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Kann dich die Steinhoff-Aktie zum Millionär machen?

Zur Steinhoff (WKN:A14XB9)-Aktie lassen sich viele kritische Fragen formulieren. Zum Beispiel ob und wann das gute Stück aus dem SDAX fliegt oder ob der plötzliche Geldsegen bei der französischen Tochter Conforama den Aktienkurs der Mutter beflügeln kann.

Aber bei einem Kurs von 0,11 Euro pro Aktie interessiert mich nur eine einzige Frage: Kann mich die Steinhoff-Aktie zum Millionär machen (Stand: 15.04.2019)?

Millionäre kaufen tief

Wenn es nur um die Millionen an sich geht, dann ist die Aufgabe schnell gelöst. Wer jetzt auf einen Schlag 9.090.910 Steinhoff-Aktien kauft, ist auf der Stelle Millionär (Stand: 15.04.2019). Ha! Feierabend!

Aber das ist natürlich nicht die Kunst. Ich schätze, ich spreche für die meisten Investoren, wenn ich behaupte, dass wir uns alle vor allem deshalb an der Börse tummeln, weil wir tief kaufen und hoch verkaufen wollen.

Die Definition eines Tiefs ist dabei gar nicht so einfach. Wenn alles nach einem harten Fall als „tief“ gilt, müsste die Steinhoff-Aktie der König der Tiefs sein. Vor der Kernschmelze Ende 2017 war das gute Stück noch für stolze 3,50 Euro zu haben.

Definiert man den aktuellen Kurs von 0,11 Euro als Tief, dann beträgt der Abstand zum Vorkrisenniveau königliche 2.600 % (Stand: 15.04.2019). Mir scheint, dass es nicht wenige Investoren gibt, die der Steinhoff-Aktie eine Rückkehr auf das Niveau vor dem Buchprüfungsschlamasel zutrauen. Für diese Klientel ist der Weg zu den Millionen klar vorgezeichnet: Wer jetzt 336.363 Steinhoff-Aktien im Wert von 37.000 Euro kauft, der ist nach einer Erholung von 2.600 % Millionär (Stand: 15.04.2019). Jackpot!

Chancen und Risiken

Aber ist das realistisch? Nun, am Einstieg sollte es nicht scheitern. 2017 wurde für das Nettovermögen in Deutschland ein zentraler Mittelwert (der sogenannte Median) von 70.800 Euro gemessen. Somit wären die 336.363 Steinhoff-Aktien für „die Mitte“ prinzipiell erschwinglich.

Bleibt zu erörtern, ob und wann die Steinhoff-Aktie zu altem Glanz zurückkehren könnte. Meiner Einschätzung nach klammern sich viele Steinhoff-Investoren derzeit an den Buchwert. Wer den „offiziellen Buchwert“ der Steinhoff-Aktie wissen möchte, muss sich mit Zahlen begnügen, die schon ein paar Jahre alt sind. Wer neuen Stoff braucht, muss sich auf Schätzungen verlassen.

Offensichtlich ist man sich aber einig, dass die Steinhoff-Aktie aktuell unter Buchwert gehandelt wird. Aber müssen Aktien, die unter Buchwert gehandelt werden, zwangsläufig aufwerten? Die Aktie der Deutschen Bank (WKN:514000) ist derzeit zu einem Viertel des Buchwerts zu haben. Viel Glück hat das den Investoren bisher nicht gebracht (Stand: 16.04.2019).

Investierst du wie Elon Musk? Ich eher nicht …

Wenn du jeden Monat 705 Euro in den DAX investierst, dann bist du bei einer durchschnittlichen Rendite von 8 % pro Jahr nach 30 Jahren Millionär. So gesehen kann jeder „einfach“ Millionär werden. Alles, was man dafür können muss, ist, ein paar Jahrzehnte im Wachkoma vor seinem Depot zu sitzen.

Aber die meisten Millionäre oder gar Milliardäre, die mir spontan in den Sinn kommen, haben ihren Erfolg nicht einem breit diversifizierten Sparplan zu verdanken. Ganz im Gegenteil. Die Ausnahmeerfolge entstehen oft gerade bei Investoren, die sich auf nur wenige Einzelinvestitionen fokussieren.

Das Universalgenie Elon Musk ist so ein Fall. 1999 investierte der Wahlamerikaner 10 Mio. US-Dollar in eine Neugründung mit dem Namen „X.com“. Daraus ging im Jahr 2000 der allseits bekannte Zahlungsdienstleister Paypal (WKN:A14R7U) hervor. Als Paypal im Jahr 2002 an eBay (WKN:916529) verkauft wurde, zog Elon Musk mit einem Anteil von etwa 175 Mio. US-Dollar davon.

Oder anders formuliert: Elon Musk hat sein Vermögen in nur drei Jahren um den Faktor 18 vergrößert. Zum Vergleich: Der DAX hat sich in den letzten sieben Jahren gerade mal verdoppelt (Stand: 16.04.2019). So gesehen ist die Steinhoff-Aktie eher für potenzielle Millionäre geeignet als der DAX.

Sicher hätte dieser Zug für Elon Musk auch in der Pleite enden können. Für jeden Elon Musk gibt es vermutlich 1.000.000 Investoren, die ebenfalls alles auf eine Karte setzen und trotzdem scheitern.

Ich wäre wohl so einer. Aber da ich weiß, dass ich nicht Elon Musk bin, versuche ich mich eher selten an Einzelinvestitionen. Es gibt Momente, da wäre ich lieber Elon Musk und würde akribisch meine finale Reise zum Mars planen. Aber mit einem breit diversifizierten Portfolio sind meine Grenzen erreicht. Investierst du so wie Elon Musk? Ich eher nicht, und das ist auch gut so!

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von PayPal Holdings. The Motley Fool empfiehlt eBay.