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Wo wird Netflix in 5 Jahren sein?

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Netflix (WKN:552484) hat den Markt im Laufe seiner Geschichte mystifiziert.

Der Streaming-Service ist seit dem Börsengang im Jahr 2002 um fast 30.000 % gestiegen, die Aktie war aber nicht immer ein offensichtlicher Gewinner. Während des „Qwikster-Debakels“ 2011 stürzte sie ab, als das Unternehmen seine Streaming-Sparte vom DVD-Versand trennte. Noch heute hat die Aktie viele Kritiker, die glauben, dass sie überbewertet ist und sagen, dass das Modell, das derzeit von der Verbrennung von Milliarden in bar abhängig ist, irgendwann zusammenbrechen wird.

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Netflix‘ Wettbewerbsposition scheint immer im Wandel zu sein, und heute ist es nicht anders. Mit der Konkurrenz von Apple und Disney (und sogar von AT&T nach der Übernahme von WarnerMedia) scheint die Vorherrschaft im Streaming-Bereich nicht mehr gewährleistet zu sein. Wo wird das Unternehmen in fünf Jahren stehen? Werfen wir einen Blick in die Kristallkugel.

Kundenwachstum

Obwohl der Aktienkurs von Netflix noch nie einfach vorherzusagen war, ist das Geschäftsmodell unkompliziert. Im Wesentlichen stammen alle Einnahmen aus dem Verkauf von Abonnements des Videounterhaltungsdienstes. Das zukünftige Wachstum hängt also stark davon ab, ob neue Kunden hinzukommen.

Netflix hat seinen globalen Expansionsplan im Januar 2016 abgeschlossen, doch das Abonnentenwachstum hat sich seitdem weiter beschleunigt und sich seit der Einführung des Streaming-Service im Jahr 2011 jedes Jahr erhöht. Im vergangenen Jahr kamen fast 30 Mio. Mitglieder hinzu. Basierend auf der Prognose zum zweiten Quartal ist das Unternehmen auf dem besten Weg, diese Rate 2019 erneut zu übertreffen.

Natürlich wird das Kundenwachstum irgendwann seinen Höhepunkt erreichen. In den USA erreichte das jährliche Abonnementwachstum 2014 mit 6 Mio. den Zenit und schwankt seitdem zwischen 5 und 6 Mio. Im Jahr 2019 scheint es sich jedoch zu verlangsamen, da das Unternehmen bis zum ersten Halbjahr nur noch 2 Mio. neue Mitglieder in den USA verzeichnen soll. Netflix hat auch die Talsohle seines langfristigen Zielbereichs von 60-90 Mio. Kunden in den USA erreicht. Im derzeitigen Tempo scheint eine angemessene Bandbreite für die Kundenzahl im Jahr 2024 75-85 Mio. zu sein. Das entspräche einem jährlichen Abonnentenwachstum von 3-5 Mio. in den nächsten fünf Jahren.

Das internationale Abonnentenwachstum ist schwieriger zu prognostizieren. Netflix hat im vergangenen Jahr fast 23 Mio. internationale Mitglieder hinzugewonnen. 2019 beschleunigt sich das Wachstum außerhalb der USA, wobei 12,6 Mio. neue Mitglieder in der ersten Jahreshälfte erwartet werden. Da Netflix mehr Geld in lokale, fremdsprachige Inhalte investiert, scheint sich das internationale Wachstum weiter zu beschleunigen, wird aber schließlich einen Sättigungspunkt erreichen (genau wie in den USA). Daraus folgt, dass Netflix in den nächsten fünf Jahren ein jährliches Wachstum von 25-30 Mio. internationalen Abonnenten verzeichnen wird und im Jahr 2024 217-267 Mio. zahlende Abonnenten außerhalb der USA zählen wird.

Preiserhöhungen

Neben dem Kundenwachstum sind Preiserhöhungen ein wichtiger Faktor für den Umsatz. Im ersten Quartal lag der durchschnittliche Abonnementpreis (ASP=average subscription price) in den USA bei 11,64 US-Dollar pro Monat, da das Unternehmen gerade dabei war, Preiserhöhungen umzusetzen. Außerhalb der USA betrug der ASP 9,32 US-Dollar, wobei auch hier einige Preiserhöhungen anstehen.

Basierend auf der jüngsten Entwicklung dürfte Netflix in den nächsten fünf Jahren ein oder zwei Preissteigerungen durchführen. Die Erwartung eines Preisanstiegs von 20-30 % erscheint daher angemessen. Ausgehend von dem monatlichen Preis von 13 US-Dollar, den das Standardpaket in den USA jetzt trägt, würde das bedeuten, dass der jährliche ASP der USA bis 2024 187,20 bis 202,80 US-Dollar erreichen würde. International würde der Jahrespreis unter Berücksichtigung des aktuellen ASP von 9,32 US-Dollar in den nächsten fünf Jahren auf 134,16 bis 145,44 US-Dollar steigen.

Anhand der oben angeführten Zahlen zeigt die folgende Tabelle, wie der Umsatz von Netflix auf dem nationalen und internationalen Markt aussehen könnte, basierend auf Worst-Case-, Durchschnitts- und Best-Case-Szenarien.

Voraussichtliche Zahlen für die USA 2024 Worst-Case-Szenario Durchschnittsszenario Best-Case-Szenario
Abonnenten 75 Mio. 80 Mio. 85 Mio.
Jahrespreis 187,20 USD 195 USD 202,80 USD
Gesamtumsatz 14 Mrd. USD 15,6 Mrd. USD 17,2 Mrd. USD

Quelle: Berechnungen des Autors.

Voraussichtliche Zahlen International 2024 Worst-Case-Szenario Durchschnittsszenario Best-Case-Szenario
Abonnenten 217 Mio. 242 Mio. 267 Mio.
Jahrespreis 134,16 USD 139,80 USD 145,44 USD
Gesamtumsatz 29,1 Mrd. USD 33,8 Mrd. USD 38,8 Mrd. USD

Quelle: Berechnungen des Autors.

Kombiniert man diese Zahlen, so beläuft sich der Umsatz von Netflix in fünf Jahren auf 43,1-56 Mrd. US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21-27,5 % entspricht.

Kosten

Der negative freie Cashflow ist für die Investoren zu einem Problem geworden, da Netflix in diesem Jahr einen freien Cashflow von minus 3,5 Mrd. US-Dollar prognostiziert, und das nach einem freien Cashflow-Verlust von 3 Mrd. US-Dollar im vergangenen Jahr. Das bedeutet, dass das Unternehmen erhebliche Schulden aufnehmen musste, um seine Original-Content-Produktion zu finanzieren. Netflix erwartet nun jedoch, dass 2019 die Talsohle des negativen freien Cashflows durchschritten wird, und sieht ab 2020 jedes Jahr eine Verbesserung der Margen. Das signalisiert, dass der freie Cashflow bis 2024 positiv sein sollte. Dann sollte sich die Lage deutlich verbessern, da keine höheren Ausgaben mehr geplant sind.

Netflix gab im vergangenen Jahr 13 Mrd. US-Dollar auf Cash-Basis für Streaming-Inhalte aus, und dieser Betrag wird auch in diesem Jahr stark steigen. Bis 2024 scheinen 20-25 Mrd. US-Dollar an Streaming-Ausgaben für Inhalte realistisch zu sein, da diese Ausgaben irgendwann auch nachlassen werden. Daher dürften die Ausgaben in Bereichen wie Marketing und Lohnbuchhaltung zurück gehen. Es ist schwieriger die Kosten zu prognostizieren als die Einnahmen, da das Unternehmen mehr Kontrolle über die Ausgaben hat. Die Rendite dürfte jedoch steigen, da das Abonnementmodell natürlich höhere Margen generieren sollte, da mehr Abonnenten dem Dienst beitreten. Solange das Wachstum der Ausgaben für Inhalte langsamer wird, sollte die Gewinnspanne in den nächsten fünf Jahren steigen.

Weitere Faktoren

Netflix ist natürlich nicht allein auf weiter Flur. Das Unternehmen steht vor einem verschärften Wettbewerb, und der Erfolg der Wettbewerber könnte das Wachstum beeinträchtigen, obwohl das Management mit seiner allgemeinen Widerstandsfähigkeit Recht hatte. Ebenso muss Netflix weiterhin qualitativ hochwertige Inhalte erstellen und sicherstellen, dass die Abonnenten darüber informiert sind, da der Wettbewerb um Zuschauer immer schwieriger wird.

Während das Geschäft heute fast ausschließlich auf dem Abonnementvideogeschäft basiert, bleibt die Aussicht auf Optionalität bestehen. Netflix könnte in neue Geschäftsfelder wie Kinos, Sport oder Videospiele einsteigen, die ganz neue Einnahmequellen erschließen könnten. Ähnlich wie das Unternehmen Originalserien herausbringt, ist auch das Potenzial vorhanden, zusätzliche Lizenzumsätze aus Dingen wie Spielzeug und Freizeitpark-Fahrgeschäften zu erzielen, ähnlich wie Disney. Netflix hat bereits vereinbart, einen Teil seiner Original-Inhalte an iQiyi zu lizenzieren, einen chinesischen Streaming-Dienst, der eine Möglichkeit darstellt, den riesigen chinesischen Markt zu erschließen.

Niemand weiß mit Sicherheit, wo Netflix in fünf Jahren sein wird, aber was wir heute wissen, ist, dass sein internationales Geschäft in die Höhe schießt, seine Anwesenheit bei Preisverleihungen jedes Jahr stärker wird und es einen massiven Vorsprung im Wettbewerb mit 150 Mio. globalen Abonnenten hat. Diese Art von Dynamik, kombiniert mit einem starken Abonnementmodell und bisher ungenutzten Wachstumsoptionen, zeichnet für das Jahr 2024 ein vielversprechendes Bild.

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Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und am 19.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple, Netflix und Walt Disney. The Motley Fool hat folgende Optionen: Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple und Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt iQiyi.

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