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Vor dem Börsengang kauft Uber einen Rivalen für 3,1 Mrd. US-Dollar

Der Taxi-Gigant Uber gab am Dienstag bekannt, dass er seinen Nahost-Rivalen Careem Networks FZ für 3,1 Mrd. US-Dollar kauft. Die Transaktion, die 1,4 Mrd. US-Dollar in bar und 1,7 Mrd. US-Dollar in Form von Wandelanleihen beinhaltet, muss noch von den Behörden genehmigt werden. Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie im ersten Quartal 2020 abgeschlossen wird.

Der Kauf ist ein massiver Schritt für Uber, vor allem vor dem in Kürze geplanten Börsengang, nicht nur wegen des Preises der Übernahme, sondern auch, weil diese die internationale Präsenz erweitert. Laut Uber hat Careem mehr als 30 Mio. Nutzer und ist in 120 Städten in 15 Ländern tätig, darunter Ägypten, Jordanien, Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Ubers CEO Dara Khosrowshahi sagte in einer Erklärung: „Das ist ein wichtiger Moment für Uber, da wir die Stärke unserer Plattform auf der ganzen Welt weiter ausbauen. Mit seiner nachgewiesenen Fähigkeit, innovative lokale Lösungen zu entwickeln, hat Careem die Zukunft der urbanen Mobilität im gesamten Nahen Osten entscheidend mitgestaltet und sich zu einem der erfolgreichsten Start-ups in der Region entwickelt.“

Uber wird Careem als unabhängiges Unternehmen betreiben, wobei sein Mitbegründer und CEO Mudassir Sheikha weiterhin die Geschäfte führt. Auch Uber wird weiterhin im Nahen Osten tätig sein.

Careem war ein bedeutender Wettbewerber für Uber – das Unternehmen ist selbst in mehr als 60 Ländern tätig – und der Kauf markiert eine Weiterentwicklung von Ubers Ansatz für internationales Wachstum.

Warum das eine große Sache für Ubers Geschäft ist

Careem begann 2012 und hat seinen Sitz in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, wo Uber seit 2014 tätig ist. Uber wies in einer E-Mail an seine Mitarbeiter darauf hin, dass die Region Mittlerer Osten ein wichtiges Geschäftsfeld für das Unternehmen und insbesondere Pakistan „einer unserer am schnellsten wachsenden Märkte der Welt“ sei. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass das Marktvolumen für Mitfahrgelegenheiten im Nahen Osten und in Afrika bis 2023 bei 7,3 Mrd. US-Dollar liegt.

Wenn diese Region für Uber also so wichtig ist, warum sollte man dann einen Konkurrenten kaufen und ihm erlauben, als unabhängiges Unternehmen zu agieren? Uber hat in den letzten Jahren gelernt, dass es viel einfacher ist, lokale Anbieter ins Boot zu holen, statt sie zu bekämpfen.

Bereits 2016, nach jahrelangem Kampf gegen das in China ansässige lokale Mitfahrunternehmen Didi Chuxing und Ausgaben von 2 Mrd. US-Dollar über zwei Jahre, verkaufte Uber sein Geschäft vor Ort an Didi. Uber machte es seinem Konkurrenten nicht leicht, konnte aber seinen lokalen Konkurrenten nicht überholen. Also verkaufte Uber sein Geschäft und übernahm im Gegenzug 17,7 % der Anteile an Didi.

Dann, 2018, machte Uber einen ähnlichen Schritt, als das Unternehmen sein Geschäft in Südostasien an Grab, einen weiteren Konkurrenten, verkaufte. Durch die Transaktion erhielt Uber eine Beteiligung von 27,5 % an Grab und der CEO von Uber bekam einen Sitz im Vorstand.

Für Uber bedeutet die Entscheidung, mehrere Milliarden US-Dollar für den Erwerb von Careem auszugeben, damit das Unternehmen später keine Berge von Geld ausgeben muss, um mit dem anderen Unternehmen zu konkurrieren. Stattdessen sichert sich Uber gleich einen Anteil an diesem Markt über die Beteiligung.

Khosrowshahi sagte in einer Erklärung: „Diese Transaktion vereint Ubers globale Führung und technische Expertise mit der regionalen Technologie-Infrastruktur von Careem und seiner nachgewiesenen Fähigkeit, innovative lokale Lösungen zu entwickeln.“

Uber trifft kalkuliertere Entscheidungen für den Ausbau seines internationalen Geschäfts als in der Vergangenheit und das Unternehmen hat gelernt, dass sich „innovative lokale Lösungen“ in der Mitfahrbranche oft gegen Neueinsteiger mit viel Geld durchsetzen.

Während sich der Börsengang nähert, beweist Uber, dass das Unternehmen ein Transportgigant sein will

Ubers Kauf von Careem ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung für das Unternehmen und potenzielle Investoren sollten diese Strategie zur Kenntnis nehmen. Das Unternehmen hält bereits etwa 60 % des Marktes für Mitfahrgelegenheiten in den USA und weiß, dass sein internationales Geschäft viel schwieriger aufzubauen sein wird als sein nationales. Anders als in der Vergangenheit weiß Uber auch, dass das Unternehmen auf dem internationalen Markt gewinnen kann, indem es lediglich Geld auf den Tisch legt, anstatt mit seinen Rivalen auf der Straße Probleme zu bekommen.

Das zeigt, dass Uber im Vergleich zu seinen bisherigen Strategien in Südostasien und China einiges darüber gelernt hat, wie man sein Geschäft sinnvoll ausbauen kann. Wenn das ein früher Indikator dafür ist, wie Uber sein Unternehmen zu führen plant, sobald es an die Börse geht, können sich die Investoren sicherlich auf einen erfolgreichen Transportgiganten einstellen.

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Dieser Artikel wurde von Chris Neiger auf Englisch verfasst und am 26.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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