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Soll man jetzt groß bei Tencent Music Entertainment einsteigen?

Foto: Getty Images

Chinas größtes Musik-Streaming-Unternehmen, Tencent Music Entertainment (WKN:A2N7WQ) hat kürzlich die Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt. Das war schon beeindruckend – der Umsatz stieg um 39 % jährlich auf 5,74 Milliarden RMB (rund 855 Millionen US-Dollar) und übertraf damit die Schätzungen um etwa 5 Millionen US-Dollar.

Der operative Gewinn stieg damit jährlich um 23 % auf 1,15 Milliarden RMB (171 Millionen US-Dollar). Der bereinigte Nettogewinn wuchs um 15 % auf 1,2 Milliarden RMB (173 Millionen US-Dollar) bzw. 0,11 US-Dollar pro Aktie, was die Erwartungen um einen Cent übertraf. Die Aktien von Tencent Music brachen nach dem Bericht allerdings ein. Wahrscheinlich lag es an dem Abverkauf, dessen Ursache in den steigenden Zöllen und den Sorgen um den Handelskrieg zu suchen ist.

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Das Kerngeschäft von Tencent Music ist jedoch nicht diesen Problemen ausgesetzt und die Aktie sieht im Verhältnis zum langfristigen Wachstumspotenzial recht günstig aus. Sollten Investoren also die Sorgen in den Wind schießen und hier schnell zuschlagen?

Das Kerngeschäft von Tencent Music

Tencent Music schafft Einnahmen auf eine andere Weise als Spotify (WKN:A2JEGN), Apple (WKN:865985) Music oder Pandora von Sirius XM (WKN:A1W8XE). Spotify und Apple Music sind hauptsächlich auf Abonnementgebühren angewiesen, während Pandora den größten Teil seiner Einnahmen aus dem Geschäft mit Anzeigen holt.

Die Onlinemusiksparte von Tencent Music, die aus dem Zusammenschluss der größten Streaming-Plattformen Chinas hervorgegangen ist, generiert ihre Umsätze aus Abonnementgebühren, Anzeigen und digitalen Downloads. Der wichtigste Wachstumsmotor des Unternehmens ist jedoch die Social-Entertainment-Geschäftseinheit, die wiederum den größten Teil ihres Umsatzes mit WeSing generiert. Dabei handelt es sich um eine Live-Streaming-Karaoke-App, mit der Zuschauer virtuelle Geschenke und Konzertkarten kaufen können.

Im ersten Quartal stammten 28 % des Umsatzes von Tencent Music aus dem Onlinemusikgeschäft. Die restlichen 72 % kamen aus dem Bereich Social Entertainment. So schnitten die beiden im Laufe des Quartals ab:

Umsatzwachstum im Q1 Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahr
Onlinemusik 6 % 28 %
Social Entertainment 6 % 44 %
Gesamt 6 % 39 %

Quelle: Tencents Einnahmebericht

Das Wachstum von Tencent Music gegenüber dem Vorjahr sieht solide aus, aber das Wachstum gegenüber dem Vorquartal ist schon weniger beeindruckend. Das Umsatzwachstum von 39 % im ersten Quartal zeigte auch eine Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 51 % im vierten Quartal.

Die wichtigsten Wachstumskennzahlen

Das Wachstum des Onlinemusikgeschäfts lässt sich an bezahlten Nutzern, Abonnementeinnahmen, dem ARPPU („average revenue per paid user“, durchschnittlicher Umsatz pro bezahltem Nutzer) und den gesamten mobilen monatlich aktiven Nutzern („monthly active users“, MAUs) messen.

Onlinemusik Gesamt Wachstum ggü. Vorquartal Wachstum ggü. Vorjahr
Zahlende Nutzer 28,4 Millionen 5,2 % 27,4 %
Umsatz mit Abos 710 Millionen RMB 2,2 % 25,7 %
ARPPU 8,3 RMB (3,5 %) (1,2 %)
Mobile MAUs 654 Millionen 1,6 % 4,6 %

Quelle: Tencents Einnahmebericht

Das Wachstum dieses Geschäfts verlangsamt sich deutlich, aber es bindet mehr zahlende Kunden. Leider sinkt der ARPPU weiter, da sich mittlerweile mehr Abonnenten für die günstigeren Optionen entscheiden, die nur 12 RMB (1,75 US-Dollar) pro Monat kosten.

Das Wachstum des Social-Entertainment-Geschäfts wird indes an dem Wachstum der zahlenden Nutzer, ARPPUs und mobilen MAUs gemessen.

Social Entertainment Gesamt Wachstum ggü. Vorquartal Wachstum ggü. Vorjahr
Zahlende Nutzer 10,8 Millionen 5,9 % 12,5 %
ARPPU 127,5 RMB 0,6 % 28,.1 %
Mobile MAUs 225 Millionen (1,3 %) 0,4 %

Quelle: Tencents Einnahmebericht

Auch hier ist es recht durchwachsen. Das MAU- und ARPPU-Wachstum der Plattform scheint seinen Höhepunkt zu erreichen, aber man macht große Fortschritte dabei, aus Gratisnutzern zahlende Kunden zu machen. Vermutlich, weil die Topkanäle mehr und mehr Zuschauer locken.

Das Wachstum von Tencent Music verlangsamte sich, andererseits aber auch die Ausgaben. Die Betriebskosten stiegen im Laufe des Quartals nur um 28 % jährlich und lagen damit deutlich unter dem Umsatzwachstum. Alles in allem sollte diese Entwicklung dem Unternehmen helfen, profitabler zu werden.

Das Unternehmen gab keine genaue Prognose für das Gesamtjahr ab, aber Analysten gehen davon aus, dass der Umsatz und das bereinigte Ergebnis um 39 bzw. 8 % steigen werden. Aber im Geschäftsjahr 2020 erwarte man, dass der Umsatz um 35 % und der Gewinn pro Aktie um mehr als das Doppelte steigen wird – was eine tolle Wachstumsrate für eine Aktie ist, die zu weniger als dem 18-Fachen der erwarteten Einnahmen gehandelt wird.

Man erwartet, dass Spotify, das eine große Beteiligung an Tencent Music hält, auf absehbare Zeit nicht profitabel wird. Auch Apple Music holt keine großen Gewinne rein.

Die riskante Chance

Tencent Music ist immer noch eine Topwahl für Streaming-Musik, steht aber vor zwei kurzfristigen Problemen. Erstens wird der Handelskrieg wahrscheinlich die meisten chinesischen Aktien betreffen, ganz gleich, ob auf sie Zölle erhoben werden oder nicht. Zweitens wurde in China gegen das Unternehmen wegen Kartellverstößen ermittelt – was jetzt nicht verwunderlich ist, da es etwa drei Viertel des landesweiten Streaming-Musikmarktes kontrolliert.

Dennoch könnten langfristig denkende Anleger, die mit Volatilität leben können, hier gut belohnt werden. Tencent Music bekommt mehr und mehr zahlende Nutzer, die nach wie vor nur einen winzigen Teil der gesamten MAUs ausmachen.

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Leo Sun besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple und Sirius XM Radio. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel erschien am 14.5.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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