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Wie die Deutsche Telekom ihren Konkurrenten davonzieht

Foto: Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom (WKN:555750) hat sich in den letzten Jahren nicht gerade als Chartrakete erwiesen. Im Verhältnis zu einigen Konkurrenten, deren Kurs eingebrochen ist und die gerade ihre Dividenden zusammenstreichen, steht sie jedoch glänzend da.

Was bei Vodafone (WKN:A1XD9Z) und Telefónica (WKN:850775) passiert ist, könnte grundsätzlich auch die Telekom treffen. Die Chancen stehen jedoch gut, dass Dividendenjäger weiterhin auf ihre Kosten kommen.

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So steht es um den Wettbewerb

Dass die Telekom auf dem Thron des Champions im europäischen Telekommunikationssektor sitzt, ist nicht gerade selbstverständlich. Noch vor wenigen Jahren waren es die spanische Telefónica und die britische Vodafone, die ihr davonzuziehen drohten. Mit 41 Mrd. Euro und 33 Mrd. Pfund sind die beiden heute jedoch selbst zusammen nur wenig mehr wert als die Telekom, die 72 Mrd. Euro auf die Waage bringt (alle Stand 17.05.).

YChart Telekom und Wettbewerber
Chart: prozentuale Kursentwicklung in USD über die letzten fünf Jahre (Telekom, Telefónica, Vodafone, BT Group, Telecom Italia), erstellt vom Autor mit YCharts

Der Chart zeigt schön, wie die Telekom sich trotz hoher Dividendenausschüttungen stabil halten konnte, während sich einige der wichtigsten Konkurrenten innerhalb von fünf Jahren mehr als halbiert haben.

Was bei der Telekom besser läuft

Die Telefónica ist noch immer am Gesundschrumpfen, nachdem zwischenzeitlich ihre Bonität infrage gestellt wurde. Währungsturbulenzen, intensiver Wettbewerb und teure Frequenzen lasten auf der Profitabilität. Aus Zentralamerika ist sie beispielsweise komplett ausgestiegen. Seit Mitte 2016 wurde der Konzernumbau verstärkt in Angriff genommen und die Schulden konnten seither um über 13 Mrd. Euro reduziert werden. Vor einigen Tagen kamen über den Verkauf von elf Datenzentren weitere 550 Mio. Euro hinzu.

Nicht so richtig rund läuft es seit einiger Zeit auch bei Vodafone. Etwa im wichtigen indischen Markt verliert sie kontinuierlich Marktanteile an die aggressiv agierende Jio (Reliance Industries (WKN:946078)) und trotz einiger Anstrengungen gelingt es eher schlecht als recht, effektiv gegenzuhalten. Zudem waren hohe Abschreibungen auf das Geschäft in Rumänien und Spanien notwendig. Mit einer Dividendenkürzung versucht das Management, neue Kraft zu schöpfen.

Die Telekom hingegen scheint ihre Hausaufgaben bereits gemacht zu haben und hat gerade wieder eine leicht angehobene Dividende ausgeschüttet. In Märkten, wo es bisher nicht optimal lief, wie etwa Österreich und die Niederlande, hat das Management Lösungen gefunden, um die Einheiten zu stärken. Zudem profitieren die Bonner etwa beim Glasfaserausbau davon, dass ihre europäischen Töchter ein fast zusammenhängendes Gebiet bilden.

Aus dieser Position heraus verwundert es nicht, dass die Telekom bei der aktuellen Frequenzauktion kein Problem damit hat, die Gebote hochzutreiben. Wer die dicksten Taschen hat, der wird voraussichtlich auch die größten Profite mit 5G machen können. Aber selbst wenn es aktuell ziemlich gut zu laufen scheint, sollten die Rückschläge bei der Konkurrenz ein Warnsignal sein.

Könnte der Telekom Ähnliches passieren?

Das Telekommunikationsbusiness ist außerordentlich kapitalintensiv. Ein paar falsche Entscheidungen oder eine ungünstige Entwicklung in einem wichtigen Markt können schnell zur Gefahr für den ganzen Konzern werden. Ob es beispielsweise in den USA auf Dauer so genial laufen wird wie aktuell,  ist keineswegs sicher, und die Netto-Finanzverbindlichkeiten der Telekom belaufen sich auf heftige 71,9 Mrd. Euro.

Trotz dieser ehrfurchterregenden Zahl fiel das Zinsergebnis mit minus 0,6 Mrd. Euro für das Frühjahrsquartal relativ harmlos aus, wenn man bedenkt, dass die Telekom 2018 fantastische 23 Mrd. Euro operativen Gewinn vor Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) erwirtschaftet hat. Trotzdem ist natürlich auch das weite Beteiligungsgeflecht der Telekom von Milliardenabschreibungen bedroht. Der Deal mit der BT Group (WKN:794796) hat ja auch bereits Substanz gekostet.

Auch die Rating-Agenturen sind vorsichtig. Zwar betont die Telekom, dass sie ihre Kreditwürdigkeit über die letzten Jahre im Gegensatz zu wichtigen Wettbewerbern stabil halten konnte, aber mit BBB+ und negativem Ausblick (S&P) sind die spekulativen Bonitätsstufen nicht mehr so weit entfernt. Im Vergleich zu anderen DAX-Konzernen konnte die Telekom auch weniger von den Nullzinsen profitieren.

Viele Altanleihen bezahlen noch Coupons von über 7 % bei Laufzeiten bis 2033. Eine Anleihe über 1 Mrd. US-Dollar, die 4,875 % bezahlt, läuft sogar noch bis 2042. Immerhin gelingt es in kleinen Trippelschritten, das Profil durch die Ablösung mit neuen, niedrig verzinsten Anleihen zu verbessern. An eine Zurückführung der Schulden ist jedoch nicht zu denken bei den hohen Ausschüttungen und Investitionen.

Seit Jahren stagniert die Eigenkapitalquote deshalb bei 20 %. Letztlich ist dies aber sicherlich gewollt, weil das Management zuversichtlich ist, dass es mit neuen Investitionen höhere Renditen erwirtschaften kann als neue Anleihen kosten. Das Gute dabei ist, dass die Telekom aus meiner Sicht tatsächlich vor einer guten Zukunft mit steigenden Gewinnen steht. Eine deutlich verbesserte Kostenstruktur, ein stabiles Kerngeschäft und spannende Wachstumsinitiativen sprechen dafür, dass Aktionäre auch in Zukunft mit schrittweise erhöhten Dividenden rechnen können.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien.

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