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Es ist offiziell: bluebird bio bekommt grünes Licht für eine revolutionäre Gentherapie

Es waren ein paar ereignisreiche Wochen für die Gentherapie. Am 24. Mai genehmigten die US-Regulierungsbehörden eine bemerkenswerte Gentherapie, die auf die Hauptursache des genbedingten Todes bei Säuglingen abzielt, und Anfang Juni genehmigten die europäischen Regulierungsbehörden die erste Gentherapie für Beta-Thalassämie, eine genetische Erkrankung, bei der ein Leben lang Bluttransfusionen vonnöten sind. Die Zulassung von bluebird bios (WKN:A1W025) Beta-Thalassämie-Therapie Zynteglo könnte die Behandlung der Patienten revolutionieren, also lass uns das einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Warum das wichtig ist

Beta-Thalassämie ist eine potenziell tödliche Krankheit, bei der die Erkrankten unfähig sind, Beta-Globin zu produzieren, ein Protein, das für die Herstellung von Hämoglobin notwendig ist. Da Hämoglobin Sauerstoff an die roten Blutkörperchen liefert und Beta-Thalassämie-Patienten nicht in der Lage sind, Hämoglobin ausreichend zu produzieren, erhalten viele Patienten regelmäßige Transfusionen von roten Blutkörperchen, um zu verhindern, dass ihre roten Blutkörperchen sterben.

Im Laufe der Zeit können Transfusionen von roten Blutkörperchen zu einer gefährlichen Eisenansammlung führen. Da Menschen mit Beta-Thalassämie mehr Eisen in ihrem Darm aufnehmen als andere, sind sie einem höheren Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen wie Zirrhose, Diabetes und Herzerkrankungen ausgesetzt.

Was es bewirkt

Zynteglo verwendet einen inaktivierten viralen Vektor, um ein funktionelles menschliches Beta-Globin-Gen in die patienteneigenen hämatopoetischen Stammzellen (die Blutzellen produzieren) außerhalb des Körpers (ex-vivo) einzubringen. Nach der Rückgabe der entnommenen Stammzellen können die Patienten ihr eigenes Beta-Globin produzieren, wodurch die Notwendigkeit, weiterhin Bluttransfusionen zu erhalten, eliminiert oder deutlich reduziert wird.

In der HGB-205-Studie von Bluebird erreichten drei von vier Patienten ohne den Genotyp ß0/ß0 dieser Krankheit eine Transfusionsunabhängigkeit von mindestens zwölf Monaten nach Erhalt einer Dosis von Zynteglo. In der Northstar-Studie erreichten acht von zehn Patienten ohne den Genotyp ß0/ß0 eine Transfusionsunabhängigkeit. Zum Stichtag für die Einreichung der EU-Zulassung blieben diese Patienten 21 bis 56 Monate nach der Behandlung transfusionsunabhängig.

Zunächst kommen nur transfusionsabhängige Europäer infrage, die zwölf Jahre oder älter und ohne den Genotyp ß0/ß0 sind, aber Studien könnten den Einsatz von Zynteglo in Zukunft erweitern.

Was es kostet

Das Management wird nächste Woche Einblick in die Listenpreise von Zynteglo geben, aber der Nettopreis dürfte von Land zu Land unterschiedlich sein. Obwohl wir die Einzelhandelskosten von Zynteglo noch nicht kennen, hat Bluebird bereits gesagt, dass sein Preis einen inneren Wert von 2,1 Mio. US-Dollar nicht überschreiten werde, was durch die Analyse von Zynteglos Potenzial zur Verbesserung der Lebensqualität und Lebenserwartung der Patienten bestimmt wurde.

Wenn Bluebird daran festhält, dann werden Kosten von Zynteglo wahrscheinlich ähnlich sein wie die von Novartis (WKN:907122) Zolgensma, einer vergleichbaren Gentherapie für spinale Muskelatrophie, die im vergangenen Monat die Genehmigung der Food and Drug Administration erhalten hat.

Zynteglos Multi-Millionen-Dollar-Preisschild mag hoch sein, aber es könnte dazu führen, dass Gesundheitssysteme im Laufe des Lebens eines Patienten Millionen von Dollar sparen. Es kann zwischen 300.000 und 500.000 US-Dollar pro Jahr kosten, um Menschen mit seltenen Krankheiten wie dieser zu behandeln, und das ohne die mit Komplikationen verbundenen Kosten einzubeziehen.

Darüber hinaus hat Bluebird angekündigt, die Kosten von Zynteglo auf fünf Jahre zu verteilen und wertbasierte Zahlungsvereinbarungen in Betracht zu ziehen, bei denen nur dann eine Zahlung fällig wird, wenn die Therapie funktioniert.

Wie lautet die kommerzielle Chance?

Beta-Thalassämie ist keine gängige Krankheit, aber die zunächst ansprechbare Patientenpopulation beträgt in Europa immer noch Tausende. Das Unternehmen hofft, Zynteglo in diesem Jahr in Deutschland verfügbar zu machen, und will im nächsten Jahr auf Großbritannien und Italien erweitern. Allein in diesen drei Ländern gibt es rund 2.300 betroffene Patienten.

Obwohl die Erkrankung in den USA weniger verbreitet ist, könnte eine mögliche Zulassung hier bereits 2020 weitere 1.400 berechtigte Patienten generieren. Das ist groß genug, um Zynteglo eine Chance auf einen Milliarden-Blockbuster-Status zu geben, aber bei Sichelzellenkrankheiten kann eine noch größere Chance bestehen. Allein in den USA gibt es über 100.000 Menschen mit Sichelzellenkrankheit, die eines Tages von Zynteglo profitieren könnten. Die Ergebnisse einer Studie zur Untersuchung von Zynteglo bei Sichelzellkrankheiten könnten es Bluebird ermöglichen, bereits 2022 die Zulassungsunterlagen für diese Anwendung einzureichen.

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Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 04.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Bluebird Bio.