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Braucht Spotify wirklich “Stories”?

Snapchat führte seine „Storys“ – Gruppen von Beiträgen, die Nutzer nacheinander durchgehen, die sich aber nach einiger Zeit selbst löschen – als erste Plattform der sozialen Medien im Jahr 2013 ein, aber die App hatte nur ein paar Jahre das Monopol darauf. Facebooks (WKN:A1JWVX) Instagram hat das Feature 2016 eingeführt und andere folgten schnell. Storys gehören heute zum Standard auf Social-Media-Plattformen sowie in Kommunikationsanwendungen wie Microsofts Skype. Jetzt ist die Funktion sogar in der Musik-Streaming-App Spotify (WKN:A2JEGN) verfügbar.

Ja, Spotify. Das ist nicht gerade ein Social-Media-Riese, aber das Unternehmen testet trotzdem ein Storys-Feature. Es heißt Storyline und Spotify hofft, dass es ein wichtiges Mittel für Bands und andere Produzenten von Audioinhalten wird, um mit Fans in Kontakt zu treten.

Die Logik hinter Spotifys Storyline

Angenommen, die Funktion von Spotify funktioniert wie erwartet, dann ist die Logik ziemlich einfach zu verstehen. Mit Spotify können die Nutzer ihren Lieblingskünstlern folgen und sich mit anderen Nutzern austauschen. Spotify hat bereits viele Werkzeuge, um den Nutzern Musik vorzustellen und sie an ihre Lieblingskünstler zu erinnern. Mit Storyline würde Spotify den Künstlern mehr Macht geben, um ihre eigenen neuesten Veröffentlichungen zu promoten (oder sich einfach nur immer wieder zwischen die Massen an immer neuer Musik zu schieben, die auf die Fans einströmen, und so in deren Köpfen zu bleiben).

Es ist eine potenzielle Win-win-Situation. Im Gegensatz zu einigen anderen großen Streaming-Unternehmen bietet Spotify Vertragsmodelle an, die den Rechteinhabern Zahlungen auf Grundlage der Anzahl der Zugriffe auf ihr Material gewähren. Das gibt Künstlern einen Anreiz, dafür zu sorgen, dass Spotify-Nutzer immer auf dem Laufenden bleiben. Obwohl Spotify begonnen hat, Schritte im Zusammenhang mit einer Strategie für Originalinhalte zu unternehmen, stützt es sich immer noch weitgehend auf lizenzierte Inhalte. Spotify muss also fast immer einen Dritten als Lizenznehmer für jedes Stück bezahlen, da es der Plattform an Originalinhalten mangelt, sodass es dem Unternehmen egal ist, was seine Nutzer hören. Somit kann es sich die App leisten, sich darauf zu konzentrieren, das zu liefern, was die Nutzer am liebsten hören wollen.

Wenn Storyline Künstlern hilft, ihre Fans an sich zu binden, und es den Fans erleichtert, Musik zu streamen (was den Service von Spotify zu einem wichtigen Teil ihres Lebens macht), dann ist das sowohl für Spotify als auch für die Künstler eine gute Sache.

Wird das funktionieren?

Aber wie zuversichtlich können Beobachter sein, dass Spotify in der Lage ist, dieses Feature zum Laufen zu bringen und die Effekte zu erzielen, auf die es die Plattform abgesehen hat?

Instagram ist im Moment der König der Storys: Facebook hat im Januar angekündigt, dass 500 Mio. Menschen die Funktion jeden Tag nutzen. Das ist mehr als doppelt so viel wie die 200 Mio. monatlichen Nutzer, die Spotify für seinen gesamten Service hat.

Die gute Nachricht ist, dass es nicht allzu schwer sein sollte, Künstler für Storys zu gewinnen. Es könnte sogar einfach für sie sein, an Spotifys Storyline teilzunehmen. Ihre Social-Media-Manager könnten einfach auf das Material zurückgreifen, das sie auf anderen Websites oder Plattformen posten, und es an Spotify anpassen. Ob Spotify damit bei seinen Nutzern auf Gegenliebe stößt, bleibt abzuwarten.

Es gibt Gründe, skeptisch zu sein. Spotify hat es geschafft, die Nutzer dazu zu bringen, etwa ein Drittel der Zeit mit von Spotify erstellten Wiedergabelisten zu verbringen, aber selbst die relativ beliebte „Top Hits“-Wiedergabeliste von heute wird nur von etwa 20 Mio. Nutzern oder etwa einem von zehn Nutzern verfolgt. Man muss also feststellen, dass Spotify zunächst einmal eine Musik-Plattform ist, keine Social-Media-Plattform. Ich schätze die Sache so ein, dass Spotify-Nutzer auf der Plattform eben das hören, was sie hören wollen, und nicht das, was Spotify ihnen anbietet, was eher auf eine Social-Media-Funktion hinweisen würde.

Was ist, wenn es funktioniert?

Dass das neue Feature von Spotify auf funktioniert, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Aber die Risiken sind gering und die Chancen groß. Wenn Spotify zu einer sozialen Drehscheibe für Musiker und Fans werden kann, wird es Druck auf Apples (WKN:865985) Apple Music und Alphabets (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H) Google Play Music und YouTube Music ausüben, die über vergleichsweise wenig Social-Media-Features verfügen. (Apple hat Connect, ein in Apple Music integriertes Social-Media-Feature, 2018 geschlossen, sodass sich Apple anscheinend in die entgegengesetzte Richtung von Spotify bewegt.) Angesichts der Tatsache, dass Apple eine große Bedrohung für Spotify darstellt, schadet es sicher nicht, Funktionen hinzuzufügen.

Der Erfolg mit Storyline würde Spotify auch eine Social-Media-Dimension geben, die mit dem konkurriert, was Facebook und Instagram bereits anbieten. Es ist bereits jetzt möglich, dass Künstler innerhalb einer Instagram-Story auf Spotify verlinken, obwohl nicht klar ist, wie viel Traffic auf diese Weise für Spotify generiert wird. Facebook hat nicht viel Bereitschaft gezeigt, den Bereich von Spotify abzudecken, aber es ist möglich, Musik auf Facebook zu teilen, ohne Spotify zu benutzen. Es ist zwar schwer vorstellbar, dass Spotifys Storyline ernsthaft mit Instagram Stories konkurriert, selbst unter Musikliebhabern und Social-Media-Managern von Bands, aber es ist zumindest leicht zu verstehen, warum Spotify versuchen könnte, hier mitzumischen.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Stephen Lovely auf Englisch verfasst und am 01.06.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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