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Bitte nicht lachen: Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray könnten echte Schnäppchen sein

Aurora Cannabis (WKN:A21GS7), Canopy Growth (WKN:A140QA) und Tilray (WKN:A2JQSC) zusammengenommen hatten im letzten Quartal weniger als 150 Millionen USD Umsatz, und trotzdem haben alle drei Cannabis-Aktien Marktkapitalisierungen von mindestens 6,7 Milliarden USD. Allein die Marktkapitalisierung von Canopy beträgt satte 16 Milliarden USD. Für alle drei Aktien gelten fantastisch anmutende Preis-Umsatz-Verhältnissen (price-to-sales, P/S).

Mein Kollege Sean Williams schrieb sogar kürzlich, dass “nach dem letzten Quartalsbericht kein vernünftiger Investor die Bewertung von Tilray rechtfertigen kann.” Sean wird denken, dass ich verrückt geworden bin, aber ich sage, dass es möglich ist, dass Tilray eben doch nicht zu teuer ist.

Ich denke sogar, dass Aurora, Canopy Growth und Tilray im Moment gute Deals sein könnten. Klingt absurd? Oder gar irre? Mag sein, aber ich habe meine Gründe. Und die werde ich jetzt mal darlegen.

Ein Blick auf die Bewertung

Zuerst einmal finde ich, dass keine Aktie, unabhängig von der Branche, anlässlich der Umsätze oder Gewinne der Vergangenheit bewertet werden sollte. Die wahre Bewertung hängt nämlich von den zukünftigen Umsatz- und Ertragsaussichten ab.

Warum verlassen sich Investoren also so sehr auf vergangene Bewertungskennzahlen? Weil sie Investoren dabei helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie zukünftige Ergebnisse aussehen könnten. Das Problem bei schnell wachsenden Unternehmen ist aber, dass die vergangene Performance keinen großen Nutzen bei der Schätzung zukünftiger Umsätze und Erträge bringt.

Um die Bewertung von stark wachsenden Aktien zu beurteilen, tun Investoren (entweder bewusst oder unbewusst) zwei Dinge. Zuerst wollen sie den gesamten adressierbaren Markt für das jeweilige Unternehmen bestimmen. Zweitens wollen sie herausfinden, wie gut das Unternehmen einen Teil dieses potenziellen Gesamtmarkts erobern und besetzen kann.

Wichtig: Die aktuelle Performance und die der Vergangenheit einer Aktie hat oft wenig Einfluss auf diese beiden Faktoren. Zumindest definitiv nicht bei Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray. Worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen, sind diese beiden Schlüsselfaktoren: der gesamte adressierbare Markt und die Fähigkeiten der Unternehmen, diesen Markt erfolgreich zu besetzen.

Ein Riesenmarkt

Die Schätzungen, wie groß der Cannabis-Weltmarkt tatsächlich werden könnte, gehen stark auseinander. Am häufigsten allerdings hört man allerdings eine Zahl: 150 Milliarden USD.

Diese Zahl geht auf einen Bericht der Vereinten Nationen zurück. Darin enthalten sind auch die geschätzten illegalen Verkäufe von Marihuana. Wir können wohl relativ sicher davon ausgehen, dass der Großteil dieser Umsätze auf den Lifestyle-Gebrauch fallen. Das Problem bei der Verwendung der Zahl von 150 Milliarden USD ist, dass bislang nur zwei Länder weltweit den Handel mit Cannabis legalisiert haben.

Jedoch haben auch 10 US-Bundesstaaten Freizeit-Marihuana legalisiert. Weitere große US-Staaten dürften in naher Zukunft folgen. Aurora, Canopy und Tilray können aktuell nicht auf dem US-Markt mitmischen, solange Marihuana dort auf Bundesebene illegal bleibt. Doch scheinen die Chancen auf flächendeckende Legalisierung besser als jemals zuvor zu stehen.

Dazu kommt dann allerdings noch medizinisches Cannabis. Auf der ganzen Welt haben große Länder bereits medizinisches Cannabis legalisiert, allen voran Deutschland und das Vereinigte Königreich. Tilrays CEO Brendan Kennedy sagte in der Konferenz zum Q4, dass die Anzahl der Länder, die die legale Verwendung und den Verkauf von medizinischem Cannabis erlauben, “bis Ende 2019 auf 50 oder 60 steigen könnte.”

Es gibt auch in den USA eine große Chance, jetzt, da Hanf legalisiert wurde. Das Cannabis-Marktforschungsunternehmen Brightfield Group geht davon aus, dass der Markt für hanfbasiertes Cannabidiol (CBD) bis 2022 22 Milliarden USD erreichen könnte. Das ist jedoch eine vergleichsweise optimistische Prognose. Dennoch erscheint das Potenzial für einen Multimilliarden-Dollar-Hanf-CBD-Markt in den USA nicht abwegig.

Im vergangenen Jahr sprach ich mit Roy Bingham, dem CEO des Cannabis-Marktforschungsunternehmens BDS Analytics, zu seinen Einschätzungen der potenziellen Größe des Cannabis-Weltmarkts. Er sagte, dass der Markt auf lange Sicht locker bei über 100 Milliarden USD liegen könnte, asiatische Länder nicht eingerechnet. Vivien Azer, Analystin von Cowen, prognostiziert, dass bis 2030 der US-Cannabismarkt allein 80 Milliarden USD wert sein könnte.

Constellation Brands (WKN:871918) hingegen schätzte, dass der Cannabis-Weltmarkt in den kommenden 15 Jahren 200 Milliarden USD wert sein könnte. Deswegen hat der Konzern 4 Milliarden USD in Canopy Growth gesteckt. Bei diesem Betrag darf man annehmen, dass Constellation sorgfältig recherchiert hat.

Was für Aurora, Canopy und Tilray spricht

Nach allen diesen Schätzungen können wir davon ausgehen, dass der Cannabis-Weltmarkt im Jahr 2030 bei 100 Milliarden USD liegen wird. Welchen Marktanteil würden die drei größten kanadischen Marihuana-Züchter nach Marktkapitalisierung dann benötigen, um ihre aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen?

Wenn wir ein KGV von fünf verwenden (was für die Alkohol- und Tabakindustrie ungefähr die Mitte des durchschnittlichen KGV bedeutet), müsste Aurora Cannabis einen Marktanteil von rund 2 % erreichen. Canopy Growth müsste etwas mehr als 3 % des Marktes einnehmen. Tilray müsste einen Marktanteil von etwas unter 1,5 % schaffen.

Können diese drei Unternehmen diese Anteile erreichen? Nun, es gibt sogar gute Argumente dafür, dass Aurora, Canopy und Tilray diese Marktanteile eher überschreiten werden.

Alle drei Unternehmen sind bereits gut auf dem Weltmarkt unterwegs. Aurora, Canopy und Tilray sind die Marktführer in Deutschland, dem größten legalen Marihuana-Markt außerhalb der USA. Meiner Meinung nach können alle drei Unternehmen ihre Aktivitäten in Deutschland nutzen, um auch auf andere europäische Märkte zu drängen. Canopy und Tilray sind bereits auf dem US-Hanfmarkt. Aurora wird ihnen wahrscheinlich folgen.

Für Canopy spricht vor allem die schlaue Beziehung zu Constellation. Aurora arbeitet hart daran, Partner zu gewinnen und hat dazu kürzlich den Milliardär Nelson Peltz als strategischen Berater für Deals ins Boot geholt. Tilray hat sich gleich mit mehreren großen Unternehmen zusammengeschlossen: Anheuser-Busch InBev, Authentic Brands Group und Novartis.

Sicher, es gibt eine Handvoll anderer Unternehmen, die in Zukunft große Konkurrenten auf dem globalen Cannabismarkt sein könnten. So kann sich etwa Cronos Group über eine Partnerschaft mit dem Tabakriesen Altria freuen. Aber ich nehme an, dass Aurora, Canopy und Tilray in ziemlich guter Verfassung sind, um zu den führenden Unternehmen der Branche zu gehören.

Sind das Schnäppchen?

Bei Constellation Brands denkt man, dass Canopy bis zu 15 % des Cannabis-Weltmarkts besetzen kann. Sollte diese Prognose stimmen, kann man davon ausgehen, dass Aurora einen Marktanteil von 10 % und Tilray von mindestens 5 % erreichen kann. Somit könnten bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray wohl mindestens das Dreifache ihrer aktuellen Bewertungen und vielleicht sogar noch viel mehr wert sein.

Keine Frage: Dazu muss eine ganze Reihe von Dingen tatsächlich eintreffen. Aber so ist es eben, wenn man Aktien in schnell wachsenden Märkten bestimmen will. Es ist durchaus möglich, dass es böse Fehler bei diesen Annahmen gibt und dass Aurora, Canopy und Tilray im Moment dann doch einfach nur unverschämt teuer sind.

Selbst wenn nicht alle Annahmen korrekt sind, könnten diese drei Top-Cannabis-Aktien noch viel Platz zum Wachsen haben. Die derzeitigen Bewertungen von Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray könnten in ein paar Jahren tatsächlich wie echte Schnäppchen aussehen. Und Investoren, die sich darauf eingelassen haben, könnten sich ins Fäustchen lachen.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Anheuser Busch und Constellation Brands. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 24.3.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt. 

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