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5 Arten, auf die Tech die Cannabis-Branche verändert

Die Marihuana-Industrie wächst und wächst, und die Anleger bekommen das natürlich mit. Keine andere Branche hat seit Jahresbeginn (oder auch in den letzten drei Jahren) so performt wie Cannabis. Laut verschiedenen Investmentbanken an der Wall Street hat die Branche das Potenzial, in etwa einem Jahrzehnt etwa 50 bis 75 Milliarden USD Jahresumsatz zu erzielen.

Allerdings wird hier nicht nur kräftig gewachsen, es finden darüber hinaus auch noch große Veränderungen statt. Da es sich bei frei verkäuflichem Marihuana tatsächlich um ein komplett neues Ding handelt, dürften wir wahrscheinlich bald eine ganze Reihe von Veränderungen erleben. So gibt es beispielsweise in den USA eine starke Konsolidierung im Bereich der vertikal integrierten Apotheken. Nachdem in Kanada am 17. Oktober der legale Handel gestartet ist, haben dort nun mehr und mehr Unternehmen Zugang zum traditionellen Bankgeschäft.

Aber die größten Veränderungen in der Marihuana-Branche werden wahrscheinlich auf Tech basieren sein. Eine ganze Reihe neuer Technologien verändert die Branche bereits jetzt oder in absehbarer Zeit. Hier sind fünf der interessantesten Storys rund um die Transformation der Cannabis-Branche.

1 Seed-to-Sale-Technologie

Eine Technologie, die für die Cannabis-Branche bereits ein entscheidender Schritt in die Zukunft ist, ist die Einführung von Point-of-Sale und Seed-to-Sale Cloud-Plattformen für Züchter und Einzelhändler. Shopify (WKN:A14TJP), das für Online-Lösungen für den Einzelhandel bekannt wurde, wurde im Februar 2018 von den kanadischen Provinzen Ontario und British Columbia offiziell als Partner auserkoren.

Die Software-as-a-Service (SaaS)-Cloud-Plattform von Shopify bringt zwei spannende Entwicklungen mit sich. Erstens sind die Einzelhändler endlich in der Lage, selber die Daten über das Kaufverhalten der Verbraucher zu analysieren. In der Vergangenheit wurden bei Cannabis die illegalen Geschäfte bar abgewickelt. Dies macht die korrekte Preisgestaltung des Produkts und sogar die Sicherstellung des richtigen Produktmixes im Handel nicht ganz einfach. Mit der E-Commerce-Plattform von Shopify haben Einzelhändler einen aktiven Vermittler, der bei der Bestellung helfen kann, und der aufzeigt, was aus Produkt- oder Margensicht funktioniert und was nicht.

Da sich die Lieferkettenlogistik in Nordamerika und sogar innerhalb der kanadischen Provinzen oder US-Städten unterscheiden kann, kann die Cloud-basierte Compliance-Software von Shopify bei der Seed-to-Sale Dokumentation helfen. Diese Plattform sorgt für ein genaues Tracking des Produkts: von der Zucht bis zum Regal. Darüber hinaus für die Gewährleistung der Qualität.

2 LED-Beleuchtung

Eine weitere interessante Entwicklung, die in der Cannabis-Branche bereits umgesetzt wird (wenn auch im kleineren Rahmen), ist der Einsatz von LED-Leuchten.

Die Marihuanaindustrie (legal und illegal) benötigt seit langem alte HPS-Birnen. Die sind relativ preiswert in der Anschaffung, und sie liefern einen sehr vorhersehbaren Ernteertrag – und Züchter schätzen genaue Prognosen. Andererseits verbrauchen HPS-Lampen viel Strom, halten nicht allzu lange und erzeugen viel Wärme, was oft dazu führt, dass Züchter nochmal eine Klimaanlage nachbauen müssen, die wiederum ebenfalls viel Strom verbraucht.

Und so kommen LED-Leuchten in Spiel, die unter anderem vom LED-Licht- und Beleuchtungsunternehmen Kingpin Cree (WKN:891466) hergestellt werden. LED-Leuchten halten wesentlich länger als HPS-Glühbirnen, verbrauchen deutlich weniger Strom und würden daher die Klimaanlage weniger fordern. Der Nachteil ist, dass sie in der Anschaffung mehr kosten, aber die langfristigen Kosteneinsparungen sollten das mehr als ausgleichen, wenn nicht sogar senken. Kein Wunder also, dass das Umsatzwachstum von Cree mit dem Erfolg der Cannabis-Branche gestiegen ist.

Das einzige wirkliche Problem dabei ist, dass im Gegensatz zu HPS-Glühlampen noch nicht bekannt ist, wie der Ernteertrag unter LEDs ausfällt. Es fehlen da einfach noch die nötigen Daten. Da aber immer mehr Züchter LEDs ausprobieren und verwenden, würde es mich nicht verwundern, wenn hier bald eine flächendeckende Umstellung stattfindet.

3 Stromspeicherung

Eine weitere Innovation, die die Cannabis-Branche verändern könnte, könnte dank des Elektrofahrzeugriesen Tesla (WKN:A1CX3T) stattfinden. Und nein, damit sind nicht selbstfahrende Autos gemeint, die einem Marihuana bis vor die Tür bringen.

Wie bereits erwähnt, ist es ziemlich teuer (d.h. energieintensiv), Cannabis anzubauen. Sicher, für sehr große Züchter wird es dank der schieren Größe und Preismacht irgendwann günstiger, der Energiepreis pro Gramm geht zurück. Aber im Großen und Ganzen können der Einsatz von HPS-Glühbirnen und die Notwendigkeit von Klimaanlagen eine Belastung für die Stromnetze darstellen und für die Züchter die Energiepreise in die Höhe treiben.

Und hier kommt Tesla und seine Powerwall/Powerpack-Lösung ins Spiel. Beide Produkte von Tesla bieten kleinen, mittleren und großen Landwirten die Möglichkeit, Strom zu speichern. Diese gespeicherte Energie dürfte sich vorrangig bei einem längeren Stromausfall als nützlich erweisen. Aber der eigentliche Vorteil liegt darin, dass die Züchter so in Zeiten mit günstigen Strompreisen Energie kaufen können und diese dann in teuren Zeiten nutzen. Wir reden hier zwar nur über Centbeträge, aber auch die summieren sich irgendwann.

Obwohl Tesla nicht vom Plänen für die Cannabis-Branche gesprochen hat, ist die Speichertechnologie doch eine logische Weiterentwicklung für die gesamte Industrie.

4 Cannabinoid-Biosynthese

Tech kann darüber hinaus auch die Art und Weise verändern, wie Cannabinoide im kleinen oder sogar kommerziellen Maßstab produziert werden.

Derzeit werden fast alle Cannabinoide mit traditionellen Extraktionsverfahren hergestellt. Dies ist in der Regel recht kostspielig, weshalb die Kunden bislang hohe Preise zahlen, um Cannabisöle – entweder Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD) – oder die meisten alternativen Produkte mit hohem THC- oder CBD-Anteil in die Finger zu bekommen. THC ist das psychoaktive Cannabinoid, das, schlicht gesagt, für das High sorgt, während CBD das nicht-psychoaktive Cannabinoid ist, das für den medizinischen Nutzen bekannt ist.

Allerdings hat sich eine neue Methode der Extraktion durchgesetzt: die Biosynthese. Hier werden Mikroorganismen zur Herstellung von Hefestämmen, die in der Lage sind, die gewünschten Cannabinoide zu produzieren, genutzt. Viele Unternehmen sind von dieser Methode überzeugt. Die Herstellung kann wetterunabhängig zu günstigeren Preisen stattfinden. Kurz, Cannabinoide können in gewünschten Mengen und das ganze Jahr über produziert werden.

Ein Unternehmen. das auf diese Taktik setzt, ist Cronos Group (WKN:A2DMQY), die im September eine Partnerschaft mit Ginkgo Bioworks eingegangen ist. Die hat man sich 100 Millionen USD kosten lassen. Cronos Group erhält somit Zugang zu Ginkgos Mikroorganismenplattform, um acht Cannabinoide im großen Maßstab zu entwickeln. Der Plan ist natürlich, die Produktlinie weg vom getrockneten Cannabis zu führen. Cronos geht davon aus, dass die Produktionskosten für die Biosynthese niedriger sein werden als die für herkömmliche Extraktionstechniken, was der Joint-Venture-Investitionen gute Renditen bringen sollte.

5 Cannabis-Atemtester

Last, but not least, wird es interessant sein zu sehen, was Cannabis-Atemtester in der Branche ausrichten können.

Die Strafverfolgungsbehörden sind mit dem Problem konfrontiert, dass die Richtlinien bei den Obergrenzen für Cannabis-Konsum nicht so rigide sind wie bei Alkohol. Bei Alkohol gibt es eine fixe Obergrenze, die es einem Polizisten erlaubt zu entscheiden, ob ein Fahrer als alkoholisiert gilt. Das ist bei Cannabis nicht so einfach, was wahrscheinlich einige US-Staaten bislang daran gehindert hat, dem legalen Cannabis-Handel das OK zu geben. THC kann tage- oder wochenlang im Organismus eines Benutzers verbleiben, was eine objektive Feststellung vor dem Gesetz erschwert.

Die Lösung könnten Cannabis-Atemgeräte sein. Im Augenblick gibt es eine Handvoll Firmen, die meisten davon privat, die an einem Marihuana-Atemgerät arbeiten. Das soll dann feststellen, wann und wieviel Cannabis ein Mensch konsumiert hat. Wenn die Behörden diese Geräte verwenden würden, könnten weitere US-Bundesstaaten sich dazu entscheiden, den Handel mit Cannabis zu erlauben.

Diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen. Trotzdem besteht hier das Potenzial, dass eine neue Art von Test und Regulierung zum Einsatz kommt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Shopify und Tesla. Sean Williams besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 24.3.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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