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Diese 3 Punkte bremsen derzeit die Freenet-Aktie aus

Freenet (WKN: A0Z2ZZ)-Aktien erlebten zuletzt eine Achterbahnfahrt. Nachdem sich der Wert im letzten Jahr halbiert hatte, stieg er seit Ende des letzten Jahres gleich wieder um etwa 22 % (03.05.2019) an. Aber auch langfristig folgten auf große Anstiege häufig starke Einbrüche. Woran dies liegt und was derzeit alles gegen die Aktie spricht, erfährst du hier.

1) Durchwachsene operative Entwicklung

Gegen Freenet spricht die bisherige geschäftliche Entwicklung. So sind sowohl der Umsatz als auch der Gewinn über die letzten zehn Jahre leicht gesunken. Und wie wir wissen, kann eine Aktie nicht wesentlich zulegen, wenn sich über einen langen Zeitraum nicht auch die Ergebnisse verbessern. Nur bei einer entsprechenden Unterbewertung wäre ein wesentlicher Kursgewinn bis zum Inneren Wert möglich.

Und so hat sich die Freenet-Aktie über lange Zeit (seit 2007) zwar stark schwankend auf und ab bewegt, aber sie konnte in Summe nicht zulegen. Wie es das Unternehmen selbst beschreibt, befindet es sich mit dem Mobilfunk in einem sehr wettbewerbsintensiven Geschäftsumfeld. Viele Anbieter führen zu immer geringeren Preisen, sodass am Ende immer weniger Gewinn übrig bleibt. Auch für 2019 erwartet Freenet nur einen stagnierenden Umsatz. Die Zahl der Mobilfunkkunden wuchs im letzten Jahr (2018) nur noch um 2,75 %.

Zudem bereitet Freenet derzeit die 25-%-Beteiligung an der Schweizer Sunrise (WKN: A14M5T) Sorgen. Diese möchte das Internet- und TV-Unternehmen UPC Schweiz für 6,3 Mrd. Schweizer Franken übernehmen und deshalb eine Kapitalerhöhung im Umfang von 4,1 Mrd. Schweizer Franken durchführen, wodurch Freenet noch mehr in Sunrise investieren müsste, um seinen Anteil weiter zu halten. Dazu ist Freenet aber nicht bereit. Insgesamt also keine gute Entwicklung.

Hoffungsvoll ist hingegen das TV-Segment, das derzeit stärker zulegt. So konnten Waipu und freenet TV 2018 zusammen etwa 262.000 neue Kunden hinzugewinnen. Aber auch hier musste Freenet sehr viel investieren, um dieses Ergebnis zu realisieren. Die Beteiligung an Ceconomy (WKN: 725750) war zwar günstig, aber wer sich dessen Geschäftsentwicklung und die Ursachen dafür ansieht, wird schnell feststellen, dass die Firma in Schwierigkeiten steckt und deshalb eine Kooperationsvereinbarung ohne Beteiligung vielleicht ausreichend gewesen wäre.

2) Wacklige Dividende

Zwar hat Freenet seine Dividende seit der letzten Krise (2008) stetig erhöht, aber Anleger sollten sich auch immer wieder bewusst machen, dass es sich um ein konjunkturabhängiges Geschäft handelt. So fielen in den letzten beiden Rezessionen die Gewinne und mit ihnen wurden auch die Dividenden gestrichen. In diesem Sinne ist Freenet kein Dividendenaristokrat.

Aktuell notiert die Aktie bei einer Dividendenrendite von über 8 % (03.05.2019). Dafür muss allerdings fast der gesamte Gewinn ausgeschüttet werden, was dazu führt, dass die Dividende bei einem zukünftigen Gewinnrückgang kaum gehalten werden kann. Zudem könnte der Cashflow auch zur Verringerung der Verschuldung oder für rentable Zukäufe genutzt werden. Dies käme den Aktionären langfristig über eine bessere Entwicklung und Aufstellung zugute.

3) Hohe Verschuldung

Zum Ende des letzten Jahres lag Freenets Eigenkapitalquote bei 27,6 %, was ausreichend erscheint. 2014 lag sie hingegen noch bei über 50 %. Besorgniserregend sind hingegen die langfristigen Bankverbindlichkeiten, die aktuell die kurzfristigen Anlagen um mehr das Zehnfache übersteigen. 2009 lag dieses Verhältnis noch bei 1,5. Auch dies führt in konjunkturschwachen Phasen zu einer höheren Instabilität.

Neutrale Bewertung

Die Aktie ist derzeit nicht teuer, aber auch nicht stark unterbewertet. Wenn jedoch die Geschäfte (wie in den letzten zehn Jahren) nicht signifikant wachsen, kann auch der Kurs nicht nachziehen. Dies ist am Ende für die Anleger der wichtigste Punkt, weil sich an der Börse die Gesamtrendite immer aus Dividende und Kurs zusammensetzt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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