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Uber und die eine wirklich verrückte Zahl

„Niemand will jemals Autos besitzen, billige Taxis machen viel mehr Sinn“ ‒ dieses Zitat stammt nicht etwa aus den Börsenprospekten für die Lyft (WKN:A2PE38) – oder Uber-Aktie, sondern soll von Nikita Chruschtschow stammen. Dieser bezog sich in den 50er-Jahren dabei natürlich nur auf seine russischen Landsleute. Heute hoffen Uber und Lyft hingegen gar darauf, dass sich diese Erkenntnis nun endlich weltweit durchsetzen wird. Denn nur so lässt sich die eine verrückte Zahl im Uber-Börsenprospekt erklären.

Die eine verrückte Uber-Zahl

Die wichtigen Inhalte eines Börsenprospekts sind natürlich die vergangenen Umsätze und Gewinne. Auch der Vision eines Unternehmens wird sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Fantasie des Marktes wird aber oftmals von einer ganz bestimmten Zahl angeheizt: dem adressierbaren Markt.

In dieser Zahl steckt die Wachstumsfantasie, die neuen Aktionären eine glorreiche Zukunft versprechen soll. Auch Uber weiß natürlich um diese Wichtigkeit und macht beim Vorrechnen dieser Zahl seinem Namen alle Ehre. Der adressierbare Markt soll übergroße 12,3 Billionen US-Dollar betragen.

Aber lasst uns im Detail betrachten, wie sich diese Zahl zusammensetzt.

Den größten Brocken bringen natürlich die laut Uber weltweit 7,4 Billionen Kilometer, die mit allen Pkws und öffentlichen Verkehrsmittel zurückgelegt werden. Bei einem von Uber angenommenen durchschnittlichen Preis pro Kilometer von 0,77 US-Dollar kommt man auf den adressierbaren Markt von 5,7 Billionen US-Dollar.

Hinzu kommen weitere 2,8 Billionen US-Dollar, die weltweit in sogenannten Retail Restaurants verspeist werden. Mit Uber Eats hofft Uber hier darauf, dass die Menschheit auch endlich versteht, dass geliefertes Essen in Jogginghose auf dem heimischen Sofa die eindeutig bessere und bequemere Erfahrung ist als der beschwerliche Gang ins Restaurant.

Damit aber nicht genug. Denn aufgrund von Uber Freight zählt Uber zu seinem adressierbaren Markt auch noch die 3,8 Billionen US-Dollar, die weltweit im Güterverkehr umgesetzt werden.

So kommt Uber also auf einen potenziell adressierbaren Markt von 12,3 Billionen US-Dollar. Das sind übrigens unglaubliche 14 % des heutigen globalen Bruttoinlandsproduktes – WOW! An großartigen Ambitionen mangelt es Uber also keineswegs.

Kann Uber seinen Ambitionen gerecht werden?

Die Optimisten werden sagen, dass Uber ja nur einen kleinen Teil des vorhandenen adressierbaren Marktes für sich gewinnen muss, um seine Aktionäre reich und glücklich zu machen. Denn mit einem Jahresumsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 bieten die 12,3 Billionen US-Dollar an adressierbarem Markt noch genügend Raum für weiteres Wachstum.

Der Pessimist hingegen ist schockiert von den riesigen operativen Verlusten – allein 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 –, die das Unternehmen trotz des wahnsinnigen Umsatzwachstums – 106 % im Jahr 2017 und 42 % im Jahr 2018 – weiterhin schreibt.  Auch der Blick auf die weltweite Konkurrenz ist ein guter Grund für eine ordentliche Portion Pessimismus. Wer beispielsweise noch nie etwas von Meituan Dianping gehört hat, dem empfehle ich den Bloomberg-Bericht „The World’s Greatest Delivery Empire“.

Letztlich gibt es absolut nichts an Unternehmen mit großen Ambitionen auszusetzen. Wenn aber ein Unternehmen derart übergroße Ambitionen verkünden muss, um aufgrund des erhofften Börsenwertes von 100 Milliarden US-Dollar noch genügend Fantasie für neue Investoren zu entfachen, dann wäre ich persönlich auch übervorsichtig.

Übrigens, natürlich hat sich Chruschtschow damals in den 50ern schwer in seinen Landsleuten geirrt. Die Russen wollten selbstverständlich keine billigen Taxis, sondern liebend gern eigene Autos besitzen. Da es aufgrund der Chruschtschow-Einschätzung aber überall an Autos mangelte, freuten sich die Schwarzmarkthändler über boomende Geschäfte.


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