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Was für ein Desaster: Milliardenstrafe bringt Bayer-Aktie weiter unter Druck

Die Situation als ungemütlich zu bezeichnen, könnte durchaus untertrieben sein. Denn schon zum dritten Mal hat unser Chemiekonzern Bayer (WKN:BAY001) eine Niederlage in einem Glyphosat-Prozess einstecken müssen. Aber dieses Mal ist es schlimmer, denn es geht um Milliarden. Ja, du liest richtig. Während in den ersten beiden Prozessen noch Millionenstrafen verhängt wurden, geht es diesmal um Milliarden.

Das klingt nicht nur heftig, sondern ist es auch. Beobachter waren zwar davon ausgegangen, dass Bayer auch diesen Prozess nicht für sich entscheiden kann, aber mit dem Ausmaß dieses Urteils hatte wohl kaum jemand gerechnet. Die Lage wird langsam ernst. Schauen wir mal auf die Ereignisse.

Und da waren es drei

Am 13.05.2019 gab Bayer bekannt, nun auch einen dritten Glyphosat-Prozess verloren zu haben. Diesmal hatte ein Rentnerehepaar geklagt und Glyphosat als Auslöser für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht. Das Urteil wirkte wie ein Paukenschlag, denn die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte Bayer zu einer horrenden Schadenersatzzahlung. Insgesamt soll der Konzern über 2 Mrd. USD (1,78 Mrd. Euro) an das klagende Rentnerehepaar zahlen.

Hier soll wohl ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Mit 2 Mrd. USD entfällt der größte Teil der Zahlung auf den sogenannten Strafschadenersatz. Dafür gibt es im deutschen Recht allerdings keine Entsprechung. Für den eigentlichen Schadenersatz soll Bayer demnach 55 Mio. USD zahlen. Ein Händler meinte, die Geschworenen gingen nicht davon aus, dass der Strafschadenersatz tatsächlich in dieser Höhe Bestand haben wird.

Doch die Investoren und Analysten werden jetzt sichtlich nervös. Das ist auch kein Wunder bei insgesamt 13.400 in den USA anhängigen Klagen. Man macht sich hier Sorgen, was passiert, wenn Bayer auch nur einen nennenswerten Teil davon verlieren würde. Denn dann dürfte der Konzern wohl kaum derselbe bleiben. Der Analyst von JPMorgan (WKN:850628), Richard Vosser, zeigte sich auch weniger überrascht wegen des Schuldspruches, sondern eher wegen der Höhe der Zahlung. Denn die liegt ja sehr deutlich über dem, was in den beiden vorausgegangenen Prozessen an Schadenersatz festgelegt wurde.

Für Bayer wird es zunehmend ungemütlich

Bayer zeigte sich von der Entscheidung der Jury enttäuscht und teilte mit, Rechtsmittel dagegen einzulegen. Das Unternehmen meint, das Jury-Urteil stehe in direktem Widerspruch zu der Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA. Diese wurde im Rahmen der vorläufigen Zulassungsprüfung im letzten Monat veröffentlicht. Und darin heißt es, dass nach Auffassung der EPA Glyphosat nicht krebserregend sei und glyphosatbasierte Produkte bei sachgerechter Anwendung somit sicher seien.

Aber da gibt es ja auch noch die Gegenseite, denn die Klagewelle in den USA fußt nur auf einer Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Krebsforschungsagentur der WHO hatte den auf Glyphosat basierenden Unkrautvernichter Roundup im Jahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft.

Der größte Vorwurf, dem sich Bayer-Chef Werner Baumann stellen muss, ist denn auch, die Klagerisiken unterschätzt zu haben. Auf der Hauptversammlung Ende April haben ihm die Aktionäre sogar die Entlastung verweigert. So etwas hatte es zuvor für einen amtierenden Chef eines DAX-Unternehmens noch nicht gegeben. Aber Konzernlenker Baumann bleibt dabei, dass der Monsanto-Kauf auf lange Sicht der richtige Schritt war. Er sagte dazu: „Wir halten die Monsanto-Akquisition nach wie vor für werthaltig und strategisch wichtig.“

Die Aktie ist derzeit ein Trauerspiel

Die Bayer-Aktie liefert jetzt schon seit Jahren kein schönes Bild mehr ab. Sie bewegt sich unter Schwankungen seelenruhig abwärts und hat seit ihrem Höchstkurs von 143,87 Euro, den sie am 10.04.2015 erreichte, bis heute ständig an Wert verloren. Der Bayer-Kurs hat nach Bekanntwerden der jüngsten Niederlage noch einmal nachgegeben und notiert mit 55,33 Euro (14.05.2019) derzeit sage und schreibe 61,54 % niedriger als damals. Allein in den letzten zwölf Monaten hat die Aktie um 45,09 % nachgegeben.

Die Situation für die Aktie von Bayer ist im Moment alles andere als positiv. Man spürt eine große Verunsicherung im Markt und es steht nicht fest, was mit der Aktie passiert, wenn noch mehr Glyphosat-Prozesse verloren werden. Vorsichtige Anleger sollten derzeit wohl besser einen Bogen um die Bayer-Aktie machen.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien.

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