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Überraschung! Warren Buffetts Portfolio hat Marihuana-Exposition

Erst vor wenigen Wochen absolvierte das Orakel von Omaha, Warren Buffett, eine weitere sehr erfolgreiche Hauptversammlung für den seit Jahrzehnten von ihm geführten Mischkonzern Berkshire Hathaway (WKN:854075)(WKN:A0YJQ2). Diese Veranstaltung ist zu einem Mekka für Investmentliebhaber geworden, weil sie es ihnen ermöglicht, sich anzuhören, was einer der erfolgreichsten Buy-and-Hold-Investoren der Welt über die Börse, die Wirtschaft und andere finanzielle Angelegenheiten zu sagen hat.

Aber so, wie die Investoren seit Jahrzehnten zu Buffetts Lieblingsaktien und -industrien strömen, nehmen sie auch zur Kenntnis, wenn er Skepsis gegenüber einem Unternehmen, einer Branche oder einem Trend zeigt.

Buffett und Cannabis passen nicht zusammen

Obwohl es wohl eine der am schnellsten wachsenden Industrien ist, steht Marihuana nicht gerade weit oben auf Buffetts Kaufliste. Um das klarzustellen: Die Branche bietet einige Eigenschaften, die Buffett wahrscheinlich zu schätzen wissen würde, z. B. die Tatsache, dass der Cannabis-Konsum wahrscheinliche einen nichtzyklischen Charakter hat, und die Überlegung, dass man nicht viel neu lernen muss, um sich an dem Geschäft zu beteiligen. Aber wenn man es als Ganzes ansieht, gibt es eine wirklich lange Liste von Gründen, warum Buffett sich von Pot-Aktien fernhält.

So kauft er sich beispielsweise traditionell in bewährte, profitable Geschäftsmodelle ein. Tatsache ist, dass die Mehrheit der Pot-Aktien immer noch operativ Geld verliert, und die Branche hat noch nicht bewiesen, dass sie Durchhaltevermögen hat.

Ein weiteres allgegenwärtiges Problem ist, dass Buffett und sein Team in der Regel nicht auf ihre Aktien aufpassen wollen. Er kauft lieber Unternehmen, die er im Wesentlichen irgendwann einmal in das Portfolio von Berkshire Hathaway gelegt hat und die er nicht babysitten muss. Mit dem Rechtsstatus von Marihuana, der in vielen Ländern unterschiedlich ist und sich ständig ändert, würde der Kauf von Pot-Aktien eine Menge Aufmerksamkeit benötigen, die Buffett einfach nicht zu gewährleisten bereit ist.

Vergiss auch nicht, dass die meisten Pot-Aktien immer noch an der Freiverkehrsbörse (OTC) notiert sind, nicht an einer großen US-Börse. Weder die New York Stock Exchange noch die Nasdaq werden es Unternehmen, die eine staatlich verbotene Substanz in den Vereinigten Staaten verkaufen, wie z. B. Marihuana, erlauben, ihre Stammaktien zu listen. Buffett seinerseits konzentriert sich darauf, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die an großen Börsen notiert sind.

Wie ich schon sagte, gibt es eine ziemlich lange Liste von Gründen für Buffett, Marihuana-Aktien nicht zu kaufen.

Aber Buffett hat bereits Marihuana-Investitionsrisiken!

Vor Kurzem legte er bei seiner Anti-Cannabis-Rhetorik noch einmal nach, als er von der Fox-Business-Network-Moderatorin Liz Claman nach der Möglichkeit gefragt wurde, dass Coca-Cola in die Marihuana-Industrie eintritt. Buffett sagte: „Es wäre ein Fehler für Coca-Cola, in das Marihuana-Geschäft einzusteigen. Sie haben ein gesundes Image und das wäre schädlich dafür.“

Dennoch, was man überraschend finden könnte, ist, dass von den 47 separaten Wertpapieren, die Berkshire Hathaway am Ende des ersten Quartals besaß, mindestens eine Handvoll bereits ein gewisses Maß an Exposition in der Marihuana-Industrie hat.

Wie von meinem Motley-Fool-Kollegen Jason Hall erwähnt, steckten fast 95 Mrd. US-Dollar von Berkshires Gesamtinvestitionen in Finanzdienstleistungsunternehmen, einschließlich großer Investitionen in die Bank of America (WKN:850471C), Wells Fargo (WKN:857949) und JPMorgan Chase (WKN:850628). Bis zum vergangenen Wochenende besaß Berkshire Aktien der Bank of America im Wert von fast 25,5 Mrd. US-Dollar, Aktien von Wells Fargo im Wert von 18,7 Mrd. US-Dollar und Aktien von JPMorgan Chase im Wert von 6,6 Mrd. US-Dollar.

Was diese besonderen Namen von der Masse abhebt, ist, dass sie in ausgewählten US-Bundesstaaten Marihuana-Unternehmen die Einrichtung von Giro- und/oder Sparkonten sowie den Zugang zu grundlegenden Bankdienstleistungen ermöglicht haben, zu denen auch traditionelle Kredite und Kreditlinien gehören.

Laut einer Anfang 2017 veröffentlichten Studie, die von der Zeitschrift American Banker in Auftrag gegeben wurde, hatten 34 % der Unternehmen, die zwischen Juni 2015 und September 2016 den Betrieb einer medizinischen Marihuana-Apotheke in Massachusetts beantragt hatten, ein Bankkonto bei einer der vier großen Banken der Vereinigten Staaten: Bank of America, Wells Fargo, JPMorgan Chase oder Citigroup, der einzigen großen Bank, an der Buffetts Berkshire Hathaway derzeit keine Anteile hält. Die Studie stellt weiter fest, dass die Bank of America diesen Unternehmen am entgegenkommendsten erschien, da etwas mehr als die Hälfte aller Bewerber um medizinische Cannabis-Lizenzen ein Konto bei der Bank hatten.

Das ist ein interessanter Befund, da Cannabis immer noch eine bundesstaatlich illegale Substanz (auf der sogenannten Schedule I) ist, sodass von den meisten Banken erwartet wird, dass sie Marihuana-Geschäfte überhaupt nicht unterstützen, aus Angst vor Strafverfolgung und/oder Geldstrafen. Ein Bankengesetz, das aktuell auf dem Weg durch den Kongress ist (der SAFE Banking Act), gibt jedoch Hoffnung, dass sich der US-Cannabis-Industrie in den kommenden Monaten und Jahren neue Banktüren öffnen werden.

Der Punkt, auf den es hier ankommt, ist, dass der Gesamtanteil der Einnahmen in US-Dollar durch die Marihuana-Industrie wahrscheinlich sehr klein ist, aber Buffetts Finanzdienstleistungsportfolio zumindest eine gewisse Cannabis-Exposition aufweist.

Andererseits gibt es andere Wege über das Bankwesen hinaus, die Buffetts Cannabis-Beteiligung erhöhen könnten. Zum Beispiel hat der Snackhersteller Mondelez International davon gesprochen, dass man erwäge, Cannabidiol (CBD) zu verwenden, das nichtpsychoaktive Cannabinoid, das am bekanntesten für seine wahrgenommenen medizinischen Vorteile ist, und zwar in seinen beliebten Chips Ahoy Cookies, Cadbury Chocolates, Nilla Wafers und Nutter Butter Cookies. Berkshire hält derzeit einen Anteil im Wert von 30 Mio. US-Dollar an Mondelez.

Unabhängig davon, ob Buffett bereit ist oder nicht, kann Cannabis eine Rolle bei der Performance des Anlageportfolios von Berkshire Hathaway spielen.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 22.05.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien und empfiehlt Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt die Nasdaq.

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