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4 Dinge, die Tilray in seinem Q4-Bericht hätte enthüllen sollen – aber nicht getan hat

Tilray (WKN:A2JQSC) gab neulich seine Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt. Wie erwartet wurde, verzeichnete der kanadische Marihuana-Produzent ein starkes Umsatzwachstum. Wie ebenfalls erwartet wurde, musste Tilray auch einen erheblichen Nettoverlust hinnehmen.

Den Investoren schienen allerdings Tilrays Ergebnisse zu gefallen. Die Aktie stieg am Montag nach der Verkündung, am Dienstag dann noch einmal vorbörslich. Aber was ist mit den Zahlen, die die Investoren nicht gesehen haben? Hier sind vier Dinge, die Tilray in seinem Q4-Update hätte verkünden sollen, es aber nicht getan hat.

1. Tatsächlicher Nettoumsatz

Tilray meldete im vierten Quartal einen Umsatz von 15,5 Millionen USD. Aber es war nicht klar aus der Pressemitteilung des Unternehmens zu ersehen, was dieser Umsatz alles beinhaltete.

Die meisten Konkurrenten von Tilray geben in ihren Quartalsberichten Bruttoeinnahmen und Nettoeinnahmen an. Die Bruttoeinnahmen beinhalten Verbrauchsteuern, während die Nettoeinnahmen den Bruttoeinnahmen abzüglich der Verbrauchsteuern entsprechen. Andere Unternehmen heben in der Regel ihre Nettoumsatzzahlen hervor. So hat beispielsweise Canopy Growth (WKN:A140QA) seinen Nettoumsatz direkt und allem voran in die Schlagzeile seiner Pressemitteilung gepackt. Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) listete den Nettoumsatz als ersten Punkt in seiner Pressemitteilung auf.

Bei der Konferenz zum Q4 von Tilray wurde Brendan Kennedy gebeten, zu klären, ob die Umsatzzahlen des Unternehmens auf Brutto- oder Nettobasis liegen. Er antwortete: „Ja, das sind die Nettoeinnahmen, aber es beinhaltet auch Steuern.“ Mit anderen Worten, Tilrays „Nettoumsatz“ entsprach dem Bruttoumsatz seiner Mitbewerber. So wirkt die Zahl natürlich höher, auch wenn sie nur aufgeplustert ist.

2. Anteile am Verkauf von Lifestyle-Cannabis vs. medizinischem Marihuana

Aurora Cannabis and Canopy Growth trennten deutlich, wie viel der Gesamteinnahmen in dem Quartal mit Stichtag 31. Dezember 2018 aus dem Verkauf von medizinischem Marihuana stammt und wie viel vom Lifestyle-Markt. Tilray tat das nicht.

Die einzige Information, die Tilray darüber enthüllte, ist, dass ein Teil des Umsatzwachstums von 203,8 % gegenüber dem Vorjahr auf „die frühen Verkäufe auf dem legalen Markt in Kanada“ zurückzuführen sei. Es ist nur logisch, dass ein Großteil des Wachstums vom legalen Lifestyle-Markt kommt, aber eine klare Zahl ist dazu nirgends zu finden.

3. Weltweiter Vertrieb

Man sollte meinen, dass Tilray sich auf den Weltmarkt konzentrieren würde, insbesondere wenn man bedenkt, dass Brendan Kennedy sagte, dass „die Märkte der Vereinigten Staaten und Europas weitaus größer sind als Kanada“. In der Pressemitteilung des Unternehmens für das vierte Quartal wurde von höheren Ausgaben für den „Ausbau internationaler Teams“ gesprochen. Aber gab es internationale Verkaufszahlen zu sehen? Nein.

Auch hier waren die wichtigsten Konkurrenten von Tilray offener. Die Verkäufe auf dem Weltmarkt sind für Aurora und Canopy Growth zwar noch gering, aber die Zahlen sind groß genug, um sie im Quartalsbericht zu erwähnen. Tilray war der erste kanadische Marihuana-Produzent, der sowohl Cannabisblüten als auch Cannabis-Öle in Deutschland vermarktete – dem größten internationalen Marihuana-Markt außerhalb Nordamerikas. Es ist schon überraschend, dass das Unternehmen nicht zumindest einige Details zu seinen internationalen Aktivitäten geliefert hat.

4. Fremdlieferung vs. Eigenproduktion

Tilrays CFO Mark Castaneda sagte bei der Konferenz, dass „die Beschaffung von Fremdprodukten“ ein wesentlicher Grund dafür sei, dass die Bruttomargen im vierten Quartal von 57 % im Vorjahreszeitraum auf 20 % sanken. Brendan Kennedy erklärte später, dass „das Angebot von Drittanbietern in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass wir eine große Nachfrage nach unseren Produkten haben und einfach nicht in der Lage sind, genug zu produzieren, um diese Nachfrage auch zu decken.“

Allerdings bekamen die Investoren keine Informationen darüber, wie sehr Tilray auf Drittanbieter angewiesen war. Gut, andere Unternehmen geben solche Informationen in der Regel auch nicht an. Aber es wäre sehr interessant gewesen zu wissen, wie sehr Tilray sich auf andere Lieferanten verlassen musste, um das Umsatzwachstum im vierten Quartal zu packen.

Ist das denn so wichtig?

Tilray war in seinem Quartalsbericht sicherlich nicht so transparent wie Aurora Cannabis oder Canopy Growth. Aber ist das überhaupt wichtig? Ja und nein.

Einerseits können einige der ausgelassenen Details bis zu einem gewissen Grad relativ gut geschätzt werden. Es ist nicht allzu schwierig, einen Richtwert für den tatsächlichen Nettoumsatz von Tilray zu berechnen. Wir könnten auch wahrscheinlich ziemlich locker schätzen, wie viel von Tilrays Q4-Umsatz vom medizinischen Markt und wie viel vom Lifestyle-Markt stammt.

Es ist jedoch zumindest ein wenig beunruhigend, dass Tilray anscheinend annimmt, dass Aktionäre und die Anlegergemeinschaft nicht an Details kommen sollen, die andere große Marihuana-Produzenten bereitwillig zur Verfügung stellen. Bei der zunehmenden Bedeutung des Weltmarkts werden Investoren definitiv wissen wollen, wie sich das Unternehmen in diesen Märkten im Vergleich zum Heimatmarkt entwickelt. Für einige wirft der Mangel an Transparenz eine weitere Frage auf: Wenn Tilray diese Dinge schon nicht preisgibt, womit hält das Unternehmen dann noch hinter dem Berg?

Natürlich spielt all dies für Investoren, die ohnehin nicht vorhatten, Tilray-Aktien zu kaufen, keine Rolle. Ich denke, dass dies auf die meisten Investoren zutrifft. Es gibt einfach zu viele andere Cannabis-Aktien, die sich zum Kauf anbieten.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speigts besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 19.3.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt. 

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