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Facebook stirbt aus, hinterlässt für Anleger eine wichtige Erkenntnis

Foto: Facebook

Im Jahr 2069 wird es mehr tote Facebook(WKN:A1JWVX)-Nutzer geben als lebendige. Das prognostizierten Forscher der Oxford Universität unter Berücksichtigung der heutigen und künftig wahrscheinlichen Nutzerdemografie. So schlimm das auch klingen mag, ist das Erreichen dieses Meilensteins wirklich keine Frage des Ob, sondern des Wann. Das zeigt die reale Welt, in der die Zahl der bereits verstorbenen Menschen die Zahl der noch Lebenden bereits heute um das 14-Fache übersteigt.

Bevor wir am Ende noch einmal auf das Facebook-Problem zu sprechen kommen – welches gar nicht so dramatisch ist –, will ich zunächst einmal betrachten, wieso sich der Blick auf die Nutzerdemografie für unternehmensorientierte Investoren lohnt. Zumindest dann, wenn das Unternehmen einen Service oder ein Produkt anbietet, das man in jedem Lebensabschnitt nutzen kann. Bei einen Baby-Schnuller- oder Baby-Windeln-Verkäufer macht diese Betrachtung natürlich keinen Sinn. Für diese Unternehmen wäre es wohl wichtiger zu wissen, wie der Bevölkerungsanteil der interessanten Altersgruppen sich künftig entwickeln könnte.

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Der Blick auf die Nutzerdemografie hilft aber nicht nur bei endkonsumerorientierten Unternehmen wie Facebook oder Schnuller-Verkäufern, sondern auch bei Unternehmen, die mit anderen Unternehmen Geschäfte machen.   

Mit den Kunden wachsen

Lassen wir Facebook zunächst hinter uns und kommen dazu, was Investoren vom aussterbenden Facebook lernen können. Das beste Beispiel dafür ist mein derzeitiger Lieblingsbörsengang Zoom Video Communications(WKN:A2PGJ2). Aber auch die wohl schon bald an die Börse kommende Kommunikationsplattform Slack kann als Rollenmodell herhalten.

Auf den ersten Blick bietet der Software-Dinosaurier Microsoft(WKN:870747) insbesondere mit dem Produkt MicrosoftTeamsdie allermeisten Funktionen, die auch Slack und Zoom anbieten. Wenn wir die Qualität der Produkte beiseiteschieben – persönlich kann ich das sowieso nicht beurteilen –, haben sowohl Slack als auch Zoom einen gewaltigen Vorteil gegenüber Microsoft.

Da Microsoft bereits heute mit seinen Office-Angeboten viele große und etablierte Unternehmen bedient, sind neue Angebote wie nun Microsoft Teamsnur eine kleine Erweiterung des kostenpflichtigen Business-Software-Pakets Office 365. Sowohl Slack als auch Zoom gewinnen hingegen durch die zwar abgespeckten, zeitlich aber unbegrenzten Freeware-Angebote gezielt sehr junge und (noch) sehr kleine Unternehmen.

Natürlich ist der Erfolg all dieser jungen Unternehmen nicht garantiert. Aber die erfolgreichen unter ihnen, diejenigen, die beständig wachsen und ihre Mitarbeiterzahlen kontinuierlich erhöhen, sind wahre Goldgruben für Slack und Zoom. Und sicherlich auch ein Grund für Dollar-Retentions-Raten, die sowohl bei Slack als auch bei Zoom 140 % übersteigen. Ein Slack- oder Zoom-Kunde, der im Jahr 2017 beispielsweise 100 Euro an Umsätzen eingespielt hat, spülte im Jahr 2018 bereits mehr als 140 Euro an Umsätzen in die Zoom- und Slack-Kassen.

 

Und was wird nun aus Facebook?

Natürlich hat es Facebook selbst in der Hand, die theoretischen Prognosen der Oxford-Forscher in der Praxis durch ein attraktives Angebot für jüngere Nutzer hinauszuzögern. Läuft es blöd, beschleunigt Facebook die Oxford-Prognose mit weiteren Datenskandalen aber auch noch selbst.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass Facebook mit dem Kauf von Instagram bereits im Jahr 2012 Gegenmaßnahmen gegen das Aussterben eingeleitet hat. Während 37,4 % aller Instagram-Nutzer zwischen 13 und 25 Jahre alt sind, bewegen sich nur 31,7 % aller Facebook-Nutzer in diesem Alterssegment.

Bei all der Aufregung um ein Facebook voller digitaler Grabsteine dürfen wir heute aber eines nicht vergessen: Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an der gesamten Weltbevölkerung liegt gerade einmal bei 15 %. Bevor sich also Facebook Gedanken über das baldige Aussterben machen muss, wären noch viele andere Unternehmen an der Reihe.


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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Facebook und Microsoft. Teresa Kersten, Mitarbeiterin bei LinkedIn, einer Microsoft-Tochter, ist Mitglied im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemals Director of Market Development, Sprecherin von Facebook und Schwester von CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook, Microsoft und Zoom Video Communications.

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