere Probleme wie der aktuelle Handelskrieg schüren konjunkturelle Sorgen, in denen sich ein international agierender Chemiekonzern nicht sonderlich wohlfühlt. Zudem belasteten zuletzt kleinere Sorgenfelder wie mögliche Verbote von Pflanzenschutzmitteln in Frankreich.

Wie gesagt, eigentlich. Denn uneigentlich konnte die BASF nun mit einem größeren Knalleffekt aufwarten, der das Zeug haben könnte, trotz all dieser Problemchen das aktuelle Geschäftsjahr doch noch ein wenig positiver zu gestalten.

Schauen wir mal, was der Ludwigshafener Chemieriese hier verkündet hat, wie sich das auswirken wird und weshalb auch andere Dinge notwendig sein werden, um langfristig das Ruder wieder herumzureißen.

Wintershall-Deal wird zu einem Milliarden-Buchgewinn

Wie BASF-Finanzvorstand Engel nun in der Börsen-Zeitung verkündete, werde sich der Zusammenschluss von Wintershall, der ehemaligen Öl-Sparte von BASF, mit der DEA Group definitiv lohnen. Man rechne im Rahmen dieser Fusion mit einem Buchgewinn in Höhe eines einstelligen Milliardenbetrags, was jedoch letztlich immer noch viel Fantasie für weitere Interpretationen offen hält.

BASF wird im Rahmen dieses Zusammenschlusses übrigens zunächst 73 % aller ausstehenden Anteile erhalten. Ein Anteil, der jedoch im Nachgang eines geplanten Börsenganges deutlich reduziert werden solle, wobei der Chemieriese selbst nach dem Schritt auf das Parkett noch immer die Mehrheit an dem zusammengelegten Unternehmen halten wird.

Zwar wird man sich auch im Nachgang dieses IPO weiterhin von Anteilen an diesem Unternehmen trennen, allerdings hänge die zeitliche Dimension dieser Verkaufspläne von den Börsenbegebenheiten ab. Zudem gäbe es selbst nach dem IPO noch einiges zu tun und man wolle weitere Synergien heben, was möglicherweise ein Indikator dafür sein könnte, dass BASF durch Kosteneinsparungen noch mit Werterhöhungen bei Wintershall DEA rechnen könnte.

Dennoch dürfte dieser Börsengang, wie gesagt, einen Milliardenbetrag zunächst als Buchgewinn einbringen. Der jedoch sukzessive über die Verkäufe auch finanzwirksam beim Chemieriesen eintrudeln wird. Eine definitiv spannende Entwicklung, die man durchaus im Auge behalten sollte.

Geschäftsjahr 2019 gerettet?

Viele Investoren dürften sich angesichts dieser spannenden Neuigkeiten nun natürlich fragen, ob das Geschäftsjahr 2019 durch diese Meldung gerettet ist. Allerdings sollten wir hierbei nun ein wenig differenzierter vorgehen.

Einerseits ist definitiv mit einem positiven Einmaleffekt zu rechnen. Die Fusion wird zu einem Buchgewinn führen, und das sogar noch mit einem Betrag im Milliardenbereich. Für einen Konzern mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung in Höhe von rund 55 Mrd. Euro wird das natürlich Spuren im Zahlenwerk hinterlassen, keine Frage.

Wobei der Zeitpunkt ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen dürfte. Der Börsengang ist nämlich erst für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2020 terminiert. Entsprechend können wir wohl davon ausgehen, dass zumindest die finanzwirksamen Einzahlungen erst im Nachgang dieses Events eingehen werden. Wobei die Buchgewinne entsprechend möglicherweise bereits früher eingebucht werden könnten.

Langfristig sollten alle Investoren jedoch auch bedenken, dass die BASF mit dem Verkauf von Wintershall beziehungsweise dem sukzessiven Abbau der Beteiligung an Wintershall DEA einen zuletzt profitablen und ertragsstarken Bereich verlieren wird.

Zwar soll diese Lücke mit einer stärkeren Fokussierung auf das weite Feld der Chemie gestopft werden. Allerdings scheint das gar nicht mal so einfach zu werden, zumal Übernahmen in der Chemiebranche, wie Engel innerhalb des Interviews betonte, ebenfalls eine teure Angelegenheit seien. Investoren sollten daher ebenfalls sehr genau überprüfen, wie gut das Schließen dieser Lücke letztlich gelingen wird.

Nicht nur auf die Milliarden fokussieren!

Alle Anleger von BASF könnten daher gut beraten sein, sich nicht bloß mit den eintrudelnden potenziellen Milliarden zu beschäftigen, die über kurz oder lang als Gewinn ausgewiesen werden dürften, sondern auch mit den weiteren Aussichten.

Mittelfristig dürfte hier nämlich durchaus eine signifikante operative Lücke entstehen, die gestopft werden möchte. Hoffen wir, dass dieses Vorhaben BASF gelingen kann. Denn ansonsten dürfte dieser positive Einmaleffekt langfristig wohl eher wirkungslos verpuffen. Zumindest aus der Sicht des Aktienkurses.

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Vincent besitzt Aktien von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.