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Daimler mit neuer Strategie: Doch ein Konzernumbau allein wird die Probleme wohl nicht beseitigen

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Man merkt es im Moment besonders deutlich. Es kommt einem so vor, als befinde sich derzeit die ganze Welt in einer gewaltigen Veränderung. Und es zieht sich buchstäblich durch alle Bereiche. Was heute bereits Realität ist, wäre uns vor 20 Jahren wohl teilweise so nie in den Sinn gekommen.

Eine Branche, die sich jetzt mächtig im Umbruch befindet, ist die Automobilindustrie. Dies betrifft zwar alle Automobilfirmen weltweit, aber gerade unsere deutschen Autobauer stehen mächtig unter Druck und sollten alles tun, um nicht den Anschluss zu verlieren.

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Als einer unserer größten Automobilkonzerne steht auch Daimler (WKN:710000) vor großen Herausforderungen. Auf der Hauptversammlung des Konzerns, die heute, am 22.05.2019, stattfand, war deshalb auch eines der Hauptthemen, die auf der Tagesordnung standen, eine neue Konzernstrategie. Schauen wir einmal hinter die Kulissen, um zu erfahren, in welcher Weise der Konzern die Weichen für die Zukunft stellen will.

Ein Konzern im Wandel

Es klingt nicht unbedingt bombastisch, aber das „PROJEKT ZUKUNFT“, das heute auf der Hauptversammlung zur Abstimmung stand, ist die umfangreichste Neuaufstellung in der Unternehmensgeschichte. Neben der operativen Geschäftstätigkeit in Deutschland betrifft es circa 800 Gesellschaften in 60 Ländern. Und es ist die größte Neuorganisation in einem deutschen Konzern, die es in den letzten Jahren gegeben hat.

Die Aktionäre haben zugestimmt, und so ist der Weg für den Konzern frei, das Pkw- und Van-Geschäft sowie das Lkw- und Bus-Geschäft auszugliedern und auf rechtlich selbstständige Einheiten zu übertragen. Im Einzelnen sollen so dann zum 01.11.2019 insgesamt drei eigenständige Unternehmen unter dem Dach der Daimler AG vereint sein.

Das wären zum einen die Mercedes-Benz AG und zum anderen die Daimler Truck AG. Der dritte Part soll aus der Daimler Mobility AG bestehen, die aus der bereits zuvor ausgegliederten Daimler Financial Services AG hervorgehen wird. Man will sich damit fokussierter und flexibler aufstellen, und dabei sollen diese drei schlagkräftigen Einheiten helfen, die dann unter einem gemeinsamen Dach zusammenarbeiten.

Daimler muss noch mehr tun

Doch wird das „PROJEKT ZUKUNFT“ ausreichen, um den Konzern für die Zukunft fit zu machen? Nicht ganz, denn Daimler muss auf jeden Fall auch seine Effizienz steigern und im gesamten Unternehmen die Kosten senken. Da die Profitabilität gesunken ist und hohe Investitionen anstehen, wird man wohl erst einmal kräftig sparen müssen.

Denn die neuen Technologien, die in den Fahrzeugen zum Einsatz kommen sollen, kosten sehr viel Geld. Aber mit diesem Problem hat nicht nur Daimler zu kämpfen. Es betrifft unsere anderen großen Autobauer wie Volkswagen (WKN:766403) oder BMW (WKN:519000) auf jeden Fall genauso. Und wer am Ende die Nase vorn hat, bleibt abzuwarten.

Aber der neue Daimler-Chef Ola Källenius arbeitet im Hintergrund schon an einem neuen Sparprogramm. Kurz vor der Hauptversammlung wurden schon Grundzüge der intern „Move“ genannten Kostensenkungsmaßnahmen bekannt. Um ein Fünftel sollen die Kosten alleine in den zentralen Verwaltungsbereichen gesenkt werden. Mehrere Milliarden Euro Einsparpotenzial verspricht man sich davon. Auch werden alle größeren Investitionen auf den Prüfstand gestellt.

Doch wird das alles reichen?

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen und man kann jetzt schon sagen, dass sparen alleine zu wenig sein wird. Konzernchef Källenius hat deswegen auch schon mal klargemacht, wo er das Unternehmen künftig sehen will. Daimlers gesamte Pkw-Neuwagenflotte soll bis 2039 CO2-neutral sein. Für die Produktion in Europa soll dies bereits bis 2022 Realität sein. Das bedeutet also weg vom Verbrenner und hin zu E-Antrieben.

Dass die Situation für Daimler schwierig ist, merkt man auch an dem neuen Kooperationsgeist, der durch den Konzern weht. Bei den Mobilitätsdiensten und beim autonomen Fahren macht man jetzt sogar gemeinsame Sache mit dem Erzrivalen BMW. Und es ist denkbar, dass hier auch noch Volkswagen dazustößt.

Insgesamt bewegt sich Daimler in einem sehr harten Marktumfeld, das durch viele Unsicherheiten geprägt ist. Ob die Maßnahmen des Konzerns ausreichen, eine sorgenfreie Zukunft zu gestalten und wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren, bleibt nur zu hoffen.

Auch die Investoren sehen die Angelegenheit wohl nicht ganz so optimistisch und bewegten den Kurs der Daimler-Aktie weiter nach unten. Mit 51,04 Euro (22.05.2019) notiert die Aktie 3,11 % tiefer als am Vortag und 25,48 % niedriger als noch vor einem Jahr. Doch trotz des gedrückten Kurses drängt sich die Aktie von Daimler aufgrund der vielen noch zu überwindenden Herausforderungen im Moment nicht unbedingt als Investition auf.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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