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Wie Amazon, Costco und Alphabet wirklich ihr Geld verdienen

Wofür Unternehmen bekannt sind und was über sie in den Schlagzeilen steht, ist nicht unbedingt die Art, wie diese Unternehmen den Großteil ihrer Gewinne erwirtschaften. Viele von uns wären überrascht, was das Ergebnis bekannter Unternehmen wirklich beeinflusst. Häufig glauben wir nämlich nur, dass wir das verstehen.

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf einige der beliebtesten Aktien in der Einzelhandels- und Technologiebranche zu werfen, um zu sehen, wie sie ihr Geld tatsächlich generieren. Darunter befinden sich unter anderem Amazon (WKN:906866), Costco (WKN:888351) und Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H).

Die Webhosting-Services von Amazon sind die goldene Gans

Amazon ist natürlich der E-Commerce-Gigant, dessen Online-Umsatz etwa die Hälfte aller Online-Einzelhandelsumsätze in den USA ausmacht. 2018 erwirtschaftete das Unternehmen 141 Mrd. US-Dollar Umsatz mit seinen Einzelhandelsumsätzen in den USA, und das Segment erwirtschaftete 7 Mrd. US-Dollar an operativen Einnahmen.

Amazon hat seine E-Commerce-Stärke mit seinen Prime Mitgliedschaften aufgebaut, die mittlerweile mehr als 100 Mio. Abonnements in den USA zählen. Diese Abonnements halten die Nutzer eng an das Ökosystem gebunden. Amazon Prime-Mitglieder geben jedes Jahr 1.400 US-Dollar für die E-Commerce-Seite aus. Das ist mehr als das doppelte, verglichen mit 600 US-Dollar pro Jahr, die Nicht-Prime Amazon-Nutzer ausgeben.

Dennoch erwirtschaftet Amazon nur einen Bruchteil seiner Nettoeinnahmen im E-Commerce Bereich. Stattdessen ist Amazon’s Kerngeschäft sein Cloud-Computing-Segment, Amazon Web Services (AWS). AWS erzielte 2018 einen Umsatz von nur 26 Mrd. US-Dollar, erwirtschaftete aber ein Betriebsergebnis von mehr als 7 Mrd. US-Dollar. AWS ermöglicht es Unternehmen und Entwicklern aller Größen und Arten, ihre Inhalte online zu hosten und leistungsstarke Cloud-basierte Dienste wie Bilderkennung und Textübersetzung zu nutzen.

Das Tolle daran, dass Amazon den größten Teil seines Gewinns mit AWS erzielt, ist die Tatsache, dass der Cloud-Computing-Markt bis 2021 278,3 Mrd. US-Dollar wert sein wird – gegenüber 175,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018 – und dass Amazon mit 32 % Marktanteil derzeit das unbestritten führende Unternehmen in diesem Bereich ist.

Die Mitgliedschaften von Costco machen den Unterschied

Als einer der bekanntesten Großhandelsclubs braucht man Costco nicht extra vorzustellen. Das Unternehmen verfügt über mehr als 770 Filialen auf der ganzen Welt und die Umsätze in den Filialen stiegen im letzten Quartal in den USA um 7 %. Der Umsatz in seinen Filialen betrug im vergangenen Jahr satte 138 Mrd. US-Dollar.

Wie viel Gewinn hat Costco mit dem gesamten Einzelhandel erzielt? Praktisch keine.

Zwischen den Kosten für den Kauf der Waren, die das Unternahmen mit einem Rabatt verkauft und den zusätzlichen Kosten für die Führung seines Geschäfts, kostet das Discount-Einzelhandels-Geschäft von Costco das Unternehmen tatsächlich mehr Geld, als es verdient.

Costco ist jedoch nicht beunruhigt, denn die Cash Cow sind die Mitgliedschaften. Die Gebühren, die das Unternehmen den Leuten berechnet, um in seinen Geschäften einkaufen zu können, sind das, was den Gewinn beeinflusst – und das Geschäft läuft gut.

Ende 2018 hatte Costco, gegenüber 49.400 im Vorjahr, 51.600 Mitglieder. Diese generierten 3,1 Mrd. US-Dollar an gezahlten Gebühren.

Obwohl es für Costco riskant erscheinen mag, sein Ergebnis auf Mitgliedschaften zu stützen, sollten die Investoren bedenken, dass das Unternehmen eine Verlängerungsrate von 90 % hat. Auch als Costco im vergangenen Jahr seine Mitgliedsbeiträge erhöhte, gelang es dem Unternehmen immer noch, die überwiegende Mehrheit der Mitglieder zu halten. All das bedeutet, dass seine Kunden mit den Angeboten, die sie erhalten, sehr zufrieden sind und dass die Geldmaschine von Costco intakt ist.

Das Werbegeschäft von Alphabet zahlt für alles

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat seine Finger überall drin. Von selbstfahrenden Autos bis hin zu seinem mobilen Betriebssystem Android. Natürlich stellt Google seinen Nutzern auch die relevantesten Online-Suchergebnisse zur Verfügung und bietet mit seinen Produkten der G Suite onlinebasierte Datenspeicher-, E-Mail- und Cloud-basierte Software.

Damit nicht genug, ist Google nach Amazon und Microsoft der drittgrößte Anbieter von Cloud Computing und hat nach Apples App Store den zweitgrößten mobilen App Store. Welcher Teil dieser Unternehmungen trägt also dazu bei, das Ergebnis von Alphabet zu steigern?

Keiner. Trotz aller Projekte, Geräte und Services ist Alphabet eigentlich ein Werbeunternehmen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 137 Mrd. US-Dollar, von denen mehr als 30,1 Mrd. US-Dollar auf das Endergebnis entfielen. Die überwiegende Mehrheit dieser Einnahmen stammt aus der Nutzung bzw. dem Schalten von Werbeanzeigen in Suchergebnissen, Gmail, YouTube und den anderen Diensten.

eMarketer schätzt, dass Google im vergangenen Jahr 37 % des Werbemarktanteils in den USA hielt, wobei Facebook mit 20 % des Marktes der stärkste Wettbewerber war. Alphabet wird diese Dominanz wahrscheinlich beibehalten, wenn man bedenkt, dass es 90 % Marktanteil im Suchmaschinenmarkt hat. Des Weiteren schätzt eMarketer, dass Google 35 % der Display-Werbung in den USA bis 2020 halten wird.

Behalte dieses Unternehmen im Auge, falls sich etwas ändert

Während diese Unternehmen ihre Gewinne auf eine nicht offensichtliche Weise erzielen, sollten die Investoren auch an ihnen interessiert sein, weil sie ihre jeweiligen Märkte dominieren. Zumindest im Falle von Alphabet und Amazon haben diese Unternehmen ihre Hände in so vielen verschiedenen Unternehmen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie ihre Einnahmestrategie bei Bedarf anpassen und ändern können.

Alphabet hat angedeutet, dass es damit beginnen will, mehr Gewinn aus seinem Cloud-Computing-Geschäft zu generieren, und Amazon hat bereits damit begonnen, mehr Umsatz mit Werbung zu erzielen. All das bedeutet, dass die Anleger die Entwicklung dieser Unternehmen weiterhin genau im Auge behalten sollten.

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

… und warum es vielleicht unsere zweite Chance ist, ein echtes E-Commerce-Vermögen aufzubauen. Das smarte Geld investiert bereits in eine Firma aus Ontario, die noch deutlich unter dem Radar der Masse fliegt: 3 der cleversten (und erfolgreichsten!) Investoren, die wir kennen, sagen: Diese besonderen Aktien jetzt zu kaufen ist so wie eine Zeitreise zurück ins Jahr 1997, um in Amazon-Aktien einzusteigen — bevor diese um 47.000 % explodiert sind und ganz normale Anleger reicher gemacht haben als in ihren kühnsten Träumen. Fordere den Spezialreport mit allen Details hier ab.

John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von dessen CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und am 07.04.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Apple, Costco Wholesale, Facebook und Microsoft und empfiehlt diese. The Motley Fool hat folgende Optionen: Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple und Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple.