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Adidas, BASF und Siemens sind die innovativsten DAX-Konzerne – aber auch die besten Aktien?

Die innovativsten Konzerne der Welt wurden im März von der Boston Consulting Group gekürt und deutsche Unternehmen haben erfreulich gut abgeschlossen. Insbesondere Adidas (WKN:A1EWWW), BASF (WKN:BASF11) und Siemens (WKN:723610) konnten sich nach vorne arbeiten. Ich bin der Frage nachgegangen, warum gerade diese drei herausgehoben wurden und ob ihre Aktien vielleicht besonders interessant sein könnten.

Das Ranking der Innovations-Champions

Das BCG-Ranking basiert auf einer Mischung aus einer Befragung von über 2.500 Vorständen zum Einsatz von zukunftsweisenden Technologien in den betreffenden Unternehmen und einer Kennzahlenauswertung rund um Wachstum, Rentabilität und Forschungsaufwand. Die Entwicklung oder systematische Nutzung von künstlicher Intelligenz, die Schaffung von ausgefeilten globalen Plattformen und die Bildung von branchenübergreifenden Allianzen zur Entwicklung von integrierten Lösungen gehörten zu den Erfolgsfaktoren vieler Top-50-Unternehmen.

Ganz vorne macht sich – wie nicht anders zu erwarten – vor allem die kalifornische Prominenz breit. Aber bereits auf Platz 10 erscheint Adidas. Mit acht weiteren Platzierungen hält Deutschland andere Länder wie Frankreich (1), England (3), China (2) oder Japan (2) überraschend deutlich auf Abstand. Das Beste dabei ist, dass sich fast alle gegenüber dem Vorjahr verbessert haben — im Fall von Adidas gleich um 25 Positionen.

Was die drei deutschen Topinnovatoren auszeichnet

Adidas
Was also ist es, das die Jury an einem Unternehmen wie Adidas so fantastisch findet? Klar, marketingtechnisch gehört Adidas seit Jahrzehnten zu den Innovationsführern. Ansonsten handelt es sich dabei ja irgendwie immer noch um einen Hersteller von Sportmode, Laufschuhen und Fußbällen, was sich alles nicht gerade nach Hightech anhört. Aber Adidas ist zum Beispiel gut dabei, neue, nachhaltige Materialien zu finden, die besser recyclebar und länger haltbar sind. Außerdem investiert der Hersteller viel in umweltschonende Fertigungsmethoden.

Hinzu kommen diverse digital getriebene Initiativen wie etwa die Community rund um die Fitnessapp Runtastic, das Verbauen von smarter Sensorik in Sportartikeln und die Speedfactory, die, basierend auf umfangreichen Analysen, maßgeschneiderte Sportschuhe semiautomatisch produziert und dafür auch 3D-Drucktechnik einsetzt. Mit Aktionen wie dem Superbowl-Schuh aus der Speedfactory sicherte man sich dabei auch die Aufmerksamkeit des US-Publikums. Die Innovation bei Adidas hat also viele Gesichter.

BASF
Auch die gute alte BASF hätten bestimmt nicht viele auf der Liste gehabt und doch hat sie einen beachtlichen 12. Platz ergattert. Der führende Chemiekonzern hat sich über die letzten Jahre stark gewandelt. Während es früher vor allem um die Versorgung mit Grundstoffen ging, stehen heute immer häufiger komplexe kundenspezifische Lösungen im Mittelpunkt. Um der Konkurrenz dabei immer ein Stück voraus zu sein, investiert der Konzern hohe Summen in die Forschung.

An 70 weltweit verteilten Standorten werden jährlich Tausende Forschungsprojekte in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten durchgeführt. Seit Kurzem unterstützt dabei auch ein außergewöhnlicher Supercomputer namens Quriosity. Über komplexe Simulationen und Modellierungen lassen sich so zum Beispiel schneller neue, aussichtsreiche Materialien und Wirkungsmechanismen identifizieren. In diesem Zusammenhang stellt BCG eine Kooperation mit Citrine Informatics heraus, um unter Einsatz von künstlicher Intelligenz neuartige Stoffe zum Einfangen von Treibhausgasen zu finden.

Siemens
Noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat Siemens, aber mit Platz 16 im Ranking steht es den anderen beiden kaum nach, was die Einschätzung der Innovationskraft angeht. Der Elektrogigant hat gerade seinen Kapitalmarkttag abgehalten und strotzt nur so vom Willen zur Gestaltung der globalen Industrie- und Infrastrukturwelt. Greifbare Innovationen, die Milliarden Menschen faszinieren, hat Siemens zwar auf den ersten Blick nicht zu bieten. Aber bei genauerem Hinsehen erkennt man die einzigartige Position des Konzerns, wenn es etwa darum geht, fortschrittliche Technologien wie den 3D-Druck, das Maschinenlernen, Cloud-Software, Robotik und Blockchain effizient zusammenzubringen.

Siemens organisiert dafür regelmäßig praktisch die gesamte Industrie und unterstützt dabei die Schaffung von gemeinsamen Standards, damit zum Beispiel der 3D-Drucker Hand in Hand mit etablierter Automatisierungstechnik in Fabriken arbeiten kann. Hierzu gehört auch das Industrie-4.0-Betriebssystem MindSphere, das mittlerweile riesige Unterstützung durch Entwicklungs- und Anwendungspartner erfährt. Komplementär dazu hat Siemens rund um den „Digitalen Zwilling“ ein beeindruckendes Softwareportfolio geschaffen, dass von Millionen Ingenieuren genutzt wird, um schneller innovative Produkte zu entwickeln.

Diese Aktien sind aussichtsreich

Ein leistungsfähiges Innovationssystem in einer großen Organisation zu implementieren, ist keine leichte Sache. Die Tendenz zur Routine, eingefahrene Prozesse und unflexible Management-Hierarchien machen es vielerorts schwer, Neues zu denken und Innovationen zur Marktreife zu führen. Doch Adidas, BASF und Siemens haben sich über die letzten Jahre unheimlich ins Zeug gelegt, um diese brachliegenden Potenziale zu schöpfen.

Interessant dabei ist, dass Siemens ein Partner der Adidas Speedfactory ist und BASF einen superelastischen Schaum für Adidas-Laufschuhe entwickelt hat. BASF und Siemens wiederum kooperieren in der ambitionierten Technologie-Initiative SmartFactory KL. Innovative Unternehmen befruchten sich offensichtlich gerne gegenseitig.

Als Anleger können wir aus all dem mitnehmen, dass eine gut gefüllte Innovationspipeline jede Menge Wachstumschancen und gleichzeitig eine Diversifizierung durch die vielfältigen Anwendungsbereiche bedeutet. Deswegen ist es sicherlich keine schlechte Idee, solche Aktien auf seine Watchlist zu setzen und dann bei fairer Bewertung zuzuschlagen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens.