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Kann Amazon seine Probleme in Indien mit Ladengeschäften lösen?

Laut The Economic Times plant Amazon (WKN:906866), bis Ende des Jahres über 100 neue Kioske in Einkaufszentren in ganz Indien einzuführen. Die Kioske werden die unternehmenseigenen Geräte Kindle, Fire TV und Echo verkaufen, und könnten möglicherweise den Weg für eine breitere Expansion der Ladengeschäfte im ganzen Land ebnen.

Amazon eröffnete vor zwei Jahren seine ersten Kioske in Indien und betreibt derzeit fünf in Einkaufszentren in Bengaluru, Mumbai, Ahmedabad und Noida. Es wird berichtet, dass es für seine neuen Kioske eine Fläche von etwa 7 Quadratmetern in den Einkaufszentren sucht.

Die Entscheidung, weitere Kioske in Indien zu eröffnen, war etwas überraschend, da The Wall Street Journal kürzlich berichtete, dass man bis Ende April alle 87 ähnlichen Pop-up-Shops in den USA schließen würde. Aber es geschah nicht ohne Vorwarnung, denn die E-Commerce-Pläne von Amazon in Indien stehen strengen neuen Richtlinien gegenüber, die darauf abzielen, die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Man wird sehen, wie Amazons Vorstoß seiner Ladengeschäfte diese Probleme löst.

Warum Indien für Amazon wichtig ist

Vor drei Jahren hat Amazon 5 Mrd. US-Dollar für seine aggressive Expansion in Indien bereitgestellt, zu der Investitionen in Joint Ventures, Infrastruktur und lokale digitale Inhalte gehörten. Heute sind Amazon und Walmarts (WKN:860853) Flipkart die beiden größten E-Commerce-Plattformen des Landes.

Amazon ist aus zwei Hauptgründen an Indien interessiert. Erstens will es seine Präsenz in wachstumsstärkeren Schwellenländern ausbauen, da dem Unternehmen das Wachstumspotenzial in den entwickelten Märkten ausgeht. Indien ist genau das Richtige: Morgan Stanley schätzt, dass über die Hälfte der indischen Internetnutzer 2026 Produkte online kaufen werden, verglichen mit nur 14 % im Jahr 2016.

Zweitens will Amazon verhindern, dass zwei weitere wichtige Akteure, nämlich Walmart und Alibaba (WKN:A117ME), zuerst den Markt erobern. Walmart zahlte 16 Mrd. US-Dollar, damit Flipkart das führende Unternehmen in Indien wird, und Alibaba hat rund 2 Mrd. US-Dollar in mobile Apps und E-Commerce-Plattformen in Indien investiert, um den Grundstein für zukünftiges Wachstum zu legen.

Amazons missliche Lage in Indien

Vergangenen Dezember führte die indische Regierung neue Regeln ein, um das Wachstum ausländischer Unternehmen wie Amazon, Walmart und Alibaba in ihrem E-Commerce-Markt einzudämmen.

Die im Februar in Kraft getretenen Bestimmungen verbieten es Online-Händlern, Exklusivverkäufe anzubieten, Produkte zu verkaufen, an denen sie beteiligt sind, oder spezielle Rabatte und Rückzahlungsangebote anzubieten. Indischen Einzelhändlern ist es außerdem untersagt, mehr als 25 % ihres Umsatzes auf einem einzigen Online-Marktplatz wie Amazon oder Flipkart zu erzielen.

Das Verbot von Exklusivverkäufen hindert Amazon daran, mit großen Marken zusammenzuarbeiten — wie in der Vergangenheit mit Unternehmen wie Xiaomi. Das Verbot von First-Party-Produkten hindert Amazon daran, seine Kindle-, Echo und Fire-TV-Geräte (und andere Produkte, in die es investiert hat) auf seinem indischen Marktplatz zu verkaufen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes scheinen die Richtlinien noch nicht konsequent durchgesetzt zu sein. Die Produkte erscheinen noch in den Suchergebnissen von Amazon, aber es ist unklar, wie lange sie noch angeboten werden.

Wie die Kioske in Einkaufszentren Amazon helfen können

Der Verkauf von mehr Kindle-, Echo und Fire-TV-Geräten ist eine wichtige langfristige Strategie. Das Unternehmen verkauft die meisten dieser Gadgets nur mit hauchdünnen Gewinnspannen oder gar Verlusten, aber sie binden die Nutzer mehr an seine virtuelle Assistentin Alexa und das Prime-Ökosystem, das die Kunden einbindet, mehr wiederkehrende Einnahmen generiert und die Käufer ermutigt, mehr Geld auszugeben.

Amazon hat laut Entrackr rund 10 Mio. Prime-Kunden in Indien. Das ist laut CIRP nur ein Zehntel der 100 Mio. Prime-Mitglieder in den USA. Aber Amazon hat viel mehr Potenzial, um Prime in Indien zu expandieren, da das Land die vierfache Bevölkerung der USA und eine wachsende Mittelschicht aufweist.

Die Entscheidung von Amazon, seine Einkaufszentrum-Kioske von nur fünf auf über 100 Standorte zu erweitern, unterstreicht die Bedeutung dieser Strategie. Wenn es seine unternehmenseigenen Geräte nicht online verkaufen kann, wird es sie offline und in Einkaufszentren anbieten.

Es ist kein ideales Szenario, da das Betreiben dieser Kioske mehr kostet als der Verkauf der Gadgets online. Aber es könnte Amazon helfen, mehr Premium-Mitglieder zu gewinnen, und das Unternehmen könnte die Kioske nutzen, um das Interesse der Verbraucher an anderen physischen Initiativen wie Amazon Go, Amazon Books und 4-Star-Stores zu messen.

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Offenlegung: John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 30.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

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