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3 wissenswerte Fakten über die internationale Strategie von Aurora Cannabis

Noch vor 10 Jahren wäre der Gedanke lächerlich gewesen, dass der Marihuanakonsum zu einer legalen Freizeitbeschäftigung wird. In den USA befürworteten 2009 laut Gallup nur 44 % der Befragten den Gedanken einer breiten Legalisierung, und kein einziges Land der Welt hatte ein Gesetz verabschiedet, das den Konsum von Freizeit-Cannabis erlaubt.

Aber was für einen Unterschied macht ein Jahrzehnt.

Heute unterstützen 2 von 3 Amerikanern eine breite Legalisierung von Marihuana, wobei mehr als 9 von 10 befürworten, dass Ärzte ihren Patienten medizinisches Cannabis verschreiben dürfen. Darüber hinaus haben über 40 Länder weltweit das medizinische Marihuana legalisiert, wobei zwei – Kanada und Uruguay – den freien Verkauf an Erwachsene ermöglichen. Kanada ist von besonderem Interesse, da es das erste entwickelte Land ist, das dem Freizeit-Cannabis die Pforten geöffnet hat.

Auroras Geheimwaffe: sein internationaler Vorstoß

Aus dieser wegweisenden Legalisierung ist ein legitimes Cannabis-Geschäftsmodell entstanden, mit dem sich nur wenige Namen wirklich von der Masse abgehoben haben. Eines dieser Unternehmen ist Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), das wohl der Top-Pick unter den Millenials ist.

Die Wall Street und jüngere Investoren werden durch das branchenführende Produktionspotenzial des Unternehmens zu Aurora gelockt. Obwohl es über einige massive organische Wachstumsprojekte verfügt, darunter eine 1,62 Millionen Quadratfuß große Farm in Medicine Hat, Alberta, bekannt als Aurora Sun, und seine hochmoderne, 800.000 Quadratfuß große Anlage Aurora Sky, haben Übernahmen eine wohl größere Rolle bei der Kapazitätserweiterung gespielt. Keine dieser Übernahmen wird sich als transformativer erweisen als der Kauf von MedReleaf in Ontario im vergangenen Juli in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar.

Aber was die Investoren übersehen könnten, ist eine Strategiekomponente, die noch wichtiger ist als die Produktionskapazität – nämlich die Expansionsstrategie im Ausland. Im Moment hat Aurora eine wachsende Vertriebspräsenz in 24 Ländern, einschließlich Kanada. Das ist weitaus mehr als alle anderen. Aber es gibt einige Nuancen in seiner internationalen Strategie, die man beachten sollte.

1. Die internationale Expansion zielt auf ein margenstärkeres Geschäft ab.

Als erstes sollte man wissen, dass es bei der Erschließung der internationalen Märkte von Aurora darum geht, die langfristigen operativen Margen zu steigern. Während die meisten Produzenten bestrebt sind, den größtmöglichen Freizeitmarktanteil zu gewinnen, war für Aurora Cannabis klar, dass der Fokus in Zukunft auf den Konsumenten von medizinischem Marihuana liegen wird.

Als Gegenleistung dafür, dass Aurora einen größeren Pool von Verbrauchern zugunsten einer kleineren Gruppe von medizinischen Konsumenten aufgibt, winkt ein Potenzial für deutlich höhere operative Margen. Das liegt daran, dass laut der National Cannabis Survey in Kanada im vierten Quartal medizinische Cannabisnutzer das Erzeugnis häufiger konsumieren als Freizeitnutzer, öfter kaufen als Konsumenten, die nur zum Spaß konsumieren, und viel eher bereit sind, Cannabis-Derivate wie Öle zu kaufen, die höhere Preise und saftigere Margen aufweisen als traditionelle Trockenblüten.

Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Länder, die Freizeit-Cannabis weltweit legalisiert haben (und vielleicht bald drei, wobei Mexiko anscheinend kurz vor der Legalisierung steht), aber es gibt über 40 Länder weltweit, medizinischem Cannabis grünes Licht gegeben haben. Das ist ein aufstrebender Markt, zu dem Aurora Cannabis neigen wird, und das sollte auf lange Sicht eine solide Entscheidung sein.

2. Die Expansion nach Übersee wäre einfacher, wenn Aurora einen Markenpartner hätte.

Natürlich ist einer der Nachteile der internationalen Expansion, dass sie nicht billig ist. Die Grundlage für den Anbau oder Vertrieb von Marihuana auf ausländischen Märkten zu legen, kann eine hübsche Summe kosten, was die Aktionäre von Aurora bitter lernen mussten.

Da man auch nur begrenzten Zugangs zu grundlegenden Bankdienstleistungen hatte, wendete sich Aurora Cannabis regelmäßig an die Sekundärmärkte für Kapitalerhöhungen. Im Wesentlichen hat es seine Stammaktien verkauft oder Wandelschuldverschreibungen angeboten, um Barmittel zu beschaffen, oder ausländische Übernahmen und Investitionsbeteiligungen vollständig durch Aktienemissionen finanziert. Obwohl das funktioniert hat, erlebte Aurora einen Anstieg der Zahl ausstehender Aktien von 16 Millionen am Ende des Geschäftsjahres 2014 auf mehr als 1 Milliarde bis heute. Sicher, die Marktkapitalisierung von Aurora ist deutlich gestiegen, aber die Aktionäre haben nicht annähernd die Rendite  erhalten, die sie erwartet hatten, da die Verwässerung dies wieder zunichte gemacht hat.

Darüber hinaus wäre die internationale Expansion viel einfacher, wenn das Unternehmen einen Markenpartner hätte, wie Canopy Growth mit Constellation Brands oder Cronos Group mit Altria. Ohne einen Partner muss sich Aurora intern auf seine Marketingfähigkeiten verlassen und die Kosten allein stemmen. Andererseits sollte es mit der Aufnahme des milliardenschweren Aktivisten Nelson Peltz als strategischen Berater nicht lange dauern, bis Aurora Cannabis einen globalen Partner findet, der ihm bei seiner langfristigen internationalen Strategie hilft.

3. Es wird Jahre dauern, bis alle bedeutenden Vorteile aus dem Vorstoß von Aurora nach Übersee ersichtlich sind.

Drittens und letztens solltest du wissen, dass der internationale Vorstoß von Aurora nicht sofort Früchte tragen wird. Es besteht eine ziemlich gute Chance, dass es Jahre dauern wird, bis sich die internationale Strategie wirklich auszahlt.

Für die meisten kanadischen Cannabisproduzenten hat der Impuls, nach Übersee zu schauen, mit der Erwartung zu tun, dass getrocknete Cannabisblüten bis etwa 2021 oder 2022, wenn viele der Lieferkettenprobleme in Kanada behoben sind, im Übermaß vorhanden sein werden. In den USA haben wir gesehen, wie viele der Staaten, in denen Cannabis legal ist, mit einem Überangebot und stark fallenden Preisen für getrocknete Blüten pro Gramm zu kämpfen haben, was auch in Kanada erwartet wird.

Solange die Erzeuger über eine ausreichende Anzahl von externen Vertriebskanälen verfügen, sollten sie in der Lage sein, ernsthafte Schäden an der Bruttomarge infolge der Abschwächung der Trockenblütenpreise auf dem kanadischen Inlandsmarkt zu vermeiden.

Der Wettbewerbsvorteil von Aurora in Bezug auf die Präsenz auf zwei Dutzend Gesamtmärkten wird wahrscheinlich erst dann zum Tragen kommen, wenn diese Kommodifizierung von getrocknetem Cannabis in Kanada zum Tragen kommt. Das kann in weniger als zwei Jahren geschehen, oder es kann sogar länger als drei Jahre dauern, je nachdem, wie schnell Health Canada sich durch einen Rückstand an Anbau- und Verkaufslizenzen arbeitet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Expansion nach Übersee für Aurora ein kluger Schachzug ist, aber als Investor muss man geduldig sein, damit sich diese Strategie auszahlen kann.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 02.05.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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