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Wie sicher sind die Dividenden von BMW, Daimler und VW eigentlich?

Foto: Getty Images

Die Automobilbranche steht vor gewaltigen Umbrüchen, wie man sie in den letzten 100 Jahren selten erlebt hat. Zum einen führt langfristig wohl kein Weg an der Elektromobilität vorbei und zum anderen gibt es zunehmend innovative Geschäftsmodelle, die beispielsweise das Mieten eines Autos für kurze Zeiträume erlauben und damit den Kauf eines Autos für immer mehr Menschen unnötig machen.

Auf den ersten Blick sehen diese Trends keineswegs gefährlich aus, denn immerhin sind sie prinzipiell bereits seit langer Zeit bekannt und zudem wird die Entwicklung einigermaßen langsam und kontinuierlich vonstattengehen. Doch inzwischen überbieten sich die Autohersteller mit Ankündigungen, Milliarden in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen stecken zu wollen. Für die Aktionäre dieser Unternehmen wird das voraussichtlich erst einmal unangenehme Folgen haben.

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Elektromobilität erfordert hohe Investitionen

Denn sieht man sich genauer an, was eigentlich dahintersteckt, wird klar, dass sich diese beiden Trends als fundamentale Herausforderung für die etablierten Hersteller erweisen könnten. Allein die Entwicklung von Elektrofahrzeugen stellt eine enorme Herausforderung dar, da es sich dabei um eine Doppelbelastung in Milliardenhöhe handelt. Denn einerseits müssen die Fahrzeugmodelle mit Verbrennungsmotor weiterentwickelt werden, um die Kunden, die kein Elektrofahrzeug haben möchten, nicht zu verlieren. Gleichzeitig müssen aber auch Elektrofahrzeuge entwickelt werden. Die Folge daraus wird sein, dass der Entwicklungsaufwand erheblich steigen wird, was die Kosten in die Höhe treibt und potenziell die Gewinne drücken wird.

Ebenfalls unklar ist, wie lange der Übergang dauern wird. Wird jetzt sofort die Entwicklung von Verbrennungsmotoren eingestellt, droht ein dauerhafter wirtschaftlicher Schaden, falls Konkurrenten plötzlich eine deutlich bessere Technologie parat haben.

BMW und Daimler trimmen die Dividende

Die ersten Auswirkungen dieses Trends zeigen sich bereits. In diesem Jahr haben bereits BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) an der Dividendenschraube gedreht und die Auszahlung für das abgelaufene Jahr gekürzt, um Kapital zu sparen, das für Investitionen benötigt wird. Dennoch scheint es so, als seien Daimler und VW (WKN:766400) zu deutlicheren Einschnitten bereit, als es bei BMW der Fall ist, denn beide Konzerne denken über eine Abspaltung von Konzernteilen nach, um Kapital freizusetzen.

Bei Daimler denkt man darüber nach, die Konzernstruktur grundlegend zu überarbeiten, um die Kapitaleffizienz zu verbessern. Beispielsweise wurde gerade erst angekündigt, dass der Smart in Zukunft in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Großaktionär Geely in China produziert werden soll. Gleichzeitig hat man das eigene Carsharing-Geschäft mit dem von BMW zusammengelegt, um effektiver arbeiten zu können.

Die Tatsache, dass das defizitäre Smart-Geschäft nach China verlagert wird, dürfte der Bilanz in den nächsten Jahren auf die Sprünge helfen. Das ist auch bitter nötig, denn im vergangenen Jahr lag der Free Cashflow des Industriegeschäfts bei knapp 2,9 Mrd. Euro. Das sieht auf den ersten Blick zwar nach einer beeindruckenden Summe aus, wäre da nicht die Dividende. Denn selbst die gekürzte Dividende bringt eine Auszahlung von mehr als 3,4 Mrd. Euro mit sich, was 20 % über dem verfügbaren Cashflow liegt. Sollte sich die Situation in diesem Jahr nicht erheblich verbessern, wird die Dividende noch deutlich weiter gesenkt werden müssen, sofern man nicht riskieren will, die notwendigen Investitionen zu vernachlässigen.

Die gekürzten Dividenden wirken immer noch als zu hoch

Bei VW sieht es sogar noch düsterer aus, denn dort stand einem Free Cashflow von -306 Mio. Euro aus dem Automobilgeschäft eine Dividendenzahlung von 2,4 Mrd. Euro gegenüber. Das Automobilgeschäft konnte sich also, wie in den beiden Jahren davor, nicht aus eigener Kraft finanzieren! Hier wird bereits mit deutlichen Stellenstreichungen gegengesteuert.

Kommen wir nun zum Dritten im Bunde, nämlich BMW. Der Münchener Konzern konnte im vergangenen Jahr immerhin 2,7 Mrd. an Cashflow generieren, was aber bereits eine Halbierung um mehr als 50 % gegenüber dem Rekordwert von 2016 bedeutet, als der Wert bei sagenhaften 5,8 Mrd. Euro lag. Diese Zeiten scheinen allerdings vorerst vorbei zu sein, denn auch hier frisst die Dividendenzahlung fast den gesamten Cashflow auf. Auch BMW hat die Zahlung deshalb in diesem Jahr gekürzt, aber 2,3 Mrd. Euro haben dennoch den Konzern verlassen. Dauerhaft praktikabel ist das sicher nicht und wenn sich der Trend so weiter fortsetzen sollte, werden alle drei Konzerne in den nächsten Jahren massive Probleme bekommen und die Aktionäre erheblich leiden müssen.

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The Motley Fool Deutschland empfiehlt BMW. Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien

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