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Sind die teuren 5G-Lizenzen schuld? Vodafone kürzt zum ersten Mal seine Dividende

Oje, das dürfte teuer werden. Für die 5G-Mobilfunklizenzen müssen die Telekommunikationskonzerne vermutlich tief in die Tasche greifen. Denn die 5G-Auktionen werden auf jeden Fall mehr kosten, als von den beteiligten Konzernen erhofft.

Und so ist es eigentlich kein Wunder, dass Vodafone (WKN:A1XA83) jetzt sogar angekündigt hat, die Dividende zu senken. Darüber sind die Investoren natürlich alles andere als begeistert. Vor allem weil es eine Abkehr von Vodafones Versprechen ist, die Ausschüttung stabil zu halten.

Stecken also wirklich nur die hohen Kosten für die 5G-Mobilfunkauktion dahinter, oder gibt es vielleicht noch andere Unwägbarkeiten bei Vodafone. Versuchen wir mal, dies herauszufinden.

Wo liegen derzeit die Probleme?

Am meisten belastend wirken sich wohl im Moment die Kosten für den 5G-Standard in Deutschland aus. Die Bundesnetzagentur versteigert seit Mitte März in Mainz 41 Mobilfunkblöcke. An der Versteigerung nehmen insgesamt vier Unternehmen teil. Neben Vodafone sind das die Deutsche Telekom (WKN:55570), Telefonica Deutschland (WKN:A1J5RX) und 1&1 Drillisch (WKN:554550).

Gemeinsam treiben sie den Preis nach oben. Derzeit summieren sich die Höchstgebote schon auf 5,8 Mrd. Euro, und davon muss alleine Vodafone 2,4 Mrd. Euro berappen. Und es ist noch völlig unklar, wie lange die Auktion andauern wird. Auch später fallen noch hohe Kosten in Milliardenhöhe an, da mit dem Erwerb der Funklizenzen hohe Auflagen für den Netzausbau verbunden sind.

Außerdem sieht sich Vodafone in Spanien und Italien einem verschärften Preiswettkampf ausgesetzt. Auch ringt der Konzern mit hohen Kosten für neue Technik. Man hat auch angekündigt, sich aus Ländern wie Australien und Neuseeland zurückzuziehen und seinen Fokus auf das Geschäft in Europa zu legen.

Und was sagen die Geschäftszahlen?

Am 14.05.2019 legte Vodafone die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Diese spiegeln die angespannte Marktsituation durchaus wider. Der Umsatz und das operative Ergebnis wurden auch durch die Stärke des Euro belastet, da das britische Unternehmen in Euro bilanziert. Und so belief sich der Umsatz auf 43,7 Mrd. Euro und lag 6,2 % unter dem des Vorjahres.

Das bereinigte EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) ist um 7,3 % auf 4,48 Mrd. Euro zurückgegangen. Im letzten Jahr waren es noch 4,83 Mrd. Euro gewesen. Insgesamt weist Vodafone sogar einen Verlust von 7,6 Mrd. Euro als Konzernergebnis aus. Das Jahr davor hatte man noch 2,8 Mrd. Euro Gewinn eingefahren. Der deutliche Minusbetrag hänge aber laut Aussage des Konzerns mit dem Verkauf einer Sparte in Indien zusammen, bei der man herbe Verluste hinnehmen musste.

Jetzt geht es an die Dividende

Dieser Punkt dürfte wohl sehr schmerzhaft für die Investoren sein. Vodafone hat angekündigt, seine Dividende von derzeit 15,07 Cent um knapp 40 % auf jetzt nur noch 9 Cent für das Geschäftsjahr 2018 zu kürzen. Konzernchef Nick Read sagte, dies sei notwendig, damit die Schulden nicht ausufern.

Obwohl wahrscheinlich schon einige Marktteilnehmer damit gerechnet hatten, schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Nachdem der Kurs der Vodafone-Aktie nach Bekanntgabe der Jahresergebnisse erst einmal kurz angestiegen war, ging es noch am selben Tag gleich wieder abwärts.

Der Kurs schwächte sich in den nächsten Tagen weiter ab und lag zum Wochenschluss bei nur noch bei 1,427 Euro (17.05.2019). An diesem Tag erreichte die Aktie im Tagesverlauf mit 1,412 Euro sogar ein neues 52-Wochen-Tief. Auf Sicht von einem Jahr haben die Vodafone-Papiere nun schon insgesamt 37,81 % an Wert verloren.

Es ist nicht zu übersehen, dass die Aktie von Vodafone derzeit kein schönes Bild abliefert. Es herrscht viel Unsicherheit, auch ist noch nicht abzuschätzen, wie hoch die Kosten für den neuen 5G-Standard für das Unternehmen tatsächlich ausfallen. Man kann somit feststellen, dass sich die Vodafone-Aktie den Anlegern im Moment nicht gerade aufdrängt.

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Andre Kulps besitzt keine der erwähnten Aktien.