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Der Preis für hohe Renditen

Mein sehr geschätzter Ex-Kollege Morgan Housel führte einmal die Geschichte der Investition von Warren Buffett in die Washington Post aus. Diese ist eine der lehrreichsten überhaupt, jeder Anleger sollte sie kennen und die Lektionen daraus verinnerlichen.

Die Geschichte beginnt damit, dass die Washington Post Anfang der 70er Jahre ein großes Risiko einging. Die Zeitung entschied sich damals, über den Watergate-Skandal zu berichten. Die Berichterstattung darüber führte zu einem Schock bei der Aktie der Washington Post. Der Aktienkurs sank zwischen 1972 und 1974 um mehr als 60 %.

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Warren Buffett erkannte darin eine Gelegenheit. Er begann mit dem Kauf der Aktie im Jahr 1973. Das war eine gute Entscheidung, die zu einer seiner erfolgreichsten Investitionen wurde. Morgan rechnete nach, dass Warren Buffett in den 40 Jahren, in denen er die Aktie hielt, eine Gesamtrendite von mehr als 19.000 % erreichte.

Das klingt nach einer großartigen Geschichte, die jeder von uns gerne einmal über eine seiner Investitionen erzählen möchte. Die Wahrheit darüber ist jedoch, dass die meisten Anleger das wahrscheinlich nicht schaffen werden. Denn ich habe die Geschichte nur unvollständig erzählt. Es gibt eine Realität, der viele Anleger nicht in die Augen schauen wollen.

Nach dem ersten Einstieg von Buffett in die Washington Post fiel die Aktie sofort um 40 %. Auf diesem Niveau saßen die Aktien zwei Jahre lang.

Zwei lange Jahre sah Warren Buffett wie der letzte Depp aus, weil er diese schlechte Investition tätigte.

An diese Tatsache erinnern mich immer wieder E-Mails von Lesern von Fool.de. Gerade erst hat mich eine Nachricht eines Bloggers erreicht. Zweier seiner Leser haben jeweils eine Aktie gekauft, zu der sie zuvor eine positive Meinung auf unserer Website gelesen haben. Leider haben beide Aktien innerhalb kurzer Zeit eine vergleichbare Entwicklung hingelegt, wie die Aktie der Washington Post in den ersten zwei, drei Jahren für Warren Buffett.

Abgesehen davon, dass wir auf Fool.de für eine große Meinungsvielfalt stehen, weshalb man idealerweise sowohl positive als auch negative Meinungen zu einer bestimmten Aktie lesen kann, ist eine solche Erfahrung sehr schmerzlich. Den verursachten Ärger kann ich auf der einen Seite daher auch nachvollziehen.

Es gibt jedoch zwei Dinge, die man sich beim Kauf einer Aktie unbedingt bewusst machen sollte.

Erstens gibt es keine garantierten Gewinne. Selbst die besten Investoren haben über einen längeren Zeitraum keine Trefferquoten, die 60 % überschreiten. Das heißt, dass selbst die besten Investoren mit knapp der Hälfte all ihrer Investitionen falsch liegen.

Noch wichtiger ist jedoch die Lektion, die Warren Buffett uns mit seiner Investition in die Washington Post lehrt. Selbst ein Gewinner kann über einen längeren Zeitraum (immerhin wenige Jahre) wie ein Verlierer aussehen.

Der Investor Howard Marks brachte dies einmal so auf den Punkt:

„Urteile, die sich als korrekt herausstellen, tun das nicht unbedingt sehr frühzeitig. Also selbst die besten Investoren werden immer wieder lange Zeit so aussehen, als ob sie falsch liegen. Wenn du damit nicht leben kannst, versuch es mit einem anderen Bereich [als dem Investieren].“

Die Kunst dabei ist zu verstehen, warum eine Investition wie ein Verlierer aussieht und wie hoch die zukünftigen Gewinnwahrscheinlichkeiten sind. Warren Buffett hat hier offenbar die richtige Einschätzung getroffen.

Und er sagt nicht umsonst: „Du solltest keine Aktien besitzen, wenn eine 50%ige Abwertung dieser in einer kurzen Zeit akuten Stress in dir auslösen würde.“

In der Tat ist das etwas, das jedem großen Gewinner über einen längeren Zeitraum passieren kann und in den meisten Fällen passieren wird. Sehr häufig sogar mehr als nur einmal.

Nur eines von zahllosen Beispielen, die ich aufführen könnte, ist die Aktie von Chipotle Mexican Grill.  Seit 2006 hatte die Aktie drei Fälle, in denen sie sich circa halbierte; zweimal davon verlor sie sogar deutlich mehr als die Hälfte ihres Wertes. Trotzdem hat sich die Investition seitdem mehr als verzehnfacht.

Besonders die ganz großen Gewinner zeigen solche Entwicklungen immer wieder und sehr ausgeprägt. Netflix hatte auf ihrem Weg zur mehr als Ver-300-Fachung fünf Episoden mit mehr als 50 % Kursverlust, zwei davon mit mehr als 70 % minus und beide über einen Zeitraum von einigen Monaten bis anderthalb Jahren, ohne dass sie sich wesentlich erholte.

Im Durchschnitt verloren die Aktien der Washington Post alle fünf Jahre ein Fünftel oder mehr ihres Wertes, während Buffett die Aktien hielt.

Viele Anleger schaffen es leider nicht, ihre Aktien in solchen Zeiten zu halten.

Bei jedem solcher großen Rückschläge klagen Investoren auf der ganzen Welt über dasselbe: Diese Aktie ist defekt. Diese Firma ist ein Witz. Der Markt hat mich betrogen. Dieser CEO sollte entlassen werden. Ich habe einen Fehler gemacht, als ich diese Aktie gekauft habe. Ich wurde bei dieser Aktie schlecht beraten. Und dann verkaufen sie – gerade zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Aktien zu erholen beginnen.

Wenn es also nur eine Sache gäbe, die ich langfristig orientierten Anlegern mit auf den Weg geben dürfte, dann wäre es die folgende: Man sollte sich diese Tatsachen zu Herzen nehmen. Nichts ist garantiert, aber kann man so etwas für sechs Monate aussitzen? Ein Jahr? Fünf Jahre? Meistens ist das alles, was man braucht, um vorwärts zu kommen, wenn man in gute Unternehmen investiert.

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Offenlegung: Bernd besitzt Aktien von Chipotle Mexican Grill und Netflix. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Chipotle Mexican Grill und Netflix.

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