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Tesla und die Robo-Taxis: Darum könnte die MÜNCHENER RÜCK dabei eine entscheidende Rolle spielen

Dass Tesla (WKN:A1CX3T) mal wieder saftige Verluste schreibt, heißt noch lange nicht, dass das Unternehmen am Ende wäre. Vielmehr ist Elon Musk unbeeindruckt davon gedanklich schon wieder zwei Schritte weiter. Bereits im nächsten Jahr sollen die ersten großen Robo-Taxi-Flotten die Straßen von Metropolen fluten. Ausgerechnet ein Konzern wie die Münchener Rück (WKN:843002) könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Teslas Plan

Im globalen Autogeschäft profitabel Fuß zu fassen ist eine Aufgabe, an der schon viele gescheitert sind. Tesla hat bereits einige Erfolge vorzuweisen, was die Eroberung von Marktanteilen angeht, aber ob es jemals gelingt, damit nachhaltige Gewinne zu schreiben, ist aktuell mehr als fraglich aus meiner Sicht. Das Gute dabei ist, dass Tesla noch den einen oder anderen Trumpf in der Hinterhand hat.

Tesla investiert seit einigen Jahren intensiv in Technologien für selbst fahrende Autos und scheint dabei richtig dicke Bretter zu bohren, darunter die Entwicklung eines hyperschnellen Spezialrechners und ziemlich geniale Software rund um das Maschinenlernen für die Objekterkennung.

Die Assistenzsysteme von Tesla sind bekanntlich bereits heute recht weit entwickelt und sollen schon bald die höchste Autonomiestufe erreichen, wenn es nach dem Willen von Elon Musk geht. Jedes Tesla-Auto, das mit dieser Technik ausgestattet ist, kann dann zukünftig Teil des Tesla Networks, eine Art Mobilitätsdienst, werden. Für Eigentümer könnte sich so eine attraktive Einnahmemöglichkeit ergeben, wenn sie ihr Auto dem Netzwerk zur Verfügung stellen.

Was die Münchener Rück damit zu tun hat

Das Problem dabei ist, dass Tesla dafür natürlich noch nirgends auf der Welt die Erlaubnis hat. Man kann ja nicht einfach sein Auto allein auf den Straßen herumkurven lassen. Bestehende Mobilitätsdienstleister wie Taxi-Zentralen und der ÖPNV werden vielleicht ebenfalls nicht so begeistert sein von der neuen Konkurrenz. Auch steuerliche Fragen und vieles mehr wird mit den Behörden zu klären sein. Mit etwas Hartnäckigkeit sollten diese Punkte jedoch zu lösen sein, soweit die Technik überzeugt.

Aber was ist mit der Haftung? Tesla wird nicht in der Lage sein, für alle theoretisch denkbaren Schäden einzustehen, die durch Robo-Taxis verursacht werden könnten. Dafür braucht es eine Versicherung, und zwar nicht irgendeine. Die Münchener Rück wäre ein idealer Partner, und das nicht nur wegen ihrer Finanzkraft und weltweiten Präsenz. Vielmehr ist auffällig, dass der Rückversicherer eine offensive Digitalstrategie fährt, zu der Tesla ausgezeichnet passen würde.

Die Digitalstrategie

Ich denke dabei zum Beispiel an die Übernahme von relayr, einem Internet-der-Dinge-Unternehmen, das sensorbasierte digitale Lösungen für unterschiedlichste Anwendungsfälle ermöglicht. Diese Lösungen kommen unter dem Dach der Munich Re zusammen mit Finanzierungs- und Versicherungspaketen. Ein Kunde, der also seine Fabrik- oder Kraftwerksausrüstung mit relayr überwachen lässt, kann dazu günstige Finanzdienstleistungen bekommen.

Gemeinsam mit dem Roboterunternehmen KUKA (WKN:620440) und der Beratung MHP wurde der Ansatz als „SmartFactory as a Service“ weiterentwickelt. Anspruchsvolle Modernisierungsprojekte und Risikoreduktion gehen damit Hand in Hand. Ein Sonderaufwand durch einen Schaden schlägt somit nicht mehr einmalig auf die Bilanz. Vielmehr verteilen sich gut planbare Kosten elegant über die Beitragsjahre.

Neben Fabriken werden seit einigen Wochen auch stationäre Batteriestromspeicher auf ähnliche Weise langfristig versichert, wodurch zum Beispiel Hersteller ein Leistungsversprechen geben können, ohne eine Insolvenz zu riskieren.

Auch mobile Batterien in Fahrzeugen sollen zukünftig versicherbar sein. Damit klopft die Munich Re eigentlich bereits bei Tesla an die Tür. Zu bedenken ist allerdings, dass die Komplexität von selbst fahrenden Fahrzeugen noch ein Stück höher ist. Schließlich gibt es hier aktuell noch wenige Erfahrungswerte, mit denen die Versicherungsmathematiker kalkulieren könnten. Ich könnte mir trotzdem gut vorstellen, dass die beiden in der Lage wären, zusammen attraktive Lösungen zu entwickeln.

Zusammen in ein neues Zeitalter?

Tesla hat in der Vergangenheit meist gute Erfahrungen mit deutschen Lieferanten und Partnern gemacht. Wenn es jetzt darum geht, Robo-Taxis in großer Zahl autonom herumfahren zu lassen, dann könnte es der Rückversicherer aus München sein, der einen wichtigen Beitrag dafür liefert, dass nicht nur die Technik funktioniert, sondern auch die jeweiligen Bürgermeister und Landesfürsten sich davon überzeugen lassen.

Für Tesla wäre es der Aufbruch in ein neues Zeitalter und für die Münchener Rück ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum digitalen Konzern.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.