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3 große Biotech-Aktien, die Warren Buffett mögen könnte

Warren Buffett ist ja bekanntlich ein großer Fan von Wettbewerbsvorteilen, die so groß und breit sind, dass man im bildlichen Sinne von Gräben spricht. Diese Wettbewerbsvorteile schützen die Unternehmen vor den Konkurrenten – wie eben die Gräben um eine mittelalterliche Burg, die dadurch vor den Feinden zumindest relativ sicher war.

Das Orakel von Omaha ist bei Biotech-Aktien dann aber ein nicht ganz so großer Fan. Aber wenn er sich mal bestimmte Unternehmen aus der Branche ganz genau ansehen würde, dürften ihm einige Dinge gefallen. Denn auch hier haben Unternehmen starke Gräben, die er ja so sehr schätzt. Die drei großen Biotech-Aktien mit den größten Vorteilen von allen sind Alexion Pharmaceuticals (WKN:899527), BioMarin Pharmaceutical (WKN:924801) und Vertex Pharmaceuticals (WKN:882807). Aber was genau zeichnet diese Unternehmen aus?

1. Alexion

Ein einziges Medikament erwirtschaftete im vergangenen Jahr mehr als 86 % des Gesamtumsatzes von Alexion, der bei 4,1 Milliarden USD lag. Das kann einen eigentlich durchaus beunruhigen. Einerseits. Andererseits ist es so, dass dieses Medikament wenig bis gar keine Konkurrenz hat.

Soliris erhielt 2007 erstmals die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH), einer extrem seltenen genetischen Blutkrankheit. Es war und ist immer noch das einzige Medikament, das die FDA-Zulassung für die Behandlung erhalten hat.

Alexion verfolgte zwei weitere FDA-Zulassungen für Soliris. Im Jahr 2011 erhielt die Biotechnologie die Zulassung für das Medikament zur Behandlung einer weiteren seltenen Erbkrankheit, dem atypischen hämolytischen urämischen Syndrom (aHUS). Alexion erhielt 2017 auch die FDA-Zulassung für Soliris zur Behandlung von Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis (gMG), einer chronischen neuromuskulären Erkrankung.

Soliris hat mittlerweile einen bedeutenden Wettbewerber auf dem Markt. Allerdings handelt es sich dabei um ein Produkt aus dem eigenen Haus – Ultomiris. Die FDA hat Ultomiris im Dezember 2018 zur Behandlung von PNH zugelassen, früher als erwartet. Alexion will in diesem Jahr die Zulassung für das Medikament zur Behandlung von aHUS erhalten. Das Marktforschungsunternehmen EvaluatePharma stuft Ultomiris als die größte Markteinführung eines neuen Medikaments im Jahr 2019 ein und erwartet bis 2024 einen Umsatz von 3,5 Milliarden USD.

2. BioMarin

Die Einnahmequellen von BioMarin sind besser gestreut als die von Alexion. Dennoch scheint der Graben des Biotechs genauso breit zu sein.

Das meistverkaufte Produkt des Unternehmens, Vimizim, erwirtschaftete im vergangenen Jahr fast ein Drittel des Gesamtumsatzes von BioMarin, der bei 1,47 Milliarden USD lag. Vimizim ist die erste und einzige Enzymersatztherapie, die für Patienten mit der seltenen Erbkrankheit Morquio A zugelassen ist.

Kuvan liegt nicht allzu weit hinter Vimizim und trägt rund 29 % zum Gesamtumsatz von BioMarin bei. Das Medikament ist eines von zwei zugelassenen verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Behandlung der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU). BioMarins dritter Verkäufer ist Naglazyme. Es war die erste – und bisher einzige – von der FDA zugelassene Enzymersatztherapie zur Behandlung der seltenen genetischen Erkrankung Mukopolysaccharidose Typ VI (MPS VI).

Auch die anderen Medikamente von BioMarin haben große Vorteile. Aldurazym ist die einzige von der FDA zugelassene Behandlung für MPS I. Brineura ist die einzige Enzymersatztherapie, die für die Behandlung der CLN2-Krankheit zugelassen ist, eine häufige Form der seltenen genetischen Erkrankung Batten-Krankheit. Und im vergangenen Jahr erhielt Palynziq die FDA-Zulassung für die Behandlung von PKU.

3. Vertex

Vertex hat drei zugelassene Produkte auf dem Markt – Kalydeco, Orkambi und Symdeko. Alle drei Medikamente sind für die Behandlung von Mukoviszidose (CF) zugelassen. Und sie sind die einzigen zugelassenen CF-Medikamente, die die zugrunde liegende Ursache der Krankheit behandeln.

Das Biotech ist auch bei der nächsten Generation von CF-Behandlungen führend. Vertex erwartet, dass die FDA-Zulassung für seine erste Triple-Drug-CF-Kombination im dritten Quartal 2019 beantragt wird, Ende des Jahres soll die Zulassung in Europa erfolgen.

Auch AbbVie will mit einer eigenen Triple-Drug-CF-Kombination mit einem von Galapagos lizenzierten Programm durchstarten. Aber der große Pharmazeut liegt noch weit hinter Vertex zurück. Auch eines der potenziell wichtigsten Komponentenmedikamente in AbbVies Combo hat sich in einer klinischen Phase-2-Studie im vergangenen Jahr nicht so gut wie gewünscht erwiesen.

In der Zwischenzeit will Vertex in anderen Bereichen punkten, wo es auch um ein Quasimonopol geht. Das Biotech-Unternehmen kooperierte mit CRISPR Therapeutics bei der Entwicklung von Genbearbeitungsmethoden für seltene Blutkrankheiten wie Beta-Thalassämie und Sichelzellenanämie. Vertex wertet darüber hinaus auch einen Kandidaten in einer klinischen Frühphasenstudie zur Behandlung von Alpha-1-Antitrypsin(AAT)-Mangel bei seltenen genetischen Erkrankungen aus.

Was Buffett dann vielleicht doch nicht mag

Warren Buffett wäre wahrscheinlich nicht über die Bewertungen zweier dieser Biotech-Aktien erfreut. Die Aktien von BioMarin werden zum mehr als 320-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, Vertex immerhin noch zum 27-Fachen.

Es ist jedoch nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht. BioMarin war in der Vergangenheit nicht dauerhaft profitabel, könnte aber ab dem kommenden Jahr ein positives Ergebnis erzielen. Vertex scheint nicht annähernd so teuer zu sein, wenn man die enormen Wachstumsaussichten für das Biotech berücksichtigt. Die Analysten der Wall Street gehen davon aus, dass Vertex seine Erträge in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 45 % jährlich steigern wird.

Andererseits scheint Alexion alles andere als teuer zu sein. Die Aktie wird zu weniger als dem 12-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.

Buffett mag kein großer Fan von Biotechs sein, aber er hat in der Vergangenheit immer mal wieder einige große Pharmaaktien gekauft. Und bei den großen Gräben von Alexion, BioMarin und Vertex könnte er unerwartet viel Freude an diesen Aktien finden.

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The Motley Fool besitzt Aktien von CRISPR Therapeutics und empfiehlt Aktien von BioMarin Pharmaeutical und Vertex Pharmaceuticals. Keith Speights besitzt Aktien von AbbVie und Vertex Pharmaceuticals.

Dieser Artikel erschien am 26.5.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.