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Amazon beginnt, Googles Vormachtstellung in der Online-Werbung zu bedrohen

Es ist kein Geheimnis, dass Amazon.com (WKN:906866) die Kunst des Onlineverkaufs beherrscht und zum führenden Unternehmen in diesem Bereich geworden ist. Das Unternehmen begnügt sich allerdings nicht damit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, eine wachsende Zahl anderer Branchen umzukrempeln. Amazon ist auch führend in der Cloud-Computing-Branche und in der Kategorie der Smart-Lautsprecher, wo das Unternehmen bei beiden eine Vorreiterrolle spielt.

Diese Geschäftserfolge haben dazu beigetragen, dass die Aktienkurse ein neues Niveau erreicht haben. Ende letzten Jahres wurde Amazon für kurze Zeit die erst zweite US-amerikanische Aktiengesellschaft, die eine Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar überschritt.

Jetzt hat Amazon den Bereich Werbung ins Visier genommen und obwohl es noch sehr früh ist, wird das Unternehmen hier schnell zu einer Kraft, mit der man rechnen muss. Es scheint, dass das Anzeigengeschäft von Amazon das von seinem größten Konkurrenten Google, einer Abteilung von Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F), übertreffen wird.

Marktanteile gewinnen

Werbetreibende beginnen, Anteile ihrer Werbegelder auf Kosten von Google zu Amazon zu verlagern, so ein aktueller Bericht im Wall Street Journal. Der weltweit größte Anzeigenkäufer, WPP PLC, gab 2018 angeblich schätzungsweise 300 Mio. US-Dollar für Amazon-Werbung aus, gegenüber 100 Mio. US-Dollar bis 150 Mio. US-Dollar im Jahr 2017.

Ungefähr 75 % dieser Gesamtmenge gingen zulasten von Google, wie es in dem Bericht hieß. Das ist immer noch nur ein kleiner Teil der 3 Mrd. US-Dollar, die die Agentur im vergangenen Jahr für Google-Werbung ausgegeben hat, aber es zeigt, dass sich die Landschaft zugunsten von Amazon zu verschieben beginnt. Es scheint auch frühere Berichte zu bestätigen, dass Werbetreibende einen wachsenden Teil ihres digitalen Werbebudgets von Google und Facebook (WKN:A1JWVX) zu Amazon verlagern, was dem Unternehmen geholfen hat, die drittgrößte digitale Werbeplattform in den USA zu werden.

Google und Facebook gelten weithin als faktisches Duopol im digitalen Anzeigenmarkt und nehmen schätzungsweise 38 bzw. 21 % des Marktes ein. Ein Blick auf die Werbeeinnahmen von Amazon zeigt jedoch, wie schnell der Anteil des Konzerns wächst – um 117 % gegenüber dem Vorjahr und über 10 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018.

Zeitraum Q1 18 Q2 18 Q3 18 Q4 18
Nettoumsatz 2,03  Mrd. USD 2,19  Mrd. USD 2,49  Mrd. USD $3,39  Mrd. USD
Wachstum im Jahresvergleich 139 % 132 % 122 % 95 %

DATENQUELLE: FINANZMITTEILUNG VON AMAZON FÜR DAS VIERTE QUARTAL.

Deine Kontroverse ist meine Chance

Google hat sich in den letzten Jahren einer Reihe von Kontroversen gegenüber gesehen, aufgrund derer Werbetreibende sich nach Alternativen umgesehen haben. Anfang dieses Jahres legte YouTube – der Video-Sharing-Service – mehr als 400 Kanäle still, nachdem gemeldet wurde, dass unangemessene Kommentare zu Videos für Kinder abgegeben wurden. Das Unternehmen sah sich mehreren großen Boykottaufrufen von Werbetreibenden gegenüber, nachdem ihre Produkte auf YouTube mit Videos gepaart wurden, die Hassreden und extremistische Ansichten propagierten. Auch die Europäische Union hat mehrere Rekordstrafen verhängt aufgrund der Anschuldigung, dass Google weiterhin gegen die europäischen Kartellvorschriften verstoße.

Auch Facebook hat eine Menge Schwierigkeiten durchstehen müssen. Das Unternehmen sieht sich einer wachsenden Zahl von Vorwürfen bezüglich des Missbrauchs von Nutzerdaten gegenüber. Facebook wurde auch dafür kritisiert, dass dort Hassreden verbreitet werden und politische Agenten aus Russland das Netzwerk nutzen konnten, um Propaganda zu verbreiten, um die Präsidentschaftswahlen in den USA zu beeinflussen. In jüngster Zeit löste das Unternehmen Empörung über das Live-Streaming eines Massenmords in Neuseeland aus.

Der negative Blick auf die beiden größten digitalen Werbetreibenden hat eine Lücke für Amazon geschaffen und Amazon tut sein Bestes, um diese Chance zu nutzen.

Ein Werbevorteil

Das Unternehmen hat einen klaren Vorteil in Sachen Werbung: Mehr als die Hälfte der Verbraucher beginnt mit der Produktsuche inzwischen bei Amazon und nicht bei Google. Sobald ein Kunde auf der E-Commerce-Website nach einem Produkt sucht, erscheinen zuerst beworbene Produkte von Werbekunden – und die Verbraucher sind nur einen Klick von einem Kauf entfernt. Das gibt Werbetreibenden ein unvergleichliches Publikum innerhalb der Zielgruppe, was zu einer bedeutenden Rendite auf ihre Werbeinvestitionen führen kann.

Die wachsende Zahl von einzelnen Indizien und das massive Wachstum der Werbeeinnahmen zeigen, dass digitale Werbung die nächste Branche ist, die von Amazon durcheinandergewirbelt wird. Obwohl es wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein wird, dass so etwas stattfindet.

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 09.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon und Facebook und empfiehlt diese.

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