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So günstig ist die Amazon-Aktie mittlerweile bewertet

Wenn du ins Jahr 1997 zurückreisen könntest, um 1000 Euro in eine Aktie zu investieren … welche wäre das? Nicht unwahrscheinlich, dass du dich für Amazon (WKN: 906866) entscheiden würdest: Von ihrem Tiefststand aus, den sie kurz nach ihrem Börsengang markierte, hat sich die Amazon-Aktie bis heute ver-1467-facht (Stand aller Kurs- und Bewertungsangaben: 30.04.2019).

Dabei war das Papier zu keinem Zeitpunkt besonders günstig bewertet: Noch vor 18 Monaten wurden Amazon-Anteilsscheine laut macrotrends.net zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 244 gehandelt.

Doch seitdem ist die Bewertung stark gefallen und es sieht so aus, als würde dieser Trend weiter anhalten. Das liegt mitnichten daran, dass sich die Aktie schlecht entwickeln würde, sondern daran, dass das Unternehmen begonnen hat, dicke Gewinne einzufahren und in seine Bewertung hineinzuwachsen. Sehen wir uns an, wie teuer – oder günstig – die Amazon-Aktie aktuell aussieht!

Die Bewertung fällt

Wie bereits erwähnt, wurde die Aktie vor 18 Monaten zu einem KGV von 244 gehandelt, wenn man die Unternehmensgewinne der letzten vier Quartale (Trailing Twelve Months, TTM) für die Berechnung heranzog. Die gleiche Rechnung zum heutigen Tag ergibt ein TTM-KGV von „nur noch“ 114.

Vielleicht wunderst du dich jetzt ein bisschen über meine Wahl der Überschrift – schließlich habe ich dir etwas von einer günstigen Bewertung erzählt. Dabei ist doch ein KGV von 114 über fünf Mal höher als der Marktdurchschnitt in den USA!

Allerdings dürfen wir das Tempo nicht vergessen, mit dem Amazon seine Gewinne steigert.

Die Gewinnsteigerungen führen nämlich dazu, dass das KGV erheblich fällt, sobald wir ein klein wenig in die Zukunft blicken: Zieht man den für 2019 erwarteten Jahresgewinn heran, liegt das KGV bei nur noch 71. Und mit den Analystenerwartungen für 2020 ergibt sich ein KGV von 50, was zwar immer noch hoch, aber niemals übertrieben anmutet – schon gar nicht für so ein wunderbares Unternehmen wie Amazon!

Geht das auch so weiter?

Die Chancen stehen gut, dass Amazon auch auf längere Sicht seine Gewinne noch steigern kann. Einerseits im Kerngeschäft Amazons, dem E-Commerce: Noch immer finden an die 85 % des Einzelhandelsumsatzes offline statt und Unternehmen wie Amazon setzen mit immer kürzeren Lieferzeiten und immer besseren Angeboten alles daran, das zu ändern. Da ist definitiv Raum für jede Menge Wachstum!

Das Wachstum im Einzelhandelsgeschäft dürfte jedoch der kleinere Teil der weiteren Wachstumsgeschichte sein: Längst schon erzielt Amazon die besten Margen in einem ganz anderen Segment: dem Cloud-Geschäft. Etwa 50 % des operativen Gewinns aus dem ersten Quartal 2019 stammten aus der Sparte AWS (Amazon Web Services), obwohl sie für nicht einmal 13 % der Umsätze stand.

Auch das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr fiel im Cloud-Geschäft mit 41 % wesentlich höher aus als im Onlinehandel, der nur um 14 % wuchs.

Und weiter?

Für die nächsten vier Jahre erwarten die Marktforscher von Gartner, dass die Marktvolumina für Cloud-Infrastruktur und Cloud-Plattformen – in diesen Segmenten ist Amazon mit AWS besonders dominant – um 19 beziehungsweise 26 % jährlich wachsen werden. Aufgrund seiner hervorragenden Marktstellung sollte Amazon von diesem Wachstum überdurchschnittlich viel abbekommen.

Langfristig könnte AWS sogar das größte Geschäft von Amazon werden, wie CEO Jeff Bezos schon im Jahr 2013 einmal sagte. Weiterhin schaffen das Geschäft mit Werbung, der Einstieg in den stationären Handel und viele weitere spannende Projekte weitere Wachstumsmöglichkeiten. Wir können also erwarten, dass Amazons Gewinn vom heutigen Niveau aus noch um einige Größenordnungen steigt.

Zusammengefasst

Die Amazon-Aktie sieht zwar auf den ersten Blick teuer aus. Doch wenn wir über den Tellerrand hinausblicken, sehen wir, dass Amazon noch längst nicht ausgewachsen ist und die Bewertung in diesem Kontext echt attraktiv aussieht! Das scheint übrigens auch die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett so zu sehen, die kürzlich bekanntgab, Amazon-Aktien gekauft zu haben.

Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du es im Jahr 1997 genau wie ich verpasst, in Amazon zu investieren. Doch meiner Meinung nach könnte die Amazon-Aktie auch 2019 noch einen Blick wert sein.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Gartner.

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