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Neuigkeiten rund um die Glyphosat-Prozesse: Die Bayer-Aktie sollte davon profitieren

Foto: Bayer AG

In den letzten zwölf Monaten ist es für Bayer (WKN:BAY001), unserem Agrarchemie- und Pharma-Konzern aus Leverkusen, wirklich nicht so gut gelaufen. Der Kurs der Bayer-Aktie sackte in diesem Zeitraum um stolze 36,66 % ab, während der DAX um gerade einmal 3,34 % nachgab (Stand 12.04.2019). Die Hauptursache für den schlechten Kursverlauf dürften die Glyphosat-Prozesse darstellen. Nach der Übernahme des Agrarkonzerns Monsanto im Jahr 2018 hat nun Bayer mit den Klagen gegen den Konzern wegen des Verdachts, dass auf Glyphosat basierende Produkte krebserregend sein könnten, zu kämpfen. Doch jetzt gibt es Neuigkeiten.

Bayer soll Einigung suchen

In einer Pressemitteilung vom 27.03.2019 nahm Bayer erst einmal Stellung zu dem Fall Hardeman vs. Monsanto, in dem das Urteil zugunsten des Klägers ausgefallen ist. Die Geschworenen-Jury kam hier zu dem Schluss, dass Monsanto für die Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup haftbar ist. Die Bayer-Tochter muss dem Kläger Edwin Hardeman nun Schadenersatz in Höhe von insgesamt 80,3 Mio. US-Dollar zahlen. Und das ist jetzt schon das zweite Mal, dass Monsanto zu einer Millionenzahlung verdonnert wurde.

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Vergangene Woche, am 11.04.2019, hat nun der zuständige US-Richter Vince Chhabria sowohl Bayer als auch die Anwälte der Gegenseite angewiesen, einen Mediator (Vermittler) einzuschalten. Bereits vorab hatte es Spekulationen darüber gegeben, ob es eine Aufforderung zur Mediation geben würde. Ich sehe es als positives Signal an Bayer. Man hat hier die Möglichkeit, sich nun eventuell außergerichtlich zu einigen. Einen für Mitte Mai angesetzten Prozess hat der Richter schon mal gestrichen. Allerdings müssen sich beide Seiten auch einig werden, sonst wird gerichtlich ein Vermittler bestellt. Bayer-Sprecher Rolf Ackermann sagte dazu: „Wir werden selbstverständlich dem Beschluss des Gerichts hinsichtlich des Eintritts in eine Mediation Folge leisten.“

Bayer gab aber auch zu verstehen, dass man sich darauf konzentriere, die Sicherheit der eigenen glyphosatbasierten Herbizide vor Gericht zu verteidigen. Der Konzern argumentiert, dass Roundup-Produkte und ihr Wirkstoff Glyphosat seit über vier Jahrzehnten weltweit sicher und erfolgreich eingesetzt werden. Zudem beurteilen Regulierungsbehörden weltweit, glyphosatbasierte Herbizide sind bei sachgemäßer Verwendung sicher. Insgesamt gibt es dazu mehr als 800 Studien, die das bestätigen sollen.

Es geht um viel Geld

Mit Stand Ende Januar sind in den USA bereits 11.200 Klagen gegen Bayer anhängig. Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan (WKN:850628) geht aber davon aus, dass diese Zahl noch auf mindestens 15.000 steigen wird. Er rechnet für Bayer mit Belastungen von 5 Mrd. Euro.

Seit August 2019 hat Bayer fast 31 Mrd. Euro an Börsenwert verloren. Insgesamt bringt es Bayer aktuell noch auf eine Marktkapitalisierung von 56,5 Mrd. Euro. Hier muss man sich allerdings die Frage stellen, ob es allein aufgrund der Glyphosat-Prozesse gerechtfertigt erscheint, die Bayer-Aktie so abzustrafen. Die Eigenkapitalquote des Konzerns verringerte sich zwar zum 31.12.2018 auf 36,5 %, doch das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) lag mit 10,266 Mrd. Euro wesentlich höher als im Jahr 2017. Und im laufenden Geschäftsjahr soll das EBITDA auf rund 12,2 Mrd. Euro ansteigen.

Bayer ist meiner Meinung nach durchaus in der Lage, die Belastungen für die Glyphosat-Prozesse zu kompensieren. Selbst wenn es bei den Vermittlungsgesprächen zu keiner Einigung kommen sollte und Bayer hohe Schadenersatzzahlungen leisten müsste, würde es das Unternehmen zwar schwächen, aber nicht zum Wanken bringen.

Was macht die Aktie?

Die Bayer-Aktie ist weiterhin günstig zu haben. Die Meldung, dass man nun nach einer gütlichen Einigung in den Glyphosat-Prozessen suchen soll, wurde von der Börse zwar positiv aufgenommen, dennoch notiert die Aktie mit 61,42 Euro (12.04.2019) immer noch weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 103,74 Euro. Im Moment glaubt hier also fast niemand an einen positiven Ausgang für Bayer. Doch genau das kann für Foolishe Anleger ein Kriterium sein, sich gerade jetzt für die Bayer-Aktie zu interessieren. Denn alle negativen Nachrichten sollten bereits im Kurs eingepreist sein. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit 8,89 sehr niedrig und durch den gedrückten Kurs kommen Neueinsteiger sofort auf eine Dividendenrendite von 4,56 %.

Natürlich kann niemand die Zukunft genau voraussagen. Doch ich finde, die Bayer-Aktie bietet für mutige Anleger zurzeit mehr Chancen als Risiken.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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