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Aurora Cannabis, Canopy Growth, Tilray: Welche Aktie wird zum Amazon der Cannabis-Branche?

In letzter Zeit wurde die Begeisterung für Cannabis-Aktien mit dem Dotcom-Boom Ende der 90er Jahre verglichen. Und die meisten dieser Vergleiche erinnern dann auch daran, dass der Dotcom-Boom für die meisten Unternehmen in der Pleite endete.

Ein richtiger Flop, an den ich mich noch gut erinnere, war Webvan, ein Internet-Lebensmitteleinzelhändler, der irgendwann plötzlich 1,2 Milliarden USD wert war, bevor der Wert in den Keller rasselte. Es gibt da viele solcher Storys. Natürlich gab es auch ein paar Erfolgsgeschichten. Die wohl bekannteste davon ist Amazon.com (WKN:906866). Die Aktie ist seit dem Höhepunkt der Dotcom-Blase um mehr als 2.400 % gestiegen und seit dem Börsengang noch einmal um einiges mehr.

Die drei größten Cannabis-Aktien derzeit am Markt sind Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), Canopy Growth (WKN:A140QA) und Tilray (WKN:A2JQSC). Aber welche dieser drei Aktien könnte zum „Amazon des Cannabis“ werden?

Die Erfolgsgeheimnisse von Amazon

Nicht wenige Menschen haben versucht, die Gründe für den enormen Erfolg von Amazon zu benennen. In Wirklichkeit dürfte aber eine ganze Reihe von Gründen in Frage kommen.

Mein Kollege Brian Stoffel schrieb vergangenes Jahr einen Artikel über „20 Jahre voller Weisheiten“ (Link führt auf US-Seite) von Amazons CEO Jeff Bezos. Brian sammelte im Laufe der Jahre die besten Zitate aus Bezos‘ Briefen an die Aktionäre. Es ist eine gute Lektüre, und ich denke, dass darin gleich mehrere treibende Faktoren für die hervorragende Performance von Amazon deutlich werden.

So betonte Bezos von Anfang an, dass Amazon auf ganz lange Sicht ausgerichtet sei. Er schrieb 1997: „Aufgrund unserer langfristigen Ausrichtung können wir Entscheidungen treffen und Kompromisse anders abwägen als andere Unternehmen.“

Der Erfolg von Amazon beruht auch darauf, dass mehrere Wege zum Wachstum gegangen wurden. Es war für Amazon entscheidend zu wissen, welche Wege gegangen werden müssen und von welchen man sich früh verabschiedet. 2006 ging Bezos näher auf die Kriterien von Amazon bei der Auswahl neuer Chancen ein.

Bezos führte gleich mehrere Dinge als Erklärung für den eigenen Erfolg an, während viele andere Dotcom-Unternehmen strauchelten. Das Unternehmen konzentrierte sich auf den Kunden und hat aus seinen Fehlern gelernt. Außerdem war Amazon der freie Cashflow wichtiger als Gewinne. Was die Cannabis-Branche angeht, denke ich, dass die beiden Schlüsselideen von einerseits langfristiger Perspektive und andererseits mehreren Wachstumskanälen relevant sein werden und sich übertragen lassen.

Langfristige Perspektiven für Marihuana

Die Managementteams von Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray haben allesamt langfristige Perspektiven. Ihre öffentlichen Verlautbarungen deuten jedenfalls darauf hin.

Aurora war mit der Lizenz für den Anbau von medizinischem Cannabis in Kanada spät dran. Doch das Unternehmen konnte aufholen – dank einer Reihe von Zukäufen. Im Juni 2018 sagte CCO Cam Battley auf einer Investorenkonferenz, dass Aurora so viele Unternehmen kaufte, weil man sich mitten in einem „Raubzug“ befand. Er sagte auch, dass viele die langfristige Chance für den Weltmarkt für medizinisches Cannabis nicht erkannt hatten.

Canopy Growths Co-CEO Bruce Linton klingt ebenfalls so, als hätte er eine langfristige Perspektive. Linton sagte in einem Interview mit der Financial Post im vergangenen Jahr: „Man muss fünf oder sechs Jahre lang arbeiten und dann weitere vier bis fünf Jahre im Voraus planen, um auf einen Wert zu kommen, bei dem wir heute stehen.“

Linton dachte, dass viele Cannabis-Unternehmen in den nächsten Jahren scheitern werden, weil sie einfach nicht wie Unternehmen denken. Er sagte: „Ein Konzern ist nur ein Unternehmen, das eine Aktie hat, die man kaufen kann, während ein richtiges Business Entscheidungen trifft, die auf die nächsten zehn oder zwanzig Jahre ausgerichtet sind.“

Tilrays CEO Brendan Kennedy betonte im September 2018 seine langfristige Perspektive für den Cannabis-Weltmarkt in einem Interview mit Jim Cramer von CNBC. Er sagte, dass es in Zukunft „mehrere Unternehmen mit einem Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar“ in der Cannabis-Branche geben wird.

Mehrere Wachstumschancen

Gut, beim langfristigen Denken sind sich also alle einig. Aber wie sieht es beim Verfolgen mehrerer Wachstumsmöglichkeiten aus?

Aurora Cannabis, Canopy Growth und Tilray wetten größtenteils auf die gleichen Chancen. Alle drei sind wichtige Player auf dem kanadischen Markt für legal erwerbbares Cannabis. Alle drei sind auf dem Weltmarkt für medizinisches Marihuana, insbesondere in Europa und Lateinamerika. Allerdings könnte Aurora in einer wohl immer bedeutender werdenden Sparte hinter den anderen beiden zurückbleiben – dem Markt für Hanf in den USA.

Denn Canopy Growth investiert zwischen 100 und 150 Millionen USD in den Aufbau einer groß angelegten Hanfproduktionsanlage im US-Bundesstaat New York und geht davon aus, dass bis Ende 2019 Cannabidiolprodukte auf Hanfbasis auf den Markt kommen. Tilray wiederum übernahm Manitoba Harvest samt seiner Produkte. Es ist das weltweit größte Hanf-Lebensmittelunternehmen und die Produkte werden in über 16.000 Geschäften in den USA und Kanada verkauft. Aurora hat bislang noch keinen großen Schritt auf dem US-Hanfmarkt gemacht.

Bruce Linton von Canopy ist beim Thema „mehrere Wachstumskanäle“ wohl am weitesten. Er erklärte im Dezember, dass er der Meinung sei, dass sein Unternehmen gleich vier Milliarden-Dollar-Branchen aufmischen könne: Getränke, Opioide, Schlafmittel und Tierarzneimittel. Canopy Growth ist derzeit in allen vier Märkten in der Produktentwicklung tätig.

Das Amazon des Cannabis?

Die langfristige Perspektive scheint nicht ganz so schwer zu sein. Es ist auch nicht schwer, gleich mehrere Wege zum Wachstum auszumachen. Die Herausforderung besteht allerdings darin, gute langfristige Entscheidungen zu treffen und mehrere Möglichkeiten zu verfolgen – und das nämlich bei begrenzten finanziellen Ressourcen.

Ich denke, dass Canopy Growth ganz ähnlich wie Amazon am Ende viele Konkurrenten überleben wird. Denn auf der einen Seite verfügt man über größere finanzielle Ressourcen als die Wettbewerber. Die 4 Milliarden USD vom Getränkehersteller Constellation Brands war die größte Finanzspritze in der Geschichte der Cannabis-Branche. Infolgedessen kann Canopy auf eine Weise expandieren, von der andere Marihuana-Züchter nur träumen können.

Auch wenn es Ähnlichkeiten zwischen dem Dotcom-Boom und dem aktuellen Marihuana-Boom gibt, gibt es auch einige wichtige Unterschiede. Der Erfolg in der Cannabis-Industrie hängt zu einem großen Teil von der Produktionskapazität, den Vertriebsnetzen und der Fähigkeit, Verbrauchermarken aufzubauen ab.

Canopy Growths einziger enger Konkurrent im Kapazitätsbereich ist höchstens Aurora. Canopy verfügt über das beste Vertriebsnetz in Kanada und wahrscheinlich auch das beste weltweit. Und mit Constellation hat Canopy einen Partner, der nachweislich erfolgreiche Verbrauchermarken etabliert hat.

Ich vermute, dass es viele Marihuana-Unternehmen geben wird, die das gleiche Schicksal ereilt wie Webvan. Canopy Growth dürfte allerdings nicht dazugehören.

Vielleicht wird Canopy auch nicht unbedingt die Größe und Bedeutung von Amazon erreichen. Die Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen sind immerhin sehr unterschiedlich. Wenn ich jedoch Geld darauf setzen müsste, welche Marihuana-Aktie am ehesten Amazon entspricht, würde ich Canopy Growth wählen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt Aktien von Constellation Brands. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 10.3.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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