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Das wichtige Detail, das du in Tilrays Q4-Bericht wahrscheinlich übersehen hast

Foto: Getty Images

Aurora Cannabis war der erste der größten kanadischen Cannabis-Züchter, der seine Ergebnisse für das Quartal mit Stichtag 31. Dezember 2018 vorlegte. Dabei handelt es sich natürlich um den interessanten Zeitraum, in den der Beginn des Marktes für frei verkäufliches Cannabis in Kanada fiel. Canopy Growth legte einige Tage später nach. HEXO hat dann neulich seine Ergebnisse bekannt gegeben.

Tilray (WKN:A2JQSC), der drittgrößte Cannabis-Produzent nach Marktkapitalisierung, folgte Mitte März. Das Unternehmen verzeichnete ein enormes Umsatzwachstum und einen weiteren Nettoverlust. Aber es gab eine Sache im Bericht zum Q4, das nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit erhielt wie die anderen Schlagzeilen – und doch dürfte das für Tilrays Zukunft durchaus wichtiger sein.

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Ein Balanceakt

Die meisten Investoren konzentrieren sich auf die Zahlen zu Gewinn und Verlust eines Unternehmens. Daran ist nichts auszusetzen, im Gegenteil, es ist natürlich sehr sinnvoll, sofort erstmal auf Gewinne und Verluste zu achten. Allerdings darf man dabei die Bilanz nicht außer Acht lassen.

Die vielleicht kritischste Zahl bei Tilray wurde in der Bilanz aufgeführt: die Liquiditätslage des Unternehmens. Tilray berichtete, dass man zum 31. Dezember 2018 über liquide Mittel in Höhe von 487,3 Millionen USD verfügte. Einschließlich der kurzfristigen Investitionen des Unternehmens in Höhe von 30,3 Millionen USD verfügte Tilray somit über einen Gesamtbetrag von 517,6 Millionen USD.

Wie konnte Tilray so viel Geld rumliegen haben, wo man doch zeitgleich Geld verlor? Darüber gibt ein weiterer Blick in die Bilanz Aufschluss. Tilray hat Verbindlichkeiten von 420,4 Millionen USD in Form von Wandelanleihen. Dies ist auf das Debt Offering des Unternehmens im Oktober 2018 zurückzuführen.

Die Emission einer Wandelanleihe ermöglichte es Tilray, das dringend benötigte Kapital aufzubringen. Der Kompromiss besteht dann darin, dass die Inhaber der Anleihe diese in Aktien umwandeln können. In diesem Fall wird der Wert der bestehenden Aktien verwässert. Allerdings ist eine spätere Verwässerung für Anleger in der Regel leichter zu verkaufen als eine sofort eintretende Verwässerung.

Warum das wichtig ist

Um zu verstehen, warum die große Cash-Position von Tilray so wichtig ist, muss man sich die anderen Kennzahlen des Unternehmens ansehen. Auch wenn der Umsatz im vierten Quartal stark gestiegen ist, stiegen die Ausgaben noch schneller. Deshalb stieg dann auch Tilrays Nettoverlust. Und wegen dieser anhaltenden Verluste muss Tilray über genügend liquide Mittel verfügen, um das operative Geschäft zu finanzieren.

Die Frage, die sich Investoren sicherlich stellen werden, ist: Wird sich das Ergebnis von Tilray in Zukunft verbessern? Kurz: Ja, aber es gibt keine Garantie, wie lange es dauern wird, bis das Unternehmen dort ankommt.

Laut Tilray ist der Nettoverlust im vierten Quartal vor allem aufgrund höherer Ausgaben für die Expansionsbemühungen, einschließlich der Verstärkung der internationalen Teams und des Abschlusses strategischer Akquisitionen, gestiegen. Während ein Teil dieser erhöhten Ausgaben sich in den nächsten Quartalen nicht gleich wiederholen wird, sollte man nicht davon ausgehen, dass Tilray mächtig sparen wird. Wahrscheinlich werden die Ausgaben weiter steigen.

CEO Brendan Kennedy sagte, dass das Unternehmen sein „Kapital aggressiv einsetzen“ werde, um größere Niederlassungen in den USA und Europa aufzubauen. Tilray wird potenzielle Fusionen und Übernahmen prüfen, die neue Gebiete erschließen und dem Unternehmen helfen sollen, die Kapazitäten zu erhöhen, das Markenangebot zu erweitern oder neue, disruptive Technologien zu entwickeln.

Abnehmend und steigend

Die Liquiditätslage von Tilray wird sich so in den kommenden Quartalen mit ziemlicher Sicherheit verringern. Da das Unternehmen weiterhin Geld verliert und gleichzeitig strategische Investitionen zur Expansion tätigt, scheint dies unvermeidlich. Tilrays Finanzvorstand Mark Castaneda bestätigte dies und erklärte, dass der aktuelle Betrag an Barmitteln ausreichen sollte, um die Betriebs- und Expansionspläne in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu finanzieren.

Da der Cash-Bestand von Tilray abnimmt, wird die Bedeutung der Reserven zunehmen. Je niedriger die Cash-Position von Tilray ist, desto eher benötigt das Unternehmen mehr Geld. Tilray hat bisher noch nicht neue Aktien ausgegeben (und damit zur Verwässerung des Wertes bestehender Aktien beigetragen). Das dürfte jedoch immer eine Option sein.

Obwohl Tilrays Umsatz und Jahresfehlbetrag im vierten Quartal wichtige Kennzahlen sind, handelt es sich dabei nur um Momentaufnahmen aus der Vergangenheit. Die Liquiditätslage des Unternehmens hingegen wird dazu beitragen, das zukünftige Erscheinungsbild von Tilray zu gestalten.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von HEXO. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 19.3.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt. 

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