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BMW, Daimler oder Volkswagen: Welche Aktie hat bei E-Autos die Nase vorn?

Die Fans von Verbrennungsmotoren haben es derzeit nicht leicht. Regelmäßig tauchen neue Studien und Untersuchungen auf, die auf die eine oder andere Art und Weise den langfristigen Tod des Verbrennungsmotors – und gleichzeitig den Siegeszug des E-Autos – vorhersagen.

Noch viel mehr jedoch leiden die Autohersteller unter dieser Entwicklung. Denn sie haben in den vergangenen Jahrzehnten mit Verbrennern prächtig Geld verdient und müssen nun auf einmal Riesensummen investieren, um bei der E-Mobilität nicht den Anschluss zu verlieren. Zudem drohen dicke Strafzahlungen an die EU aufgrund der Verfehlung von CO2-Grenzwerten. Aua!

Lass uns daher einen Blick darauf werfen, wie sich unsere drei großen Autokonzerne BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403) in Sachen E-Mobilität positioniert haben, und wer von ihnen aktuell die Nase vorn zu haben scheint.

BMW

Mit seinem i3 hat BMW schon seit 2013 einen eigenen Stromer auf dem Markt. Seit das Modell an den Start ging, konnten die Auslieferungen in jedem Jahr gesteigert werden. Im letzten Jahr wurden über 24.000 BMW i3 ausgeliefert.

Doch nach dem i3 hat man in Sachen E-Autos lange nicht mehr viel aus München gehört. Das hat sich in letzter Zeit jedoch geändert: Die Tochter Mini wird noch in diesem Jahr ein elektrisches Modell auf den Markt bringen. 2020 folgt eine elektrische Version des SUV X3, 2021 sollen mit dem i4 und dem iNext zwei weitere Modelle folgen.

An der Reichweite seiner neuen Modelle will BMW scheinbar nicht sparen: Beim i4 und beim iNext peilen die Münchner eine Reichweite von über 600 Kilometern an. Wirtschaftlich entscheidend ist jedoch nicht die reine Reichweite, sondern eher „wie viel Batterie“ BMW für diese 600 Kilometer Reichweite braucht. Technische Daten hierzu hat BMW noch nicht veröffentlicht.

Zumindest zum iX3 gibt es schon technische Angaben. Diese sind jedoch eher Mittelmaß: Mit einer Batteriekapazität von 70 kWh will BMW auf 400 Kilometer Reichweite kommen. Zum Vergleich: Die 75-kWh-Batterien im Model 3 von Tesla (WKN: A1CX3T) reichen locker für über 500 Kilometer.

Daimler

Mercedes-Benz stellte sein erstes reines Elektromodell, den EQC, im vergangenen Jahr vor. Dieser konnte mit seinen technischen Daten nicht so recht überzeugen.

Vor Kurzem präsentierte Daimler zudem einen elektrischen Minivan, den EQV, der mit einer 100-kWh-Batterie auf 400 Kilometer Reichweite kommen soll. Selbst wenn man einberechnet, dass ein Minivan naturgemäß größer und schwerer ist als ein durchschnittliches Auto: Den Dreh bei der Batterieeffizienz scheint Daimler noch nicht so recht raus zu haben.

Leider kann Daimler an dieser Front auch nicht einfach das Heft des Handelns in die Hand nehmen: Das Unternehmen verfügt über keine eigene Batteriezellenproduktion, sondern ist vollständig von Zulieferern abhängig. Nur die Verarbeitung der Batteriezellen zu Batteriepacks erfolgt im Hause Daimler. BMW dagegen verfügt über ein Joint Venture zur Batteriefertigung in China.

Abgesehen von reinen Elektroautos setzt Daimler stark auf Hybride und auch auf Brennstoffzellenfahrzeuge, geht die Wende also etwas technologieoffener an.

Volkswagen

Stichwort „Technologieoffenheit“ – bei Volkswagen sucht man diese vergebens, und VW-CEO Herbert Diess meint es scheinbar wirklich ernst mit der E-Mobilität. Entlassungen und Einschnitte bei den Margen: All das nimmt VW-CEO Diess bereitwillig in Kauf, um ganz vorne mit dabei zu sein. Fast schon regelmäßig erscheinen neue E-Auto-Studien und -Concepts aus dem Hause Volkswagen, mit dabei sogar ein Dünenbuggy.

Ein Vorteil für VW ist sicherlich der eigens entwickelte MEB, der Modulare E-Antriebs-Baukasten. Er stellt eine einheitliche technologische Plattform dar, auf der alle E-Auto-Modelle von Volkswagen aufbauen sollen. Im Vergleich zum Verbrenner muss beim E-Auto die Fahrzeugarchitektur vollkommen neu gedacht werden, und das scheint VW verstanden zu haben und im großen Stil umsetzen zu wollen.

Bei den Batteriezellen will sich VW langfristig nicht von Zulieferern abhängig machen und kooperiert mit dem Start-up Northvolt, um Fortschritte bei der Batterietechnologie zu erzielen. Auch über eine eigene Fertigung wird nachgedacht – momentan muss sich VW allerdings wie Daimler noch auf Zulieferer verlassen.

Eigene Plattform und Zellforschung – das klingt ja recht überzeugend. Auch der Preis und die Reichweite beim Golf-ähnlichen ID. Neo, der nächstes Jahr erscheinen soll, stimmen. Jedoch sollten wir nicht vergessen, dass es zumindest bei der Konzerntochter Audi nicht so läuft wie geplant.

Der elektrische SUV namens e-tron hat mit Produktionsschwierigkeiten zu kämpfen und kommt nach dem US-Testzyklus EPA gerade einmal auf eine Reichweite von 330 Kilometern. Das ist weniger als versprochen und in Anbetracht der 95-kWh-Batterie wirklich spärlich. Das in etwa vergleichbare Model X von Tesla kommt mit seinem 100-kWh-Akku auf eine EPA-Reichweite von 523 Kilometern, obwohl Tesla hier nicht einmal seine aktuellste Batteriegeneration verbaut. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass der e-tron nicht auf dem MEB aufbaut.

Fazit

Dennoch verfolgt Volkswagen in meinen Augen die E-Mobilität am offensivsten und am überzeugendsten. Mit dem MEB hat Volkswagen eine einheitliche, skalierbare Plattform geschaffen. Auch die vielen angekündigten Modelle scheinen grundsätzlich interessant – VW wird aber noch zeigen müssen, ob es seine Versprechungen auch einhalten kann.

Auf dem zweiten Platz sehe ich BMW, da das Unternehmen durch sein Joint Venture nicht mehr auf Batteriezulieferer angewiesen ist und mit seinem i3 schon Erfahrungen gesammelt hat. Auf dem letzten Platz meines Rankings landet Daimler, das die Elektromobilität eher gemächlich anzugehen scheint.

Wenn mir der Vergleich eines gezeigt hat, dann ist es die Tatsache, dass sich alle drei Hersteller keineswegs ausruhen dürfen – die Konkurrenz schläft nicht, und Tesla scheint den dreien bei vielem noch weit voraus zu sein.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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