The Motley Fool

Übernahme voraus! Infineon ist scharf auf Cypress: Das sollten Investoren jetzt wissen

Foto: Getty Images

Es gibt Neuigkeiten bei einem unserer DAX-Werte. Und zwar gab Chiphersteller Infineon (WKN:623100) am 03.06.2019 den größten Übernahmeversuch in seiner Unternehmensgeschichte bekannt. Aber diese Meldung kam bei den Börsianern anscheinend gar nicht gut an. Denn sie schickten die Infineon-Aktie erst einmal auf Talfahrt.

Und während der DAX noch mit einem leichten Plus aus dem Handel ging, verloren die Infineon-Papiere über 8 % an Wert und waren somit heute das Schlusslicht in unserem Leitindex. Werfen wir also einmal einen Blick auf Infineon und die aktuelle Nachrichtenlage und versuchen herauszufinden, was den Investoren hier eventuell sauer aufstößt.

3 Aktien, die jetzt von der Digitalisierung der Welt profitieren Das Coronavirus verändert nachhaltig die Welt, in der wir leben. Die Digitalisierung der Welt ist nicht mehr aufzuhalten und erfährt aktuelle eine massive Beschleunigung. The Motely Fool hat jetzt 3 Unternehmen identifiziert, die von diesem Mega-Trend in 2020 und den kommenden Jahren stark profitieren werden. Für uns Kerninvestments der neuen, digitalen Welt 2.0. Fordere die kostenlose Analyse jetzt hier ab..

Worum geht es im Einzelnen?

Auf jeden Fall muss Infineon viel Geld in die Hand nehmen. Ganze 9 Mrd. Euro will das Unternehmen hinblättern, um den US-Konkurrenten Cypress Semiconductor (WKN:871117) zu übernehmen. Der größte Teil der Kaufsumme soll durch Kredite aufgebracht werden sowie aus eigenen Barmitteln. Doch rund 2,7 Mrd. Euro will das Management später durch neues Eigenkapital ersetzen. Denn dadurch würde Infineon seine gute Bonitätsnote bei den Ratingagenturen behalten.

Infineon bietet den Cypress-Aktionären 23,85 US-Dollar je Anteil. Dies ist immerhin ein Aufschlag von 34 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Und nimmt man den Durchschnittskurs der Cypress-Aktie der vergangenen 30 Handelstage, entspricht es sogar einem Aufschlag von 46 %. Infineon-Chef Reinhard Ploss räumte dann auch ein: „Es ist ein stolzer Preis, da ist kein Zweifel.“ Man hätte aber den Vorteil im Vergleich zu den Wettbewerbern, die Summe trotz des Abschwungs in der Branche finanzieren zu können.

Aber warum ist Infineon bereit, so tief in die Tasche zu greifen? Ganz einfach. Durch diese Übernahme würde der Konzern zur Nummer acht bei den weltweiten Chipherstellern. Und bei den Herstellern von Chips für die Autoindustrie wäre man dann die Nummer eins. Man setzt hier große Hoffnungen auf die sogenannten „Connectivity“-Komponenten für vernetzte Geräte.

Infineon begründet den Schritt außerdem damit, dass sich die Technologieportfolios beider Unternehmen ergänzen, und sich so großes Potenzial in wachstumsstarken Zielmärkten wie Industrie, Automotive und Internet der Dinge eröffnen. Große Chancen sieht man gerade im Bereich der „Instant on“-Speicher, die zum Beispiel in autonom fahrenden Autos zum Einsatz kommen. Konzernlenker Ploss sagte dazu: „Die geplante Übernahme von Cypress ist ein großer und richtungsweisender Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung von Infineon.“

Die Aktie von Infineon wirkt angeschlagen

Allgemein hält man den Deal am Markt für zu teuer. Und das drückt auf die Infineon-Aktie. Analyst Florian Treisch von der Commerzbank (WKN:CBK100) lobt zwar den strategischen Sinn der Cypress-Übernahme, hält den Kaufpreis allerdings für recht hoch.

Unsicher macht die Anleger auch, wie sich Infineon das Eigenkapital für den Kauf besorgen will. Finanzchef Sven Schneider hielt sich dies erst einmal offen. Und so könnte es etwa auf eine Kapitalerhöhung mit oder ohne Bezugsrecht oder auch auf eine Pflichtwandelanleihe hinauslaufen.

Obwohl Infineon davon ausgeht, dass die geplante Transaktion schon nach dem ersten vollen Jahr nach Abschluss wertsteigernd wirkt, und langfristig mehr als 1,5 Mrd. Euro per annum an Umsatzsynergien erwartet, reagierte die Börse negativ. Die Infineon-Aktie gab stark nach und markierte im Tagesverlauf sogar ein neues 52-Wochen-Tief. Ihr Xetra-Schlusskurs lag dann aber mit 14,79 Euro (03.06.2019) leicht darüber.

Die Infineon-Papiere haben in den letzten zwölf Monaten insgesamt 37,27 % an Wert verloren und bleiben weiter risikoreich. Erst kürzlich hatten sie noch einmal ihr Abwärtstempo gesteigert, als es um den vermeintlichen Lieferstopp an die Firma Huawei ging.

Die geplante Übernahme birgt erst einmal Unsicherheiten, und ob sich die Synergien wirklich so wie erwartet für Infineon auszahlen, wird sich erst später zeigen können. Die Infineon-Aktie ist meiner Meinung nach im Moment eher etwas für mutige Anleger.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Cypress Semiconductor.

Diese Aktien empfehlen wir jetzt zum Kauf

Die Post-Corona Ära: Die neue Normalität +++ Worauf du dich jetzt einstellen solltest +++ Wo die Redaktion des Stock Advisor Deutschland jetzt die größten Kaufchancen sieht+++Die 3 besten Kennzahlen für deinen Sicherheits-Depotcheck+++

Welche Aktien haben jetzt die besten Chancen , in der Post-Corona Ära zu bestehen und davon zu profitieren?

Wir sind fest davon überzeugt, dass Investoren langfristig belohnt werden, wenn sie jetzt bewährte Foolishe Kriterien beachten.

Teste jetzt 30 Tage lang Stock Advisor Deutschland und erhalten sofortigen Zugriff auf alle aktuellen Kaufempfehlungen und Inhalte!

Klick hier für alle Details!