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Vonovia-Aktie unter Druck: Pläne aus Berlin sorgen für Katerstimmung bei den Investoren

Aktien von Immobilienunternehmen haben ihren Aktionären in den letzten Jahren gute Gewinne beschert. Die Branche befindet sich im Aufwind, denn das Geschäft mit Mietwohnungen läuft schon seit einigen Jahren rund. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken am Horizont auf.

In Deutschland wird ja schon seit einiger Zeit Kritik laut. Es geht dabei hauptsächlich um steigende Mieten und höhere Wohnnebenkosten. Vor allem in den Großstädten gibt es immer weniger Wohnungen und das treibt die Mietpreise in den Ballungszentren immer weiter nach oben. Doch jetzt soll hier wohl energisch gegengesteuert werden.

Ab 2020 will die Berliner Landesregierung Presseberichten zufolge die Wohnungsmieten für fünf Jahre einfrieren. Das wäre für die großen Player der Branche allerdings eine Katastrophe. Als einer der größten Verlierer dieser Maßnahmen ist hier wohl die Firma Vonovia (WKN:A1ML7J) auszumachen.

Alleine in Deutschland besitzt Vonovia 357.673 Wohnungen. Wenn man Österreich und Schweden noch mit dazuzählt, sind es sogar über 394.000 Wohnungen. Die Pläne aus Berlin könnten das Unternehmen hart treffen. Wir schauen mal auf die aktuelle Situation und auf die Aktie von Vonovia.

Vorstoß aus Berlin

Was ist da los in Berlin? Will man jetzt die Gesetze einer freien Marktwirtschaft mit politischer Gängelei außer Kraft setzen? Man könnte es fast denken. Laut einem entsprechenden Eckpunktepapier der Linken-Stadtentwicklungssenatorin von Berlin, Katrin Lompscher, sollen die Wohnungsmieten ab dem Jahr 2020 für fünf Jahre eingefroren werden. Und bei einer Neuvermietung darf höchstens die vereinbarte Miete aus dem vorherigen Mietverhältnis verlangt werden.

An den Märkten ist man entsetzt. Ein Börsianer sagte: „Mit freier Marktwirtschaft hat das nichts mehr zu tun.“ Denn was kommt wohl als Nächstes? Etwa gesetzlich festgelegte Mieten für alle Mietobjekte? Und der Berliner Regierung dürfte auch entgangen sein, dass damit keine einzige Wohnung neu geschaffen wird. Auch Immobilieninvestoren, die helfen könnten, den Wohnungsnotstand einzudämmen, wird die Stadt wohl so nicht anziehen.

Eine klare Absage hat die CDU einem solchen Vorschlag erteilt. Der Mietrechtsexperte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Jan-Marco Luczak, sagte dementsprechend dazu: „Damit gehen wir auf dem Wohnungsmarkt geradewegs in eine Planwirtschaft. Mieten werden staatlich festgesetzt, staatlich überwacht und Vermieter kriminalisiert.“

Man darf gespannt sein, wie es hier weitergeht. Denn die Berliner Mietbremse soll schon in wenigen Tagen beschlossen werden.

Wie reagiert die Vonovia-Aktie?

Dass ein politisches Verbot von Mietsteigerungen in Berlin für die Kurse der Immobilienwerte nicht gerade förderlich ist, dürfte jedem klar sein. Und so ging es auch kräftig abwärts mit den Kursen der entsprechenden Aktien. Die Deutsche Wohnen (WKN:A0HN5C) verlor heute 7,73 % und ADO Properties (WKN:A14U78) 7,26 % an Wert.

Bei Vonovia sah es etwas besser aus. Die Aktie schloss mit 45,49 Euro (06.06.2019), „nur“ 4,67 % niedriger als einen Tag zuvor. Sie ist damit allerdings heute das Schlusslicht im DAX. Doch betrachtet man einmal die langfristige Performance der Vonovia-Aktie, dann stellt man fest, dass sie im 5-Jahres-Vergleich mit einer Steigerung von 114,72 % zu den vier besten DAX-Werten gehört.

Doch Investoren müssen sich jetzt fragen, ob der langfristige Aufwärtstrend von Vonovia anhält oder durch Aktionen wie die Berliner Mietbremse nachhaltig gestoppt werden könnte. Noch ist ja nichts beschlossen und die Politik wäre gut beraten, sich nicht allzu viel in die Gesetze des Marktes einzumischen. Aber man muss natürlich wachsam sein. Denn wie uns der Atomausstieg gezeigt hat, können durch das Eingreifen der Politik, mit E.ON (WKN:ENAG99) und RWE (WKN:703712), auch Unternehmen, die lange als sehr zuverlässig an der Börse galten, unter die Räder kommen.

Was die Aktie von Vonovia betrifft, bleibt abzuwarten, ob die Berliner Mietbremse wirklich umgesetzt werden kann. Denn wenn nicht, bleiben die positiven Aussichten für Vonovia auf jeden Fall weiter bestehen. Anleger sollten meiner Meinung nach erst einmal Ruhe bewahren und verfolgen, wie sich die Ereignisse weiter entwickeln.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.