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Eine interessante Alternative zur Wirecard-Aktie

Foto: Square

Markus Braun, Chef und größter Einzelaktionär von Wirecard (WKN:747206), kämpft. Er kämpft gegen Leerverkäufer, Journalisten und darum, das Vertrauen der Anleger in das Unternehmen und die Wirecard-Aktie zurückzugewinnen. Wer als Anleger von der Zukunft digitaler Zahlungen überzeugt ist, sich nach den Anschuldigungen der „Financial Times“ und den noch immer offenen Fragen jedoch nicht traut, die Wirecard-Aktie ins Depot zu legen, für den könnte Square (WKN:A143D6) eine spannende Alternative sein.

Die Unterschiede von Square und Wirecard

Ohne ins Detail zu gehen, sind die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen schnell erklärt. Der Fokus beider Unternehmen liegt auf dem elektronischen Zahlungsverkehr für Unternehmenskunden und Verbraucher. Beide Unternehmen verdienen daher den größten Teil ihrer Umsätze, indem sie digitale Zahlungen ermöglichen und von diesem Zahlungsvolumen einen gewissen Prozentsatz als „Provision“ einsacken. Lasst uns daher schnell zu den Unterschieden kommen.

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Während Wirecard zusätzlich noch das Acquiring und Issuing anbietet, also die Abrechnung von Kreditkartenumsätzen und die Ausgabe von Prepaid- und Debitkarten, verkauft Square auch Hardware zur Abwicklung von Zahlungen in Ladengeschäften und bietet einige Services über die reine Zahlungsabwicklung hinaus an – beispielsweise hilft Square mit Caviar Restaurants dabei, Liefer- und Abholdienste aufzubauen, und mit Square Capital vergibt Square auch Kredite an seine Unternehmenskunden. Mit den Zahlungsdaten kann Square das Risiko sehr schnell einschätzen und die Rückzahlung der Kredite läuft üblicherweise über einen prozentualen Anteil an den laufenden Zahlungseingängen. Alles also sehr einfach und bequem.

Bevor wir zur Bewertung der beiden Aktien kommen, sollten wir uns noch durch einige Zahlen des Jahres 2018 kämpfen. Das hört sich vielleicht trocken an, verdeutlicht aber den beschriebenen Unterschied der beiden Unternehmen.

Blickt man auf das bewältigte Transaktionsvolumen, liegt Wirecard mit 125 Milliarden Euro im Jahr 2018 deutlich vor Square mit einem Transaktionsvolumen oder Gross Payment Volume von 84,7 Milliarden US-Dollar. Davon blieben bei Square allerdings 2,5 Milliarden US-Dollar an transaktionsbedingten Umsätzen hängen. Bei Wirecard waren es hingegen lediglich 1,9 Milliarden Euro oder eben 2,1 Milliarden US-Dollar.

Die restlichen rund 830 Millionen US-Dollar des Jahresumsatzes von beinahe 3,3 Milliarden US-Dollar erzielte Square mit den genannten Services und dem Verkauf von Hardware. Der Jahresumsatz von Wirecard im Jahr 2018 betrug hingegen lediglich 2 Milliarden Euro. Der Anteil nicht transaktionsbedingter Umsätze ist bei Wirecard also bedeutend geringer.

Während Wirecard heute also noch ein reiner Zahlungsdienstleister ist, ist Square bereits deutlich mehr – nämlich ein vielfältiger Dienstleister für kleine und mittelgroße Laden- und Restaurantbetreiber sowie andere Dienstleister.

Die Bewertung der Wirecard-Aktie im Vergleich zur Square-Aktie

Bei einer Marktkapitalisierung von heute rund 30 Milliarden US-Dollar wird Square zum 9-Fachen des Jahresumsatzes von 2018 gehandelt. Bei Wirecard beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Kurs von 135 Euro lediglich rund 17 Milliarden Euro oder das 8,4-Fache des Jahresumsatzes. Diese Diskrepanz lässt sich möglicherweise mit dem etwas rasanteren Umsatzwachstum bei Square erklären. Von 2017 auf 2018 kletterte der Umsatz bei Square um grandiose 49 %, während Wirecard im gleichen Zeitraum lediglich ein Plus von 35 % schaffte.

Unterm Strich muss man aber auch festhalten, dass Wirecard bereits heute ordentliche Gewinne einfährt, während Square noch immer Verluste schreibt. Allerdings hat Wirecard im Jahr 2018 auch nur 103 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet, während sich Square die Produktentwicklung stolze 497 Millionen US-Dollar kosten ließ. Hätte Wirecard sich 2018 ein ähnliches Budget geleistet, so wären vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 439 Millionen Euro nicht einmal mehr 100 Millionen Euro übriggeblieben. Was zugegebenermaßen dennoch mehr gewesen wäre als der operative Verlust von 37 Millionen US-Dollar, den Square im Jahr 2018 verbuchen musste.

Und nun? Wird es die Wirecard-Aktie oder doch die Square-Aktie?

Die aktuelle Börsenbewertung beider Unternehmen ist sehr ambitioniert. Selbst kleinere Enttäuschungen und negative Überraschungen dürften die Aktienkurse beider Unternehmen daher deutlich treffen – das haben die Wirecard-Aktionäre in den letzten Monaten schmerzlich erfahren müssen. Die Kurserholung der Wirecard-Aktie im April hat aber auch gezeigt, dass Markus Braun in seinem Kampf um Vertrauen bereits einige Erfolge feiern konnte.

Auch Square ist als Unternehmen natürlich nicht frei von Kritik. Oftmals geht es dabei lediglich um die horrende Börsenbewertung trotz anhaltender Verluste. Aber auch Gründer, Großaktionär und CEO Jack Dorsey wird von Zeit zu Zeit kritisch beäugt. Insbesondere weil er neben seiner Arbeit bei Square auch noch CEO bei Twitter ist.

Sowohl Square als auch Wirecard dürften langfristig vom anhaltenden Wachstum digitaler Zahlungen profitieren. Letztlich ist es also wohl eine Geschmackssache, ob man bei Wirecard wirklich darauf setzen will, dass Markus Braun seinen Kampf um mehr Vertrauen weiter erfolgreich fortsetzt. Oder man entscheidet sich trotz ambitionierter Bewertung für ein Engagement bei Square, das mit stärkerem Wachstum und einem deutlich vielfältigeren Produktangebot glänzt, … aber noch beweisen muss, dass es nachhaltig profitabel sein kann.

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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Square. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Square und Twitter.

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