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Wie man ein erfolgreicher Value Investor wird

Einige der größten Investoren der Geschichte waren selbsternannte „Value  Investoren“ wie Benjamin Graham, Warren Buffett und Joel Greenblatt. Ihre Erfolgsbilanz hat den Markt deutlich hinter sich gelassen. Für diejenigen, die das Interesse und die Zeit haben, kann Value Investing ein wunderbares Werkzeug zum Vermögensaufbau für dich und deine Familie darstellen.

Es gibt viele Nuancen von Value-Investments, weshalb wir auch nicht alle in einem einzigen Artikel, ja nicht mal in einem einzigen Buch untersuchen können. Allerdings gibt es Grundsätze des Value-Investing, die universell anwendbar sind. In diesem Artikel werden wir dich nacheinander durch diese Schritte führen:

  1. Wie du dich auf eine große Investition vorbereitest
  2. Verstehe, was ein Value-Investment ist
  3. Erfahre, warum Value-Investing funktioniert
  4. Berechne den Wert einer Aktie anhand verschiedener Kennzahlen
  5. Finde den inneren Wert und die Sicherheitsmarge, die du brauchst, um selbstbewusst zu investieren
  6. Verstehe den Unterschied zwischen einem guten Wert und einer Wertfalle
  7. Übe dich in Geduld und Hartnäckigkeit

Schauen wir uns also jeden dieser Schritte genauer an…

Wie du dich auf eine große Investition vorbereitest

Um die volle Kontrolle über deine finanzielle Zukunft zu übernehmen, gibt es viele Elemente, die du in Einklang bringen musst. Du solltest fast alle von ihnen auf deiner To-Do-Liste abhaken, bevor du dich an der Börse versuchst.

Die Reise beginnt mit einigen scheinbar einfachen Schritten, die in Wirklichkeit die schwersten sein können. Dazu gehört es, seine Ausgaben unter Kontrolle zu bringen und ein Budget aufzustellen. So kannst du sicherstellen, dass du nicht mehr ausgibst, als du verdienst. Nach der Strukturierung deiner monatlichen Ausgaben ist es wichtig, einen Notfall-Sparfonds einzurichten, damit du nicht jedes Mal, wenn eine der unerwarteten Krisen des Lebens eintritt, einen Kredit aufnehmen musst. Schließlich zahlst du dann deine hochverzinsten Schulden ab, deren Zinsen alle Träume, die du vom Aufbau von Vermögen hast, zunichte machen.

Wenn du bereits aus den Schulden heraus bist, stelle sicher, dass du die vermögenswirksamen Leistungen deines Arbeitgebers vollständig ausschöpfst und beginne für den Ruhestand zu sparen. Wenn dein Arbeitgeber keine VWL anbietet, solltest du die Eröffnung eines individuellen Alterskontos in Betracht ziehen.

Wenn du weniger ausgibst, als du verdienst, schuldenfrei bist, ein voll finanziertes Notfall-Sparkonto besitzt und bereits für den Ruhestand sparst…. Glückwunsch! Du bist auf dem besten Weg, die finanzielle Zukunft deiner Träume zu erreichen. Wenn du nun bereit bist, dir die Zeit und Mühe zu nehmen, um zu lernen, wie man ein Value-Investor wird und übergroße Gewinne an der Börse erzielt, lies weiter.

Was ist Value-Investing?

Bei der Value-Investition wird der innere Wert, also der wahre, inhärente Wert eines Vermögenswertes, bestimmt und auf einem Niveau gekauft, das einen erheblichen Abschlag zu diesem Preis darstellt. Die Lücke zwischen dem inneren Wert einer Aktie und dem Preis, zu dem sie derzeit verkauft wird, wird als Sicherheitsmarge bezeichnet. Je größer die Sicherheitsmarge, desto höher können die Prognosen eines Investors ausfallen und desto profitabler kann das Investment in die Aktien des zu bewertenden Unternehmens sein.

BILDQUELLE: DANIEL SPARKS. NUTZUNG MIT GENEHMIGUNG

Value-Investoren versuchen, Aktien mit einem Abschlag auf ihren inneren Wert zu kaufen. Diese Lücke zwischen innerem Wert und Kaufpreis wird oft als Sicherheitsmarge bezeichnet.

Ich glaube, es gibt viele Missverständnisse unter den Investoren, wenn es darum geht, was ein Value-Investment wirklich ist. Daher solltest du sicherzustellen, dass du wirklich verstehst, was ein Value-Investment eigentlich ist und was nicht. Es wird z.B. nicht nach Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis gesucht und blind gekauft. Stattdessen verwenden Value-Investoren eine Reihe von Kennzahlen und Kennziffern, die im Folgenden ausführlich erläutert werden, um den inneren Wert einer Aktie und eine ausreichende Sicherheitsmarge zu bestimmen.

Das kann natürlich auch auf andere Arten von große Investitionen angewendet werden. Zum Beispiel beschrieb der berühmte Investor Joel Greenblatt im Buch „The Little Book That Beats The Market“, wie seine Schwiegereltern zu Nachlassverkäufen auf dem Land gefahren sind. Sie waren auf der Suche nach Kunstwerken, die zu einem Preis verkauft werden, der deutlich unter dem liegt, was sie in der Stadt kosten würden. Auf diese Weise konnten sie viele Kunstwerke finden, da sie immer wussten, zu welchen Preisen die Werke verschiedener Künstler derzeit angeboten werden.

Value-Investitionen in Aktien bedeuten oft die Suche nach falsch bewerteten Aktien an seltsamen Orten. Das kann die Betrachtung von Unternehmen in nicht bevorzugten Sektoren, Unternehmen in verpönten Branchen, Unternehmen, die eine Art Skandal durchmachen, oder Aktien, die derzeit eine Baisse erleiden, beinhalten. Unpopuläre Branchen und Unternehmen sind oft Fundgruben für den erfolgreichen Value-Investor, die sowohl einen langfristigen Ansatz als auch eine konträre Denkweise erfordern.

Unabhängig davon, woher die großen Investitionen kommen, ist Value-Investing jedoch die Kunst und Wissenschaft, Aktien zu identifizieren, die aktuell unter ihrem tatsächlichen Wert notieren.

Warum Value Investing funktioniert

Viele behaupten, dass Value-Investments unmöglich funktionieren können, weil es unmöglich ist, den Markt zu schlagen, da dieser immer fair bewertet wird. Alle über eine Aktie bekannten Informationen sollten sich perfekt in ihrem Aktienkurs zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegeln. Diese Theorie ist bekannt als die effiziente Markthypothese. Die Befürworter dieser Theorie legen nahe, dass es aufgrund der fairen Bewertung des Marktes ratsam ist, nur Geld in einen kostengünstigen Indexfonds zu investieren, der eine Übereinstimmung der Marktrenditen garantiert.

Anstatt sich auf die Marktbewertung einer Aktie zu verlassen, glauben Value Investoren, dass der Markt die Aktien von Unternehmen irrational bewertet, nämlich basierend auf der vorherrschenden wirtschaftlichen Stimmung des Tages. Als Vater des Value Investing schrieb Benjamin Graham im Klassiker “Der Intelligente Investor“:

Stell dir vor, dass du an einem Privatunternehmen mit einen kleinen Anteil beteiligt bist, der dich 1.000 US-Dollar gekostet hat. Einer der Partner, genannt der Markt, ist sehr zuvorkommend. Jeden Tag sagt er dir, was er denkt, was dein Anteil wert ist und bietet dir außerdem an, deinen Anteil entweder aufzukaufen oder dir auf dieser Basis einen zusätzlichen Anteil zu verkaufen. Manchmal erscheint seine Vorstellung von Wert plausibel und gerechtfertigt durch die Geschäftsentwicklung und die Perspektiven, wie du sie kennst. Andererseits lässt der Markt oft seine Begeisterung oder seine Ängste mit ihm durchgehen, und der Wert, den er vorschlägt, erscheint dir etwas albern.

Indem sie die vielen Stimmungen des Marktes ausnutzen, z.B. bei Tiefständen kaufen und bei Hochständen verkaufen, glauben Value-Investoren, dass das Schlagen des Marktes keine Frage des Zufalls ist, wie es die Befürworter der effizienten Markthypothese darstellen. Es ist vielmehr das Ergebnis der Sorgfaltspflicht.

Wie man Aktien bewertet

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, eine Aktie zu bewerten. Je mehr dieser Bewertungsmethoden den Investoren vertraut sind, desto mehr Werkzeuge stehen ihnen zur Verfügung. Obwohl es nicht die einzige Determinante einer guten Investition ist, ist der Eckpfeiler der Bewertungskennzahlen das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Diese Formel berechnet sich aus dem Aktienkurs eines Unternehmens geteilt durch das Ergebnis pro Aktie (EPS). Das Ergebnis je Aktie ist im Wesentlichen der Jahresüberschuss geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Aktien, also die Anzahl der Stammaktien eines Unternehmens, die den Investoren gehören.

So berechnet man das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Lass uns kurz ein Beispiel aus der Praxis mit Facebook durchgehen. Die spezifischen Zahlen ändern sich im Laufe der Zeit, die zugrunde liegende Mathematik nicht.

Wir nehmen an, Facebook hat in den letzten 12 Monaten 7,23 US-Dollar Gewinn pro Aktie gemeldet. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass der aktuelle Aktienkurs 177,78 US-Dollar beträgt. Mit diesen Zahlen können wir, auf oben genannte Weise, das KGV berechnen:

177,78 (Aktienkurs) / 7,23 (EPS der letzten 12 Monate) = 24,52

Mit einem KGV von fast 25 könnten Value-Investoren, die nur das KGV ansehen, zu diesem Zeitpunkt von einer großen Investition in Facebook-Aktien abgehalten werden, insbesondere wenn diese Kennzahl höher ist als das KGV für die Konkurrenten von Facebook oder den S&P 500 insgesamt. Value Investoren, die unterschiedliche Methoden anwenden, könnten jedoch zu einem anderen Schluss kommen.

So kommentierte Warren Buffetts in seinem Aktionärsbrief von 1992, dass Value Investing und Wacshtumsinvestitionen zwei Seiten derselben Medaille seien. Buffett sagte: „Unserer Meinung nach, sind die beiden Ansätze an der Hüfte verbunden: Wachstum ist immer ein Bestandteil der Wertberechnung und stellt eine Variable dar, deren Bedeutung von vernachlässigbar bis enorm reichen kann, und deren Auswirkungen sowohl negativ als auch positiv sein können.“

Wie man ein Forward KGV berechnet

Eine gängige Berechnungsmethode für das Wachstum eines Unternehmens ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis wird ermittelt, indem der prognostizierte Gewinn pro Aktie verwendet wird, um das zukünftige KGV zu berechnen. Wenn die Konsens-Schätzung der Analysten für den Gewinn pro Aktie von Facebook für das laufende Geschäftsjahr 7,66 US-Dollar beträgt, dann ist es das Forward-KGV von Facebook folgendermaßen zu berechnen:

177,78 (Aktienkurs) / 7,66 (geplanter Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr) = 23,21 Forward KGV

Wenn die Gewinnschätzung unter den Analysten für das Jahr danach 9,33 US-Dollar beträgt, dann ist das Forward-KGV von Facebook für dieses Jahr:

177,78 (Aktienkurs) / 9,33 (geplanter Gewinn pro Aktie für das nächste Geschäftsjahr) = 19,05 Forward KGV

Plötzlich sehen die Facebook-Aktien viel billiger aus! Je weiter man in die Zukunft schaut, desto größer ist die Unsicherheit in den Prognosen der Analysten. Die Verwendung des erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses ist für die Investoren eine Möglichkeit, den Aktienkurs eines Unternehmens im Verhältnis zu dem erwarteten Gewinnwachstum anzusehen.

Wie berechnet man PEG und Kurs-Umsatz-Verhältnisse?

In die gleiche Richtung geht das PEG-Verhältnis eines Unternehmens, das für das Verhältnis von Kurs, Gewinn und Wachstum steht. Das PEG-Verhältnis verwendet das KGV in Verbindung mit seiner prognostizierten Ertragssteigerungsrate, um ein Unternehmen zu bewerten und berechnet sich aus dem KGV geteilt durch die erwartete Gewinnwachstumsrate. Dabei wird ein PEG-Verhältnis von weniger als 1,0 als guter Wert angesehen, während ein PEG-Verhältnis von mehr als 1,0 weitere Untersuchungen erfordern könnte. Sei jedoch auch hier vorsichtig, denn je weitreichender die Gewinnschätzungen gehen, desto mehr Rätselraten kommt dazu.

Eine weitere Bewertungskennzahl, die Investoren häufig verwenden, ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis oder das KUV. Das KUV-Verhältnis errechnet sich aus der Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch den Jahresumsatz. Dieses Tool ist besonders hilfreich, um Unternehmen derselben Branche zu vergleichen, weil sie die selben Margen haben sollten. Ebenso hilfreich kann diese Kennzahl bei Unternehmen sein, die noch nicht profitabel sind und daher noch keine EPS-Zahlen haben, um ein KGV zu berechnen.

So berechnet man den freien Cashflow

Viele Investoren ziehen es nun vor, den freien Cashflow eines Unternehmens gegenüber seinen Erträgen anzusehen, um zu sehen, wie viel Barmittel ein Unternehmen am Ende eines jeden Jahres tatsächlich übrig hat. Der freie Cashflow ergibt sich aus dem Cashflow der Geschäftstätigkeit abzüglich der Investitionen. Große Ausgaben, allgemein als große Investitionen bezeichnet, sind Geld, das das Unternehmen für große Investitionen in Sachwerte verwendet, um seinen Wert zu steigern oder seine Produktivität zu erhöhen. Das kann alles bedeuten, von Rechenzentren und Werken bis hin zu neuen Fahrzeugen und Bürocomputern. Die Zahlen, die du zur Berechnung des freien Cashflows benötigst, findest du in der Kapitalflussrechnung eines Unternehmens.

Um ein Unternehmen anhand des freien Cashflows zu bewerten, können die Investoren das Kurs-zu-freiem-Cashflow-Verhältnis verwenden. Als zusätzlicher Bonus ist die Formel ziemlich einfach:

Kurs-freier-Cashflow = Marktkapitalisierung / freier Cashflow

Wenn ein Unternehmen also zum Beispiel eine Marktkapitalisierung von 40 Mrd. US-Dollar und einen freien Cashflow von 2 Mrd. US-Dollar hat, hat es ein Kurs-freier-Cashflow-Verhältnis von 20 (40 Mrd. US-Dollar / 2 Mrd. US-Dollar = 20).

Wie man den Buchwert und das KBV-Verhältnis berechnet

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist eine weitere Kennzahl, die für die Bewertung von Aktien nützlich sein kann. Der Buchwert wird durch Abzug der Verbindlichkeiten eines Unternehmens von seinen Vermögenswerten ermittelt. Der Buchwert geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Aktien eines Unternehmens ergibt den Buchwert pro Aktie. Schließlich gibt der Aktienkurs geteilt durch den Buchwert pro Aktie den Investoren das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Aktiva – Passiva = Buchwert

Buchwert / ausstehende Aktien = Buchwert pro Aktie

Aktienkurs / Buchwert pro Aktie = Kurs-Buchwert-Verhältnis

Vor Jahrzehnten war das wahrscheinlich die Lieblingskennzahl der Anleger, die bei der Entscheidung, ob eine Aktie über- oder unterbewertet war, zu berücksichtigen war. Es funktioniert hervorragend für Unternehmen, die große Werke, schwere Maschinen oder viele Vermögenswerte in der Bilanz haben. Mit anderen Worten, es war fast das perfekte Instrument, um in einer Wirtschaft Industrie- und Finanztitel zu bewerten. Leider ist es für Geschäftsmodelle mit wenig solchen Vermögenswerten wie Software-as-a-Service (SaaS) oder viele andere Technologieunternehmen nicht annähernd so nützlich.

In der heutigen Wirtschaft erweist sich diese Formel als am effektivsten für die Bewertung von Banken und Industrieunternehmen, die eine Reihe von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen führen.

Ermittlung des inneren Wertes und der richtigen Sicherheitsmarge

Leider gibt es keinen allgemein akzeptierten Weg, den inneren Wert einer Aktie zu ermitteln. Viele Investoren konzentrieren sich auf ihre bevorzugten, zuvor genannten Bewertungskennzahlen und vergleichen diese dann mit denen der allgemeinen Branche wie z.B. dem breiteren S&P 500 Index. Andere verwenden aufwändigere Methoden, wie z. B. die Discounted-Cashflow-Analyse. Bei dieser werden prognostizierte zukünftigen Cashflows auf die Gegenwart diskontiert. Andere verwenden auch immaterielle Faktoren bei der Bestimmung des inneren Wertes. Viele verwenden eine Kombination aus den oben genannten.

Zwei Tipps könnten dir helfen:

  • Finde zuerst eine Methode, mit der du dich wohl fühlst. Wenn du nicht zufrieden bist, wirst du anfällig dafür, aufzugeben, wenn die Dinge am trostlosesten aussehen. Das ist jedoch oft die schlechteste Zeit zum Verkaufen!
  • Zweitens, verlasse dich nicht auf einen Faktor, sondern verwende mehrere. Oftmals funktioniert eine Kennzahl, die in einer Branche gut funktioniert, in einer anderen nicht annähernd so gut. Manchmal funktionieren zuverlässige Faktoren in einem Bullenmarkt nicht in einem Bärenmarkt. Bleib also flexibel.

Die Bestimmung der richtigen Sicherheitsmarge vor dem Tätigen einer Investition ist ebenfalls keine exakte Wissenschaft. Denke nur daran, je größer die Marge, desto mehr kannst du falsch liegen und trotzdem einen angemessenen Gewinn aus einer Investition erzielen.

Für einige Anleger bedeutet das, nach einem Aktienkurs zu suchen auf, der 25 % unter dem liegt, was sie für den zu erwartenden inneren Wert berechnen. Für andere könnte das bedeuten, dass eine Aktie bei einem Gewinnwachstum von 10 % immer noch eine angemessene Rendite erzielen kann, obwohl sie voraussichtlich um 25 % wachsen wird. Wieder ist es am wichtigsten, mit einem disziplinierten Plan an die Sache heranzugehen, bei dem du dich wohl fühlst.

Vermeide Wertfallen!

Jetzt weißt du, was ein Value-Investment ist und verstehst, warum es funktioniert. Nehmen wir an, du startest damit, Aktien mit einer Vielzahl von verschiedenen Bewertungsmethoden anzusehen und findest ein Unternehmen, das wirklich billig aussieht. Vielleicht ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis halb so hoch wie bei seinen Branchenkollegen, oder vielleicht unterschreitet das PEG-Verhältnis die 1,0-Marke mit Leichtigkeit. Bevor du eine beträchtliche, große Investition machst, tritt einen Schritt zurück und überlege, ob die Aktie ein Wert oder eine Wertfalle ist.

Eine Wertfalle ist nämlich ein Unternehmen, dessen Aktien bei einer ersten Inspektion billig aussehen, es in Wirklichkeit aber nicht sind. Es gibt viele Gründe, warum das der Fall sein kann. Betrachten wir zum Beispiel ein Ölbohrunternehmen: Wenn der Preis für Öl steigt, könnten die Aktien plötzlich billig aussehen, da die Nachfrage nach Bohrungen und Explorationen steigt und zu einer höheren Produktion und höheren Gewinnen führt. Das könnte das Unternehmen zu einem künstlich niedrigen KGV führen. Sollte der Ölpreis jedoch plötzlich wieder sinken, würde auch das Ergebnis sinken und was vorher aussah, wie ein KGV aus dem Schnäppchenkeller, könnte im Vergleich zur allgemeinen Börse plötzlich teuer erscheinen.

Weitere häufige Beispiele für Wertfallen sind Pharmaunternehmen mit bald auslaufenden Medikamentenpatenten oder Technologieunternehmen mit Produkten und Dienstleistungen, die durch den Wettbewerb kommerzialisiert werden. Selbst die größten Investoren der Welt sind in Wertefallen getreten; Einer der größten Fehler von Warren Buffett war seine unangemessen große Investition in IBM, die Buffett unklugerweise auf dem vergangenen Ruhm und nicht auf seinen gegenwärtigen Schwierigkeiten basierte.

Der Schlüssel beim Value Investing

Value Investing erfordert oft eine konträre Denkweise, was bedeutet, dass einige der besten Werte an der Börse an unbeliebten Orten zu finden sind. Während zum Beispiel die meisten Investoren anfingen, in Panik zu geraten, als die Malls starben und einige Kaufhausaktien auf fast absurde Niveaus gesunken sind, führten genau diese Preise in einigen Fällen bereits zu einem Comeback der Aktien. Obwohl das in der Praxis einfach klingt, ist es äußerst schwierig, im wirklichen Leben auf Kurs zu bleiben. Du kannst die Zahlen den ganzen Tag ansehen und im Herzen glauben, dass die Aktien eines Unternehmens unterbewertet sind, es kann aber trotzdem sehr schwer sein, sie zu halten, da der Aktienkurs seine Abwärtsbewegung beibehält und die Schlagzeilen den Untergang voraussagen.

Im Motley Fool Investment Guide warnen die Gardner-Brüder davor, dass deine Emotionen dich an der Nase herumführen können.

Wie wir im Laufe der Jahre gewarnt haben, bist du selbst dein schlimmster Feind. Das sind die sechs wichtigsten Worte beim Investieren. Zwielichtige Finanzberater, inkompetente CEOs und überteuerte Investmentfonds schaden den Renditen nicht mal um einen Bruchteil des Betrags, den das eigene Verhalten/Fehlverhalten verursacht. Das liegt daran, dass erfolgreiche, große Investitionen viel mehr damit zu tun haben, wie man sich verhält, als damit, was man weiß. Eigenschaften wie das richtige Temperament, Geduld, Besonnenheit und die Fähigkeit, Verzerrungen zu überwinden, sind wichtiger für ein gutes Gelingen als alles, was du in jedem Klassenzimmer lernen kannst.

Leider habe ich in meiner eigenen Vergangenheit nicht immer das richtigeTemperament, Geduld und Besonnenheit gezeigt. Zum Beispiel die Zeit, in der ich mich entschieden habe, Michael Kors zu verkaufen. Das Ganze geschah, nachdem die Aktien Mitte 2015 einen sprunghaften Rückgang von ihrem Höchststand erlitten hatten und ich bei knapp über 40 US-Dollar gekauft hatte. Während dieser Zeit argumentierte ich, dass Michael Kors zu billig sei, indem ich mehrere verschiedene Bewertungstechniken heranzog und sie mit Branchenkollegen verglichen habe. Ich war überzeugt, dass der Markt mir schließlich Recht geben würde.

Doch das Warten quälte mich. Während diese Aktien schmachteten, zogen andere Unternehmen davon. Schließlich verlor ich aus verschiedenen Gründen das Vertrauen in das Management und verkaufte meine gesamte Position, als der Kurs auf gut 30 US-Dollar gefallen war. Fast unmittelbar nach dem Verkauf meiner Aktien stieg der Aktienkurs wieder und die Aktien des Lifestyle-Händlers kennen seither nur noch eine Richrung. Nachdem ich meine Aktien verkauft hatte, begann die Michael-Kors-Aktie schnell zu steigen und verdoppelte sich fast innerhalb eines Jahres!

Andererseits gibt es zahlreiche Erfolge, die darauf zurückzuführen sind, dass man in mageren Zeiten Geduld hat. Die Aktionäre von American Express erfuhren Anfang 2015, dass AmEx seinen exklusiven Kreditkartenvertrag mit Costco Wholesale-Standorten verloren hat. In den folgenden Monaten verlor Amex fast 50 % seiner Marktkapitalisierung. Doch weit davon entfernt, in Panik zu geraten, konnten versierte Investoren die Möglichkeit sehen, AmEx für übergroße Gewinne zu kaufen. Innerhalb von drei Jahren nach seinem Tiefpunkt hatte sich American Express fast verdoppelt und erreichte neue Höchststände.

Der Verkauf auf Tiefstständen bei gleichzeitig höchster negativer Stimmung garantiert Frustration und dauerhaften Kapitalverlust. Es kann schwer sein, zu warten, aber Geduld ist absolut notwendig für Value-Investoren, die den Markt schlagen wollen.

Natürlich ist Value-Investingt mehr als nur Warterei. Die Investoren müssen sich weiterhin gewissenhaft über ein Unternehmen auf dem Laufenden halten, um sicherzustellen, dass ihre Prognose wie geplant verläuft. Das bedeutet, dass man auf den Geschäftserfolg achtet – nicht auf den Aktienkurs.

Unterm Strich

Value-Investitionen sind nicht einfach. Es erfordert Zeit und Hingabe. Es kann bedeuten, dass man sich oft klein und dumm fühlt, während man darauf wartet, dass eine Investition steigt. Wenn das eher nach etwas klingt, was du nicht anfangen möchtest, dann ist eine Investition in passive Indexfonds eine gut geeignete Alternative.

Für Investoren, die die Jagd nach unterbewerteten Vermögenswerten genießen und den Markt schlagen wollen, kann Value-Investment auf mehrere Weisen reichlich lohnend sein. Durch die Befolgung dieses einfachen Leitfadens kannst du besser verstehen, wie ein Value-Investment den Markt schlagen kann.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Cochrane auf Englisch verfasst und am 12.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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