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Könnte das Warren Buffetts nächste 100 Mrd-Dollar-Investition sein?

Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2), das Konglomerat unter der Führung des Milliardärs Warren Buffett, hat seit einiger Zeit mit einem großen Liquiditätsproblem zu kämpfen. Es ist nicht so, dass das Unternehmen zu wenig Geld hat – es ist so, dass es viel zu viel hat. Ende 2018 saß Berkshire auf 112 Mrd. US-Dollar in liquiden Mitteln.

Buffetts bevorzugte Verwendung von Berkshire’s Barmitteln wäre eine große Übernahme (oder mehrere). Leider gab es jedoch in den letzten Jahren einen großen Mangel an attraktiven Möglichkeiten. Ebenfalls käme auch der Kauf von Stammaktien in Frage, welcher allerdings das gleiche Bewertungsproblem mit sich brächte.

Aktienrückkäufe sind eine weitere Option und Buffett selbst hat kürzlich angedeutet, dass Berkshire damit beginnen könnte, Aktienrückkäufe in einem viel größeren Umfang als bisher zu tätigen.

In einem kürzlich erfolgten Interview der Financial Times sagte Buffett, dass Berkshire bis zu 100 Mrd. US-Dollar seiner Aktien zurückkaufen könnte. Was er nicht sagte war, wann oder wie schnell diese Rückkäufe stattfinden könnten. Diese Daten wären jedoch auf jeden Fall erwähnenswert.

Die neue und verbesserte Rückkaufpolitik von Berkshire Hathaway

Falls du es noch nicht weißt, die Rückkaufpolitik von Berkshire Hathaway wurde 2018 grundlegend überarbeitet.

Zuvor gab es eine feste Rückkaufregel, welche es dem Management von Berkshire ermöglichte, Aktien zurückzukaufen, wenn sie mit weniger als 120 % des Buchwerts gehandelt wurden. Buffett und der Vorstand von Berkshire waren der Meinung, dass dieses Niveau deutlich unter dem inneren Wert liegt. Das einzige Problem ist, dass die Aktie selten auch nur annähernd dieses Niveau erreicht hat. Das letzte Mal, dass Berkshire unter dieser Schwelle handelte, war Anfang 2013.

So entschied sich der Vorstand Mitte 2018, die Rückkaufsermächtigung zu ändern. Jetzt kann Berkshire jederzeit Aktien zurückkaufen, unabhängig von der Kurs-Buchwert-Bewertung, solange sowohl Warren Buffett, als auch Vice Chairman Charlie Munger sich einig sind, dass die Aktie mit einem erheblichen Abschlag auf den inneren Wert handelt.

Obwohl wir nicht genau wissen, was die beiden Männer glauben, was die Aktie von Berkshire tatsächlich wert ist, bewegte sich Berkshires Kurs-Buchwert-Verhältnis im dritten Quartal zwischen etwa 1,28 und 1,54, als Berkshire-Aktien im Wert von fast 1 Mrd. US-Dollar zurückgekauft wurden. Im jüngsten Aktionärsbrief wies Buffett auch darauf hin, dass Rückkäufe ein wesentlicher Teil der zukünftigen Kapitalnutzung von Berkshire sein werden.

Ein Rückkauf im Wert von 100 Mrd. US-Dollar?

Bislang waren Warren Buffett und Berkshire Hathaway nicht allzu aggressiv, wenn es um den Rückkauf von Aktien geht – zumindest bis Ende 2018. Die neue Rückkaufpolitik erlaubte es Buffett, Rückkäufe in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu genehmigen, und davon machte er Gebrauch.

Im dritten Quartal kaufte Berkshire für 925 Mio. US-Dollar und im vierten für 418 Mio. US-Dollar und somit für insgesamt etwas mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar die eigenen Aktien zurück. Das mag nach viel Geld klingen, und das ist es ohne Zweifel auch, jedoch entspricht es nur etwa 0,2% der Marktkapitalisierung von Berkshire. Mit anderen Worten: Wir haben noch keine Rückkäufe gesehen, die irgendwelche Auswirkungen auf den Kurs hätten haben können.

Das könnte sich aufgrund von folgenden drei Faktoren in Zukunft allerdings ändern:

  • Erstens hat Buffett gesagt, dass Rückkäufe eine gute Idee sind, wenn die Aktie von Berkshire für weniger als ihren inneren Wert handelt, und es scheint, dass er das jetzt so empfindet. Schließlich handelt die Berkshire-Aktie nicht mit viel mehr als der durchschnittliche Rückkaufpreis des dritten Quartals. Buffett hat gesagt, dass die Investoren erwarten sollten, dass Rückkäufe eine größere Rolle in der zukünftigen Strategie spielen werden.
  • Zweitens wird Berkshires Barbestand viel zu groß. Ende 2018 verfügte Berkshire über 112 Mrd. US-Dollar in liquiden Mitteln. Das sind 92 Mrd. US-Dollar mehr, als Buffett gerne zur Hand hat. Da im ersten Quartal keine größeren Übernahmen angekündigt wurden, ist davon auszugehen, dass es noch mehr geworden ist.
  • Drittens ist es unwahrscheinlich, dass Buffett Übernahmemöglichkeiten zu vernünftigen Preisen findet. Offensichtlich wissen wir nicht, welche Details in den Übernahmegesprächen von Berkshire besprochen wurden, aber Buffett hat in den letzten Jahren mehrmals gesagt, dass das größte Hindernis des Geschäftsabschlusses darin besteht, sich auf einen vernünftigen Übernahmepreis zu einigen. Da der Markt knapp unter den Höchstständen aller Zeiten liegt, scheint es unwahrscheinlich, dass sich das inzwischen geändert hat.

Es gibt zwar keinen Grund, an Buffetts Aufrichtigkeit über die 100 Mrd. US-Dollar zu zweifeln, aber es ist wichtig zu betonen, dass er dafür keinen Zeitrahmen vorgegeben hat. Mit anderen Worten, Berkshire könnte 100 Mrd. US-Dollar an Aktien im nächsten Jahr, in fünf Jahren, in 10 Jahren oder erst in 20 Jahren zurückkaufen. Da wir wissen, wie selektiv Buffett bei seinen großen Investitionen ist, ist es nur vernünftig anzunehmen, dass er bei den Rückkäufen genauso selektiv sein könnte.

Kurz gesagt: Obwohl sich die Rückkäufe von Berkshire tatsächlich beschleunigen könnten, während die liquiden Mittel zunehmen, sollte man nicht erwarten, dass ein Rückkauf in Höhe von 100 Mrd. US-Dollar sofort erfolgt.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 29.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt diese.

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