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Amazon will deinen Körper … scannen

Foto: Getty Images

Es scheint, dass Amazon (WKN:906866) sich immer mehr mit Biometrie beschäftigt.

Daneben berichten Nachrichtenagenturen, dass das Unternehmen eine Smartwatch entwickelt, die die Emotionen des Trägers erkennen kann. Amazon ist auch gerade dabei, eine bessere Body-Modeling-Technologie zu entwickeln.

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Laut einem von Mashable gesichteten Beitrag entlohnt das Unternehmen jeden Erwachsenen, der eines der zwei New Yorker Büros aufsucht und 30 Minuten an einer Body-Scanning-Studie teilnimmt, mit einem Amazon-Geschenkgutschein im Wert von 25 US-Dollar.

Details

Der Anzeige zufolge versucht Amazon, „die Vielfalt der Körperformen kennenzulernen“. Es heißt auch, dass „die Kommentare und Daten der Teilnehmer ausschließlich für die interne Produktforschung und nicht für Marketingzwecke verwendet werden.“ Amazon verlangt von den Teilnehmern, eine Geheimhaltungsvereinbarung zu unterzeichnen und das, was sie in der Studie erlebt haben, vertraulich zu halten.

Amazon macht nicht deutlich, für welche Geschäfts- oder Forschungszwecke die Daten verwendet werden, aber die Anmeldeseite der Studie besagt, dass Fotos sowohl in Alltagskleidung als auch in körperbetonter Kleidung gemacht werden, die das Unternehmen bereitstellt, einschließlich Bikinis für Frauen. Dieses Detail scheint darauf hinzudeuten, dass die Studie auf die Bekleidungsinitiativen von Amazon ausgerichtet ist, da das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung eigener Bekleidungsmarken gemacht hat. Die Größenbestimmung gestaltet sich bei Kleidung als schwierig, daher wären solche Informationen wertvoll, da das Unternehmen darauf abzielt, die Anzahl der Retouren wegen ungenauen Größenbestimmungen zu begrenzen und bessere Kleidung zu entwerfen.

Die Studie wird von Amazon Body Labs geleitet. Diese Abteilung ist im Jahr 2017 nach der Übernahme von Body Labs durch Amazon für zwischen 50 und 70 Mio. US-Dollar entstanden. Body Labs ist auf 3D-Körperscans spezialisiert.

Risiken

Obwohl Body Labs hauptsächlich für die Modebranche arbeitet, liegen seine Anfänge in der Strafverfolgung. Die verwendete Technologie wurde ursprünglich entwickelt, um einen Mord aufzuklären.

Ein riesiges Unternehmen wie Amazon, das Informationen über einzelne Körper sammelt, kann dem aktuellen Zeitgeist bei der Datennutzung zuwiderlaufen. Unternehmen wie Facebook sind kürzlich wegen Datenschutzproblemen in die Kritik geraten, und die Amerikaner achten zunehmend darauf, ihre personenbezogenen Daten von Big Data zurückzubekommen.

Obwohl Amazon keine Strafverfolgungsabsichten mit den Scans zu haben scheint, ist das Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, da es seine Gesichtserkennungstechnologie namens Rekognition an Strafverfolgungsbehörden verkauft hat. Das trug zu einer Gegenreaktion gegen die Pläne zur Eröffnung einer neuen Zentrale in New York (die das Unternehmen später aufgab) bei. Zudem ist der Technologieriese auch von der American Civil Liberties Union und ähnlichen Organisationen kritisiert worden, weil man Rekognition an die Polizei verkauft hat.

Angesichts dieser Entwicklung und kürzlich entdeckter Dokumente, die darauf hindeuten, dass Amazon an einer emotionserkennenden Smartwatch arbeitet, könnte es dazu kommen, dass das Unternehmen einen Teil seines Kundenstamms vergrault oder fortan als „gruselig“ bezeichnet wird. Amazon ist heute eines der wertvollsten Unternehmen der Welt und muss sein Image und seinen Ruf pflegen. In der Vergangenheit war es Ziel von Kritik zu Themen wie Mitarbeiterlöhne, gezahlte Steuern und ökologische Nachhaltigkeit.

Gedämpfte Reaktionen — bisher

Was den Body Scan selbst betrifft, so ist das nun das zweite Jahr, in dem Amazon die Studie betreibt; es scheint ein nur moderater Schritt in den Bemühungen, biometrische Daten zu sammeln, zu sein. An sich hat es auf Twitter bisher keine großen Bedenken geweckt. Die meisten Kommentatoren richteten ihren Zorn gegen Amazon, weil das Unternehmen nicht genug für die Scans bezahlt hat, und nicht wegen Datenschutzbedenken. Aber es gab auch Kommentare von einigen, die die Idee allgemein nicht zu mögen schienen.

Es ist nicht verwunderlich, dass Amazon einen solchen Ansatz im Rahmen seines Vorstoßes in die Bekleidungsindustrie verfolgt. Das Unternehmen sieht die Datenerfassung als einen wichtigen Schritt zur Entwicklung eines Wettbewerbsvorteils in fast jeder Branche, in der es tätig ist. Da Amazon eine Reihe von intelligenten Technologien wie Alexa, Gesichtserkennung und sogar Emotionssensoren entwickelt, spielen Körperscans bei seinen technologischen Ambitionen eine potenzielle Rolle.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 23.05.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Facebook und Twitter.

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