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Wirecard-Aktie: Der neue Großinvestor ändert alles

Was für ein Tag für die Wirecard (WKN:747206)-Aktie! Für Investoren ist und bleibt die Aktie ein Tanz auf dem Vulkan (Stand: 24.04.2019).

Im ersten Akt begeisterte Wirecard mit der Nachricht über eine Kooperation mit dem japanischen Konzern SoftBank (WKN:891624). Im zweiten Akt schockierte die „Financial Times“ mit einem weiteren kritischen Artikel über angeblich dubiose Partnerfirmen im mittleren Osten.

Man sollte nicht blind sein für Kritik. Trotzdem gewichte ich den Einstieg von SoftBank deutlich höher als die Schelle der „Financial Times“. Ich denke, bei der neuen Kooperation handelt es sich um nichts weniger als einen Meileinstein, der für Wirecard alles ändern kann.

Die Ritter der SoftBank-Tafelrunde

Das Jahr 1981 scheint ein interessantes Jahr gewesen zu sein. Es ist nicht nur mein Geburtsjahr, sondern auch das Gründungsjahr des japanischen Unternehmens SoftBank. In den ersten Jahren betätigte sich das junge Unternehmen unter Leitung des damals 24-jährigen Gründers Masayoshi Son als Händler für Computerbauteile. Ein Börsengang und viele Akquisitionen später ist SoftBank eine multinationale Firmengruppe mit den Schwerpunkten Telekommunikation, E-Commerce, Internet, Finanzen, Marketing, Medien und Halbleiterdesign.

Im Portfolio von SoftBank sieht es aus wie bei den Avengers oder König Arthurs Tafelrunde. Chiphersteller ARM ist hier ebenso vertreten wie E-Commerce-Riese Alibaba (WKN:A117ME) und Fahrdienstleister Uber. Von WeWork dürften auch schon viele gehört haben. In meiner Heimatstadt gehören die Spezialisten für „Coworking“ fest zum Stadtbild.

Den endgültigen Ritterschlag erarbeitete sich SoftBank aus meiner Sicht durch die Übernahme von Boston Dynamics, das sich zuvor in der Hand von Alphabet (WKN:A14Y6F) befand. Die Robotorspezialisten begeistern Roboterfans auf der ganzen Welt regelmäßig mit atemberaubenden Neuentwicklungen. Neben SpaceX hat Boston Dynamics die aus meiner Sicht aktuell spannendste Produktpalette der Welt. Noch bleibt abzuwarten, ob Roboter, die Saltos schlagen, Türen öffnen oder Treppen steigen, ein Jahrhunderterfolg werden. Aber mit jedem Video, das die heiligen Hallen von Boston Dynamics verlässt, scheint sich die Grenze des Möglichen ein wenig hinaus zu verschieben. Von wie vielen Unternehmen kann man das heutzutage noch behaupten? Ich kenne nicht viele!

Was sieht Son in Wirecard?

Eines ist schon mal sicher: SoftBank-Gründer Son scheint einen guten Riecher für Beteiligungen zu haben. Klar, Alibaba ist heute offensichtlich eine Erfolgsstory. Aber das konnte im Jahr 2000 niemand ahnen. In diesem Jahr beteiligte sich SoftBank mit 20 Mio. US-Dollar an dem chinesischen E-Commerce-Unternehmen. Die Anteile sind heute etwa 60 Mrd. US-Dollar wert.

Das fein abgestimmte Portfolio von SoftBank trägt meiner Ansicht nach die unverkennbare Handschrift eines Visionärs, der in Gedanken stets zehn bis zwanzig Jahre zu früh dran ist. Die Aufnahme von Wirecard an die SoftBank-Tafelrunde wirft daher ein völlig neues Licht auf den Münchener Zahlungsdienstleister.

Bisher war Wirecard für mich immer ein Grenzgänger. Ja, die Chancen liegen klar auf der Hand und der Newsroom quillt nur so über vor interessanten Ideen. Aber wie seriös ist das Unternehmen wirklich?

In den Anfängen kamen die Kunden zumeist aus der Erotik- und Glücksspielecke. Kein Wunder. In den Wild-West-Jahren des Internets gab es kaum andere Branchen, die Zahlungen über das Internet abwickeln wollten bzw. mussten.

Obwohl sich die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs längst über die Schmuddelbranche hinaus entwickelt hat, scheint Wirecard den Ruf einer eher illustren Kundschaft noch immer nicht losgeworden zu sein.

Dieses Manko dürfte spätestens mit dem Einstieg von SoftBank endlich der Vergangenheit angehören. Was auch immer Son mit den Münchener plant – es dürfte groß und seriös werden.

Bei SoftBank werde ich schwach

Die Aktivitäten von Masayoshi Son beobachte ich bereits seit mehreren Jahren. Nicht nur, weil ich mich in SoftBanks Heimatstadt Tokio äußerst wohl fühle, sondern auch, weil sich das Firmengeflecht des Ausnahmegründers meiner Meinung nach Stück für Stück in eine Art Gesamtkunstwerk verwandelt.

E-Commerce, Mikroprozessoren, Robotik und neuerdings auch digitale Zahlungsdienstleistung – diese Mischung ist aus meiner Sicht äußerst explosiv und könnte sich in den nächsten Dekaden zu einem Digitalisierungsbiest entfalten.

Dass Wirecard da mit an Bord ist, kann für die Aktie meiner Meinung nach nur positiv sein. Das macht die Welt allerdings nicht einfacher. Denn nun stellt sich die Frage, ob es besser ist, die Wirecard-Aktie zu kaufen oder gleich zur SoftBank-Aktie zu greifen. Eine schwere Entscheidung! Aber eines ist klar: Wenn ich mich erst entscheide, sobald es Mode ist, humanoide Roboter elektronisch für Dienstleistungen zu bezahlen, ist das Biest längst flügge geworden.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien). The Motley Fool empfiehlt SoftBank.