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Ölpreise bei 60 Dollar pro Barrel: Diese Öl-Aktien gehen steil

Der US-Öl-Benchmark WTI stand am 20.3. bei 60 USD pro Barrel. Das war der höchste Stand seit vier Monaten und krönte damit ein Comeback für Rohöl, das Anfang des Jahres bei 46 USD pro Barrel stand. Die Erholung ist auf die starke Nachfrage nach Öl sowie die Bemühungen der OPEC und anderer Unternehmen zur Reduzierung der Fördermengen zurückzuführen.

Dieser Stand von 60 USD ist für all jene Produzenten ein Segen, die ins Jahr gestartet sind mit dem Ziel, bei Ständen von 50 USD voranzukommen. Somit sind sie auf dem besten Weg, in diesem Jahr richtig viel Cash reinzuholen – und das dürfte wohl an die Aktionäre zurückgeben werden.

Gut dran bei 45 USD pro Barrel

Marathon Oil (WKN:852789) hat einen der niedrigsten Breakeven-Level, die für den Investitionsplan benötigt werden. Die US-Ölgesellschaft will in den nächsten zwei Jahren genügend Geld bei einem Stand von 45 USD reinholen, um die Dividende zu zahlen und die neuen Bohrungen zu finanzieren. Die werden benötigt, um die Ölproduktion um 10 % pro Jahr zu steigern, wobei da noch genügend Spielraum vorhanden ist. Wegen dieses niedrigen Breakeven scheint Marathon Oil in den nächsten zwei Jahren in Geld zu schwimmen, vorausgesetzt, der Ölpreis bleibt auch bei 60 USD. Laut Angaben des Unternehmens könnte man in diesem Zeitraum mehr als 2,2 Milliarden USD einnehmen. Selbst wenn die Ölpreise auf durchschnittlich 50 USD pro Barrel sinken, hätte Marathon immer noch mehr als 750 Millionen USD Überschuss.

Da das Unternehmen diszipliniert bleiben will und nicht mit steigenden Einnahmen auch gleich mehr ausgibt, hat Marathon erst einmal mit diesem Überschuss nichts vor. Die Bilanz ist bereits erstklassig. Daher wird das Unternehmen den Überschuss voraussichtlich wieder an die Aktionäre zurückgeben, indem es weitere Aktien zurückkauft. Bereits im vergangenen Jahr hat Marathon 700 Millionen USD an Aktien zurückgekauft. Sollten die Rohölprese mitspielen, könnte das auch so weiter gehen.

Bei 46 USD pro Barrel läuft’s rund

Devon Energy (WKN:925345) hat ebenfalls einen extrem niedrigen Breakeven. Dank des Verkaufs von teuren Anlagen und Programmen zur Effizienzsteigerungen kann die Ölgesellschaft schon bei 40 USD pro Barrel genügend Geld scheffeln, um in den nächsten drei Jahren die derzeitige Produktionsrate aufrechtzuerhalten. Inzwischen benötigt man nur noch Ölpreise von 46 USD, um ein zweistelliges Wachstum zu schaffen. In den nächsten drei Jahren können 1,6 Milliarden USD reingeholt werden, wenn die Ölpreise bei durchschnittlich 55 USD pro Barrel stehen. Bei einem Ölpreis von 60 USD würde der Betrag auf 2,3 Milliarden USD steigen.

Wie auch Marathon braucht Devon dank seiner starken Bilanz dieses Geld gar nicht so dringend. Das bedeutet, dass man den Großteil davon wohl an die Aktionäre zurückgeben wird. Das ist dank des großen Rückkaufprogramms auch schon geschehen. Dank früherer Anlagenverkäufe hat Devon ein Rückkaufprogramm in Höhe von 5 Milliarden USD durchgewunken, womit man 30 % der ausstehenden Aktien einziehen würde. Darüber hinaus hat man die Dividende zweimal erhöht, darunter eine Erhöhung um 13 % zu Beginn dieses Jahres. Sollte aber Öl weiter bei diesen Preisen stehen, könnte das noch mehr Geld für die Anleger bedeuten.

50 USD als Basis

Derweil haben andere Produzenten ihre Budgets so angepasst, dass sie mit einem Ölpreis von 50 USD gut existieren können. EOG Resources (WKN:877961) schätzt etwa, dass man derzeit genügend Geld verdient, um die aktuelle Dividende auszuschütten und die neuen Bohrungen zu finanzieren. Die ist nötig, um die US-Ölproduktion um 12 % auf 16 % zu steigern. Folglich wird das Unternehmen bei 60 USD pro Barrel einen erheblichen Überschuss an liquiden Mitteln generieren, die man derzeit zur Tilgung von Schulden einsetzen will. So soll die bereits starke Bilanz weiter gestärkt werden. Darüber hinaus erwartet die EOG, dass sie ihre Dividende in Zukunft um mehr als 19 % pro Jahr erhöhen wird. Das Unternehmen will eventuell auch mehr Land erwerbeb oder Aktien zurückzukaufen.

Anadarko Petroleum (WKN:871766) will dieses Jahr ebenfalls bei 50 USD pro Barrel gut klarkommen. Derzeit kann die Ölgesellschaft seine Dividende zahlen – die es im vergangenen Jahr um 500 % erhöht hat – und auch die neuen Bohrungen, die die Ölproduktion um 10 % erhöhen sollen. Anadarko will die großen Barreserven, die durch den Verkauf von Vermögenswerten aufgebaut wurden, nutzen, um weiterhin Aktien zurückzukaufen und Schulden zu tilgen. Das Unternehmen will bis Mitte nächsten Jahres weitere 1,5 Milliarden USD an Aktien zurückzukaufen – insgesamt 5 Milliarden USD – sowie 2 Milliarden USD an Schulden zurückzahlen. Bei einem Ölpreis von 60 USD holt Anadarko allerdings noch mehr Bargeld, was im kommenden Jahr zu noch größeren Aktienrückkäufen führen könnte.

Ein paar Monate machen den Unterschied

Zu Jahresende 2018 haben viele Ölgesellschaften Kursverluste von bis zu 40 % erlebt. Deswegen haben sie ihre Budgets so geplant, dass sie bei Ölpreisen von 45 bis 50 USD rund laufen. Da die Rohölpreise in den letzten Monaten jedoch stark steigen konnten, sind diese Produzenten auf dem besten Weg, richtig viel Geld reinzuholen. Das ist natürlich eine erfreuliche Fügung, vor allem für die Anleger. Denn die dürften sich ganz besonders über die Renditen freuen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Devon Energy und EOG Resources. Matthew DiLallo besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 23.3.2019 auf Fool.com und wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.