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2 Dinge, die Investoren von AbbVie offenbar nicht auf dem Zettel haben

Der Pharmariese AbbVie (WKN:A1J84E) hat schon bessere Tage gesehen. Nach einem Plus von 54 % im Jahr 2017 verlor die Aktie im vergangenen Jahr an Boden. Bislang ist der Aktienkurs von AbbVie im Jahr 2019 um einen zweistelligen Prozentsatz gesunken.

Sehen die Investoren von AbbVie hier etwa irgendetwas nicht? Der Meinung ist jedenfalls der Präsident des Unternehmens, Michael Severino. Er nahm auf der Cowen Healthcare Conference im März Fragen entgegen. Am Ende wurde er gebeten, ein oder zwei Dinge zu nennen, die Investoren von AbbVie vielleicht einfach nicht sehen. Hier mal die beiden Sachen, die er als Antwort parat hatte.

1. Das mehr als solide Geschäft von AbbVie

Severino wies schnell darauf hin, dass das Geschäft von AbbVie insgesamt nach wie vor sehr stark ist. Natürlich steht das Unternehmen vor Herausforderungen für Humira durch Biosimilars auf dem europäischen Markt. AbbVie gab in seinem Q4-Update enttäuschende Prognosen ab, allen voran die rückläufigen Umsätze für sein meistverkauftes Medikament.

Severino sagte jedoch, dass AbbVie wohl bis 2023 in keinen direkten Biosimilar-Wettbewerb in den USA gehen werden muss. Die USA sind der größte Markt für Humira, so dass ein Großteil der Einnahmen des Medikaments relativ sicher sein sollte. Derweil ist er der Meinung, dass Investoren wissen sollten, wie viel Wachstum AbbVie mit seinen anderen Produkten erzielen kann.

Die Umsätze der wichtigsten Krebsmedikamente des Unternehmens, Imbruvica und Venclexta, steigen weiter an. Vor allem Venclexta hat viel Potenzial in weiteren Indikationen, insbesondere als Erstlinientherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und bei akuter myeloischer Leukämie (AML) und Multiplem Myelom.

Severino hat nicht viele Worte über Orilissa verloren. Mit der ersten zugelassenen Indikation zur Behandlung von Endometrioseschmerzen ist das Medikament jedoch gut gestartet. AbbVie erwartet, dass Orilissa eine weitere Indikation zur Behandlung von Gebärmutterfibroiden bekommen wird. Mit der Zulassung für beide Indikationen könnte das Medikament zu einem weiteren Blockbuster für das Unternehmen werden.

Noch interessanter allerdings sind die neuen Medikamente, die in diesem Jahr auf den Markt kommen dürften: Risankizumab hat gerade die Zulassung der europäischen Behörde EMA erhalten. Upadacitinib sollte bald folgen; die Zulassung zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis wird für das dritte Quartal 2019 erwartet.

Von diesen beiden Kandidaten verspricht man sich enorme finanzielle Erfolge. Zusammen mit Imbruvica, Venclexta und Orilissa sind sie Schlüsselkomponenten von AbbVies Ziel, bis 2025 35 Milliarden USD an Umsätzen reinzuholen, die nichts mit Humira zu tun haben. AbbVie hat im vergangenen Jahr 32,7 Milliarden USD verdient, wobei Humira mehr als 60 % dieser Zahl ausmacht.

2. Die Pipeline von AbbVie

Zu Recht findet die Spätphase der Pipeline von AbbVie mit dem Blockbuster-Potenzial für Risankizumab und Upadacitinib die größte Beachtung. Severino ist jedoch der Meinung, dass einige Investoren die Stärke der Medikamente des Unternehmens, die noch im Frühstadium sind, nicht auf dem Schirm haben.

Severino sagte, dass in den nächsten 12 bis 18 Monaten viele Daten aus früheren Programmen in der Pipeline von AbbVie veröffentlicht werden. Er hob insbesondere die Arbeit des Unternehmens in den Bereichen Immunologie und Onkologie hervor. AbbVie hat mit ABBV-599 ein vielversprechendes Medikament gegen rheumatoide Arthritis in klinischen Studien der Phase 2. Die Pipeline umfasst auch mehrere Onkologiekandidaten in Phase-1-Studien, die auf solide Tumore abzielen. Hier erwartet Severino signifikante Fortschritte.

Auch in den Neurowissenschaften hat das Unternehmen gute Fortschritte gemacht. AbbVie wird in den Neurowissenschaften nicht als führend erachtet, obwohl es dort mit dem Parkinson-Medikament Duodopa ein zugelassenes Produkt hat. Das könnte sich in Zukunft ändern.

AbbVie hat Medikamente in der Phase 2, die auf die Behandlung von Alzheimer, Multipler Sklerose und progressiver supranuklearer Lähmung (PSP) abzielen. Darüber hinaus wertet der Pharmakonzern eine Reihe von experimentellen Medikamenten in der Frühphase zur Behandlung von Parkinson und Rückenmarksverletzungen aus.

Noch etwas, was man wissen sollte

Hatte Severino Recht, dass viele Investoren diese beiden Vorteile für AbbVie schlicht nicht erkennen? Ich glaube schon. Die Aktie wurde so stark abgewertet, dass sie nun zu einer extrem günstigen Bewertung zu haben ist. Trotz des Pipeline-Risikos, dem AbbVie ausgesetzt ist, machen die tatsächlich guten Wachstumsaussichten des Unternehmens die Aktie zu einem Schnäppchen.

Und noch etwas sollten Anleger im Kopf haben: die solide Dividende. Die Dividende von AbbVie beträgt mittlerweile fast 5,5 %. Mit dieser hohen Dividende muss das Unternehmen kein sehr hohes Gewinnwachstum erzielen, um Gesamtrenditen zu generieren, die über dem Markt liegen.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt Aktien von AbbVie.

Dieser Artikel erschien am 17.3.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.