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Lufthansa-Aktie: Ist jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen, um wieder einzusteigen?

Quelle: Thomas Brantl

Die letzten Monate waren nicht gerade erbaulich für die Flugbranche: verzögerte Flugzeugauslieferungen, Handelskrieg, steigende Energiepreise, Pleiten, Terror und Flug-Shaming. Da kam einiges zusammen und selbst der europäische Champion Lufthansa (WKN:823212) spürte den Gegenwind. Die Aktie fiel von Mitte April bis Anfang Juni um rund ein Viertel. Grund genug, um der Frage nachzugehen, ob die Aktie nun wieder nach oben drehen könnte.

Darum läuft es aktuell nicht rund

Nach dem zweiten Unglück einer 737 Max 8 von Boeing (WKN:850471) schwante mir sofort Böses für die gesamte Branche. Die Lufthansa ist zwar nur am Rande davon betroffen, aber es handelt sich zweifellos um ein Erdbeben. Dass gleichzeitig das Kerosin wieder teurer wurde und das geopolitische Umfeld sich konstant verschlechtert, wirkt ebenfalls negativ.

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Ob das derzeit im Mittelpunkt stehende Klimathema in Verbindung mit Flug-Shaming bereits Effekte zeigt, steht zu bezweifeln, aber man muss befürchten, dass zukünftig der soziale und politische Druck gegen lukrative Fernflüge und unnötige Kurzstrecken steigt.

Im März wurde noch ein erfolgreicher Jahresbericht mit positivem Ausblick vorgelegt. „Der Konzernumsatz soll im mittleren einstelligen Bereich steigen“ und Kostensenkungen sollten etwaige Mehrbelastungen auffangen, um die Marge mehr oder weniger stabil halten zu können. Schon zwei Monate später hörte sich das Ganze nicht mehr ganz so super an. Das erste Quartal sei schwach verlaufen, die bereinigte EBIT-Marge 5 % schlechter als im Vorjahr und das Konzernergebnis mit -342 Mio. Euro tiefrot. Erhöhte Treibstoffkosten und ein intensiver Preiskampf wurden als Gründe genannt.

Was trotzdem für die Aktie spricht

Bei Vorlage des Quartalsberichts lief das zweite Quartal bereits einen Monat und das Management gab sich zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht. Deshalb wurde auch die Jahresprognose nicht nach unten angepasst. Wichtig ist dabei auch, dass die vergrößerte Eurowings schon bald zum Gewinn beitragen soll. Mittelfristig könnte das ein wichtiger Faktor werden. Dass der Ölpreis in den letzten Tagen deutlich nachgab, sollte dabei helfen, die Kosten im Griff zu behalten.

Der für dieses Jahr erwartete Gewinn im Bereich von 2 Mrd. Euro bzw. 4 Euro pro Aktie entspricht einem überraschend niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4 bis 5. Ein solches KGV bedeutet, dass bei effizientem Kapitaleinsatz und einigermaßen stabilem Marktumfeld langfristige Renditen von über 20 % zu erwarten wären. Abgesehen von der voraussichtlich achtbaren Ergebnisentwicklung muss man einfach feststellen, dass ein mächtiger 36-Milliarden-Konzern bei einer Marktkapitalisierung von 8 Mrd. Euro (04.06.) überaus günstig wirkt.

Da die Lufthansa in Europa über jede Menge Größenvorteile verfügt und unheimlich viel in die Entwicklung von innovativen Lösungen zur Verbesserung der Dienstleistungen und zur Steigerung der Effizienz investiert, sollte es gelingen, die Marktposition weiter auszubauen und dabei auch das finanzielle Ergebnis zu verbessern.

Sollte es aufgrund der aktuell zum Teil schwierigen Marktbedingungen doch schlimmer kommen, sichert der hohe Buchwert in Höhe von rund 23 Euro je Aktie komfortabel nach unten ab. Was die Dividende angeht, ist die Gefahr fast vernachlässigbar. Schließlich lag die Ausschüttungsquote zuletzt gerade einmal bei 17 %.

Jetzt also einsteigen?

Ich denke, dass man beim aktuell stark reduzierten Kursniveau als einkommensorientierter Anleger nicht viel falsch machen kann. Egal ob man sich den Umsatz, die Substanz oder die Profitabilität anschaut, wirkt die Aktie stets billig. Trotzdem könnte es eine gute Idee sein, nicht an einem Tag eine große Summe zu investieren, sondern eher schrittweise eine Position aufzubauen. Es herrscht viel Nervosität an den internationalen Börsen und es könnte gut sein, dass aus billig noch superbillig wird.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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