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Aurora Cannabis: 5 Dinge, die du vor dem Kauf wissen musst

Ein Top-Analyst, der die Marihuanabranche beobachtet, hat Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) zur besten Cannabisaktie am Markt gekürt. Dazu ist der Aktienkurs von Aurora seit Jahresbeginn um mehr als 90 % gestiegen.

Mit den warmen Worten des Analysten sowie der starken Performance muss man sich vielleicht fragen, ob es jetzt an der Zeit ist, Aktien von Aurora Cannabis zu kaufen. Die Antwort lautet… vielleicht. Hier mal fünf Dinge, die man wissen sollte, bevor man bei dieser Aktie zuschlägt.

1. Die wohl höchste Produktionskapazität der Branche

Hier ist ein wichtiger Fakt über die Marihuanabranche: Ein Unternehmen kann nur verkaufen, was es auch produzieren kann. Sicher, das gilt für so ziemlich jede Branche. Aber hier ist eine Sache, die wohl gerade nur auf die Cannabisbranche zutrifft: Die Unternehmen können auch restlos alles abverkaufen, was sie produzieren. Die Nachfrage übersteigt derzeit das Angebot.

Beide Fakten ergeben, dass die erfolgreichsten Unternehmen der Marihuanabranche auch die größte Kapazität haben. Und Aurora Cannabis ist auf dem Weg, die höchste Kapazität der Branche zu haben.

Aurora erwartete kürzlich, eine jährliche Produktionsrate von 150.000 Kilogramm zu erreichen. Die für Mitte 2020 angestrebte jährliche Kapazität liegt dann bereits bei über 500.000 Kilogramm. Und diese Zahl beinhaltet nicht die Kapazitätserweiterung, die die Übernahme von ICC Labs mit sich bringen wird.

2. Die Nummer 2 auf dem legalen Markt in Kanada

Der legale kanadische Markt für Marihuana befindet sich noch in den Anfängen. Wir wissen jedoch bereits dank der neulich veröffentlichten Quartalsberichte, dass sich zwei Unternehmen als klare Marktführer erwiesen haben.

Canopy Growth (WKN:A140QA) hat den höchsten Marktanteil auf dem legalen Markt in Kanada. Mit einem Marktanteil von 20 % im Quartal zum 31. Dezember 2018 liegt Aurora Cannabis jedoch nicht allzu weit zurück. Es könnte bei diesen beiden einiges an Hin und Her geben, aber Aurora sollte auf lange Sicht an der Spitze bleiben.

3. Wahrscheinlich führend auf dem Weltmarkt

Das ist eine enge Entscheidung. Aurora verzeichnete im letzten Quartal einen internationalen Umsatz von 2,9 Millionen CAD, bei Canopy Growth waren es rund 2,7 Millionen CAD. Das ist nur ein kleiner Unterschied, besonders wenn man bedenkt, wie sehr die Weltmärkte für medizinisches Cannabis noch in den Kinderschuhen stecken.

Aber Aurora hat kürzlich damit begonnen, Cannabisöle nach Deutschland zu liefern. Das wird mit ziemlicher Sicherheit zu einem Umsatzwachstum in der Sparte “international” führen. Darüber hinaus ist das Unternehmen auf fünf Kontinenten in 24 Ländern tätig. Canopy Growth kommt lediglich auf 16 Länder.

Der größte Nachteil für Aurora aus internationaler Sicht sind die USA. Aurora kann nicht auf dem US-Cannabismarkt mitmischen, solange Cannabis auf Bundesebene weiterhin illegal ist. Canopy hat bereits Pläne angekündigt, in den US-Hanfmarkt einzusteigen, aber von Aurora gab es in der Richtung noch keine Updates.

4. Es geht um strategische Partnerschaften

Ein weiterer Bereich, in dem Aurora definitiv hinter Canopy Growth steht, sind strategische Partnerschaften. Der große Getränkehersteller Constellation Brands hat über 4 Milliarden USD in Canopy investiert und besitzt eine 38 %ige Beteiligung an dem Unternehmen. Bisher gab es für Aurora nur Gerüchte über mögliche Geschäfte mit großen Unternehmen außerhalb der Cannabisbranche.

Das könnte sich aber bald ändern. Aurora hat kürzlich die milliardenschweren Investoren Nelson Peltz als strategischen Berater an Bord geholt. Peltz wird dem Unternehmen helfen, Partner zu finden, die er als “erfahrene Akteure in Verbraucher- und anderen Marktsegmenten” bezeichnet. Sollte er da Erfolge verzeichnen können, dürfte Aurora starkes Wachstum bevorstehen.

5. Der Wert der bestehenden Aktien ist extrem verwässert

Klang das bislang alles zu positiv? Gut, dann hier der Wermutstropfen: Aurora hat den Wert seiner bestehenden Aktien durch die Ausgabe neuer Aktien im Rahmen von Buy-Deal-Finanzierungen extrem verwässert. Wie die folgende Grafik zeigt, haben diese Transaktionen die Performance der Aktie stark belastet.

ACB, Daten via YCharts

Das Wachstum der Marktkapitalisierung spiegelt die Wertentwicklung der Aurora-Aktie wider, wenn sie nicht verwässert worden wäre. Die Führungskräfte von Aurora würden einem jedoch sagen, dass diese Verwässerung durch die Ausgabe neuer Aktien ein notwendiges Übel war, um schnell zu expandieren und das Unternehmen langfristig in eine gute Ausgangslage zu bringen.

Diese Sache könnte die Investoren jedoch noch lange beschäftigen. Selbst wenn Aurora auf dem Weg zur Profitabilität ist, könnte es sein, dass es in Zukunft noch zusätzliches Kapital für die Expansion beschaffen muss. Zudem hat das Unternehmen fast 500 Millionen USD an Wandelschuldverschreibungen ausstehen, die in den nächsten Jahren in Aktien umgewandelt werden könnten, was dann zu einer noch stärkeren Verwässerung führen wird.

Noch eine Sache, die man wissen sollte

Es gibt noch eine weitere Sache, die Investoren vor dem Kauf von Aktien von Aurora Cannabis wissen sollten: die genaue Größe des Cannabisweltmarkts. Einige erwarten einen weltweiten Marktwert von 150 Milliarden USD. Diese Zahl stammt aus einer Schätzung der Vereinten Nationen, bei der jedoch leider auch der illegale Handel mit Cannabis eingerechnet ist.

Andere sehen das Potenzial, dass Cannabis gleich mehrere Milliardenbranchen durchrüttelt. Canopy Growths Co-CEO Bruce Linton sagte sogar, dass Cannabis auf einen globalen Gesamtmarkt von 500 Milliarden USD Einfluss nehmen könnte. Er führt als Beispiele alkoholische Getränke, Tabak und Arzneimittel an.

Die Wahrheit ist jedoch, dass vieles davon Hype ist. So oder so, der globale legale Marihuanamarkt wird in Zukunft zweifellos viel größer sein als jetzt. Ich denke, dass eine Marktgröße von mehr als 100 Milliarden USD innerhalb der nächsten 15 Jahre durchaus realistisch ist.

Die Marktkapitalisierung von Aurora Cannabis liegt derzeit bei rund 9 Milliarden USD. Das Unternehmen muss also nur einen kleinen Teil des Weltmarktes erobern, um viel Platz zum Wachsen zu haben.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Constellation Brands. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 17.3.2019 auf Fool.com und wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.