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Ein langer Anlagehorizont und Durchhaltevermögen: So übersteht man auch heftige Kurskorrekturen relativ entspannt

Die Deutschen sind ein Volk von Aktienmuffeln. Die Investition in Dividendenpapiere ist hierzulande nicht gerade populär. Dabei sollte sich das ja eigentlich 1996 mit dem Börsengang unserer Deutschen Telekom (WKN:555750) ändern.

Und tatsächlich hat die Aktion mit der Volksaktie viele neue Aktionäre hervorgebracht. Doch haben sich viele Anleger die Finger verbrannt. Das hatte nicht nur mit der Deutschen Telekom selbst zu tun, sondern natürlich auch mit den zwei großen Korrekturen, die wir seit 2000 an den Börsen erlebt haben.

Jetzt, nachdem die Börsen schon seit zehn Jahren haussieren, kommt das Interesse der Menschen für die Börse langsam zurück. Aber viele begegnen der Aktienanlage immer noch skeptisch. Doch woher kommt eigentlich die Zurückhaltung der Leute, wenn es um Aktien geht?

Ganz einfach, man hat Angst, die Kurse könnten fallen, und dass man dadurch dann Geld verliert. Doch ist es wirklich so gefährlich, sich an die Börse zu wagen? In diesem Artikel geht es darum, interessierten Menschen die Angst vor einer Kurskorrektur zu nehmen, indem zwei Sachen beleuchtet werden, über die man sich so vielleicht noch nie Gedanken gemacht hat.

Zwei Arten von Verlusten

Wie schon angesprochen, haben viele, die investieren wollen, Angst, ihr Geld zu verlieren. Deshalb an dieser Stelle der Tipp, wirklich nur das Geld in Aktien zu stecken, das für nichts anderes verwendet werden soll, und so langfristig zur Verfügung steht.

Wenn man mit einem langen Anlagehorizont an der Börse agiert, wird man ihn früher oder später selbst erfahren. Und zwar den Unterschied, mit welchem Geld man Verluste macht. Wie meine ich das?

Nehmen wir einmal Anleger A, der gerade das erste Mal in Aktien investiert hat. Er hat Dividendenpapiere für insgesamt 10.000 Euro erworben. Doch dummerweise kurz vor einem unerwarteten Crash. Vier Wochen später sind von den 10.000 Euro noch knapp 6.000 Euro übrig. Hier ist jetzt vermutlich Trübsal eingekehrt, denn er hat ja 4.000 Euro real investiertes Geld verloren. Zumindest auf dem Papier. Wirklich verloren hat er es ja erst, wenn er seine Positionen mit Verlust verkauft.

Kommen wir jetzt zu Anleger B, der schon vor zehn Jahren 10.000 Euro in Aktien angelegt hat. Auch er hat erst einmal Verluste hinnehmen müssen, ist aber investiert geblieben. Und das hat sich gelohnt. Denn kurz vor dem Crash, dem auch Anleger A zum Opfer gefallen ist, steht sein Depotwert mittlerweile bei 30.000 Euro. Er bleibt investiert und so erwischt ihn der Kursabschwung von 40 % ebenso wie Anleger A.

Und somit hat Anleger B am selben Tag, an dem Anleger A verärgert auf seine verbliebenen 6.000 Euro blickt, auch nur noch 18.000 Euro Depotwert vorzuweisen. Ich könnte wetten, obwohl Anleger B rechnerisch dreimal so viel Geld verloren hat wie Anleger A, wird er dennoch wesentlich ruhiger schlafen können. Denn er hat ja noch seine investierten 10.000 Euro und ist sogar immer noch in der Gewinnzone.

Merkst du den Unterschied? Verliert man sein eingesetztes Geld, schmerzt dies in der Regel mehr, als wenn nur die Buchgewinne dahinschmelzen. Deshalb ist es so wichtig, durchzuhalten und lange investiert zu bleiben.

Da gibt es noch etwas

Wir wissen jetzt, wie wichtig es ist, an der Börse lange durchzuhalten. Und dabei gibt es noch einen Aspekt, den man bedenken muss. Mit längerer Haltedauer sollten natürlich auch unsere Aktien deutliche Wertzuwächse verzeichnen.

Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt ins Spiel. Bei Börsenkrisen wie zum Beispiel dem Platzen der Technologieblase 2000 oder der Finanzkrise 2008/2009 sinken die Kurse in der Regel ja nicht auf null. Aber Kursverluste von mehr als 50 oder 60 % sind in Extremfällen durchaus möglich.

Doch das muss Langfristinvestoren nicht unbedingt total nervös machen. Denn hat man Aktien im Depot, die schon 200 % oder mehr gestiegen sind, sieht die Rechnung trotzdem immer noch recht gut aus. Es ist ja ganz klar, fällt der Markt um insgesamt 50 % und die Aktien im Depot mit ihm, verzeichnet man bei einer Aktie, die vorher schon 200 % im Plus war, immer noch einen Kursgewinn von 50 %.

Das bedeutet, je höher die Kurse seiner Aktien klettern, je geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anleger tatsächlich einen Teil seines real investierten Kapitals verliert! Das klingt doch fantastisch, oder?

Und gute Aktien können sehr viel Ertrag erwirtschaften. Sogar normale DAX-Werte wie SAP (WKN:716460) oder Adidas (WKN:A1EWWW) sind im Zeitraum von zehn Jahren um mehr als 200 % gestiegen. Bei SAP waren es 276 % und bei Adidas sogar 886 % Kursplus in den letzten zehn Jahren. Und die Dividenden sind hierbei noch gar nicht mit berücksichtigt.

Fazit

Anleger, die einen langen Anlagehorizont mitbringen und sich selbst bei ihren langfristig gesteckten Zielen treu bleiben, sollten auch schwere Kursturbulenzen etwas gelassener überstehen können.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.