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Ist die Partnerstrategie von Aurora Cannabis genial oder schlicht dumm?

Foto: Getty Images

Man sollte erst einmal nicht davon ausgehen, dass Aurora Cannabis (WKN:A12G7S) eine nennenswerte Investition von einem großen Konzern außerhalb der Cannabis-Industrie erhält. Es ist damit also eher unwahrscheinlich, dass man viel Geld reinholt, wie es bereits Canopy Growth (WKN:A140QA) oder Cronos Group (WKN:A2DMQY) getan haben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Aurora hat auf diese Art von Deal schlicht keine Lust.

Der Chief Corporate Officer von Aurora sagte in einem Interview mit MarketWatch Anfang des Monats, dass das Unternehmen „einen anderen Ansatz“ für Partnerschaften außerhalb der Cannabis-Industrie verfolge. Klar, Aurora will durchaus einen wichtigen Partner. Aber man will für einen solchen Deal eben auch nicht große Anteile rausrücken.

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Ist die Partnering-Strategie von Aurora also sinnvoll? Oder könnte es sich viel eher um einen großen Fehler handeln?

Warum diese Strategie Sinn macht

Laut Battley kamen die Führungskräfte von Aurora erst nicht auf die Idee, einen anderen Ansatz für Partnerschaften zu wählen. Im März holte Aurora den Milliardär Nelson Peltz als strategischen Berater ins Boot. Peltz empfahl dem Unternehmen, keinen Weg einzuschlagen, bei dem die Kontrolle über Aurora am Ende an ein größeres Unternehmen übertragen werden könnte.

Dieses Szenario droht sowohl Canopy Growth als auch Cronos Group. Viele gehen davon aus, dass es früher oder später so kommen wird. Constellation Brands hält 38 % der Anteile an Canopy und verfügt über Optionsscheine, die den Anteil auf über 50 % erhöhen könnten. Ähnlich verhält es sich mit dem Tabakriesen Altria, dem 45 % von Cronos gehören.

Peltz riet dem Management von Aurora jedoch, lieber unabhängig zu bleiben. Und anstatt sich mit nur einem großen Unternehmen außerhalb der Cannabis-Industrie zusammenzuschließen, riet er Aurora, mehrere Partner in mehreren Branchen zu suchen, in denen Cannabis bald eine große Rolle spielen dürfte. Auroras CEO Terry Booth und der Rest der Chefetage folgten dem Rat von Peltz.

Dieser Ansatz hat zwei wesentliche Vorteile. Erstens könnten die Aktionäre von Aurora langfristig noch höhere Renditen erzielen, wenn das Unternehmen als eigenständige Einheit Erfolg hat. Zweitens ermöglicht dieser Ansatz es Aurora, mit mehreren großen Unternehmen außerhalb der Cannabis-Industrie zusammenzuarbeiten – und nicht allein mit einem Unternehmen. Somit dürften sich die Erfolgsaussichten erhöhen.

Aurora ist nicht das einzige große kanadische Cannabis-Unternehmen, das diese Partnering-Strategie nutzt. Auch Tilray hat bisher noch keine Anteile an einen Partner abgegeben. Das Unternehmen hat sich dafür bereits mit Konzernen aus verschiedenen Branchen zusammengeschlossen: dem großen Pharmakonzern Novartis, dem Bierhersteller Anheuser-Busch InBev und dem Konsumgüterunternehmen Authentic Brands Group. Tilrays Ansatz ist derzeit wohl der größte Wettbewerbsvorteil.

Die Nachteile dieser Idee

Die Strategie zur Gewinnung von Partnerschaften, die Aurora verfolgt, ist nicht perfekt. Auch wenn es den Aktionären des Unternehmens langfristig gefallen dürfte, könnte schnell berechtigte Kritik laut werden, dass das Fehlen eines wichtigen Equity-Partners Aurora zurückhält.

Man kann sagen, dass die Performance der Aktie auch ohne einen großen Partner wirklich gut war. Und das ist wahr.

Aber die Marktkapitalisierung von Aurora beträgt nur etwas mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung von Canopy Growth. Aurora hat dafür eine größere Produktionskapazität, die stärkere internationale Präsenz und ist außerdem auf dem legalen Cannabis-Markt in Kanada Canopy als Nummer 2 eng auf den Fersen. Die plausibelste Erklärung dafür, warum die Marktkapitalisierung von Canopy so viel höher ist als die von Aurora, ist, dass Canopy einen großen Partner hat und Aurora eben nicht.

Ein weiterer Nachteil von Auroras Partnerschaftsansatz ist, dass damit die Unmengen an Cash fehlen, die ein großer Partner reinspülen kann. Canopy Growth hatte Ende 2018 einen Cash-Bestand von mehr als 4,9 Milliarden Kanadischen Dollar. Aurora hingegen verfügte Ende letzten Jahres gerade mal über 88,2 Millionen Kanadische Dollar an liquiden Mitteln.

Canopy Growth ist also mit genügend Barmitteln ausgestattet, um seine Expansion zu finanzieren. Derweil muss Aurora zusätzliches Bargeld beschaffen, indem man entweder mehr Schulden aufnimmt oder neue Aktien ausgibt. Das Unternehmen hat im April angekündigt, dass es regulatorische Unterlagen eingereicht habe, um bis zu 750 Millionen US-Dollar durch die Ausgabe neuer Wertpapiere zu beschaffen. Das Hauptproblem bei der Ausgabe neuer Aktien ist natürlich, dass so der Wert der bestehenden Aktien verwässert wird.

Es gibt noch einen weiteren potenziellen Nachteil bei der Herangehensweise von Aurora. Es ist durchaus möglich, dass ein großer Partner außerhalb der Cannabis-Industrie darauf besteht, eine Beteiligung an seinem Cannabis-Partner zu erwerben. Aurora könnte bei einem großen Partnerschaftsabkommen möglicherweise die Oberhand verlieren, wenn man sich dabei als zu halsstarrig erweist. Mag sein, dass es sich am Ende als kein Problem herausstellt, aber es ist auch denkbar, dass Altria und Constellation Brands nicht mit Cronos und Canopy zusammengearbeitet hätten, wenn die beiden Cannabis-Produzenten nicht bereit gewesen wären, auf Beteiligungen zu verzichten.

Abwarten und Tee trinken

Wenn die Partnerschaftsverträge richtig strukturiert sind, könnte Aurora in guter Verfassung sein. Das Problem ist im Moment jedoch, dass derzeit keine großen Konzerne bei Aurora anklopfen, jedenfalls ist da einfach nichts bekannt.

Dennoch dürfte Aurora einen oder auch gleich mehrere große Partner in anderen Branchen gewinnen. Aber ob sich die Partnerstrategie des Unternehmens auf lange Sicht als brillant oder als schlicht dumm herausstellt, lässt sich noch nicht sagen. Vielleicht wird es sogar ein Mischmasch aus beidem.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Anheuser-Busch InBev und Constellation Brands. Keith Speight besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel erschien am 12.5.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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